St. Gallen

07. August 2017 05:50; Akt: 07.08.2017 08:34 Print

Starbucks-Messerstecher ist verwirrt

Ein Schweizer wurde am Freitagabend unvermittelt von einem verwirrten 42-Jährigen mit einem Messer attackiert. Das Motiv ist unklar.

«Das Opfer sass in der Gartenwirtschaft des Starbucks.» Video: jeb
Zum Thema
Fehler gesehen?

«Der Gesundheitszustand des Opfers ist nach wie vor kritisch», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi am Sonntagmittag. «Mit einem Messer wurde mehrmals auf das Opfer eingestochen. Der 22-Jährige wurde unter anderem schwer am Hals verletzt.» Tatort ist die Gartenterrasse des Starbucks an der Marktgasse in der Fussgängerzone der St. Galler Innenstadt.

Ein Leser-Reporter war in der Nähe, als die Tat geschah: «Ich war in einem Geschäft, als plötzlich mehrere Polizeiautos mit Sirenen vorfuhren», sagte Leser-Reporter Juri Schmid. Ein Mann lag in Handschellen vor dem Starbucks. Rundherum waren Spuren von Blut», schildert Schmid den Vorfall.

Motiv unklar

Passanten gelang es, dem Angreifer das Messer aus der Hand zu schlagen und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Beim Angreifer handelt es sich um einen 42-jährigen Schweizer. Wie das Opfer stammt er aus der Stadt St. Gallen. Ob sich die beiden kannten, ist unklar.

«Das Opfer ist nicht ansprechbar», sagt Krüsi. Der 42-jährige Täter hinterliess laut Polizei bei der Befragung einen verwirrten Eindruck, was die Ermittlungen erschwere. Ein klares Tatmotiv könne man deswegen noch nicht erkennen. Dem mutmasslichen Täter wurde eine Blut- und Urinprobe abgenommen, um festzustellen, ob er aufgrund von Drogen verwirrt wirkt. Das Ergebnis steht noch aus.

Täter polizeilich bekannt

Zudem konnte die Kantonspolizei St. Gallen bestätigen, dass der Täter polizeilich bekannt ist, jedoch nicht im Zusammenhang mit Gewaltdelikten. Das Opfer hingegen ist der Polizei in keinerlei Hinsicht bekannt. Weitere Details müssen noch abgeklärt werden. Da jedoch das Opfer nicht ansprechbar und der Täter verwirrt ist, gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Immerhin hätte es diverse Zeugen der Tat gegeben, die kohärente Aussagen trafen. Zudem konnte die Tatwaffe vor Ort sichergestellt werden.

Der Starbucks war am Sonntag wie gewohnt geöffnet und gut besucht, wie ein Augenschein vor Ort zeigte. Die Angestellten wollten sich zum Fall nicht weiter äussern, das Geschehene gehe jedoch nicht spurlos an einem vorbei.


(jeb/and/sda)