Entführungsalarm

30. September 2015 15:52; Akt: 30.09.2015 19:30 Print

Sugus-Suche entpuppt sich als Jungschar-Aktion

Weil zwei Kinder von einem fremden Paar angesprochen worden waren, herrschte in Heiden AR Aufregung. Jetzt zeigt sich: Die Angst war unbegründet.

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In einem waldnahen Quartier in Heiden AR wurden am Samstag zwei Kinder im Alter von vier und neun Jahren von zwei jungen Leuten angesprochen. Diese fragten den Jungen und das Mädchen, ob sie mit ihnen in den Wald zum Sugus-Sammeln gehen wollten. Die Familie des Mädchens wurde daraufhin misstrauisch und meldete den Vorfall bei der Polizei.

Diese hat den Fall mittlerweile geklärt. Die beiden Fremden haben sich bei der Polizei gemeldet. Es handelt sich um ein Missverständnis: Die jungen Leute seien Mitglieder der Jungschar gewesen, erklärt Hanspeter Saxer, stellvertretender Chef Regional- und Verkehrspolizei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. «Sie haben an diesem Tag ein Spiel organisiert, bei dem Jungschar-Mitglieder Sugus sammeln können und diese dann umtauschen können.» Für die gesammelten Sugus hätten sie dann Bauteile für ein Floss erhalten.

«Geschichte ist stimmig»

Das Problem: Die Jungschar hatte zu wenig Teilnehmer. Deshalb sprachen die jungen Leute die beiden Kinder kurzerhand an und fragten sie, ob sie mitmachen wollten. Laut Saxer gaben die Jungschärler an, sich vor den Kindern zu erkennen gegeben zu haben.

Für die Beamten ist die Geschichte stimmig. «Das passt ins Bild. Wir haben keinen Anflug eines Verdachts, dass etwas anderes dahinter stecken könnte», sagt Saxer. Die Familie des betroffenen Mädchens sei informiert worden.

«Erwachsene sollten keine Kinder ansprechen»

Die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen (KJPD) geben eine Empfehlung ab: «Grundsätzlich sollten Erwachsene darauf verzichten, fremde Kinder anzusprechen, etwa um nach dem Weg, der Uhrzeit oder Ähnlichem zu fragen.» Man sollte sich bewusst machen, dass eine solche durchaus harmlos gemeinte Frage ein Kind stark verunsichern kann. Da es in aller Regel gelernt hat, sich nicht mit fremden Personen abzugeben oder gar Angst bekommen kann, sei es in derartigen Situationen ratsam, einfach den nächsten erwachsenen Passanten um Auskunft zu bitten, so die KJPD.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SG am 30.09.2015 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ........

    Ich habe es mir schon lange abgewöhnt, Kinder zu grüssen, zu winken oder sie anzulächeln und sie schon gar nicht etwas zu fragen.Sie bekommen auch keine Bonbons oder Schokolade, eher werfe ich die Süssigkeiten in den Müll.Was für eine schöne Welt!

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  • Patrick Lenhart am 30.09.2015 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Welt

    Heutzutage muss man eben leider aufpassen, man fällt ja schon unter Verdacht oder wird schräg angeguckt wenn man einfach nur freundlich lächelt wenn ein Kind an einem vorbeigeht.

  • Vroni am 30.09.2015 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Der Junge und das Mädchen haben sicher richtig gehandelt und sind in die Wohnung. Aber es ist schon traurig wie sich das alles in den letzten Jahren entwickelt hat. Je länger je mehr Zustände wie in den USA, wo schon bald schräg geschaut wird , wenn der Nachbar mit dem Nachbarsmädchen redet. Es ist eine Entwicklung entstanden, die mir zu denken gibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heidi am 02.10.2015 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Miteinander leben

    Man sollte mit Mitmenschen reden! So Missverstäntnisse könnten verhindert werden, wenn man miteinander normal umgienge und auch mal nachfragt und nicht gleich alle in den kriminellen Topf schmeisst! die Kinder leiden unter unserem isoliertem Getue. Da sein für die Kinder und nicht gleich überreagieren und ihnen nach den Hauptmalzeiten die Zähne putzen. Einer Sache selber auf den Grund gehen und nicht gleich immer Aufschreien, anderen die Schuld geben. Denn sonst werden unsere Kinder egoistisch Unsoziale die kein eigenes Alarmsystem mehr haben, weil sie stehts überreizt sind.

  • Klardenkender Familienvater am 01.10.2015 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig übertrieben Aktion

    Es ist immer wieder erschreckend wie "besorgte" Eltern völlig übertrieben reagieren. Wegen einer harmlosen Frage gleich zur Polizei rennen ist schon nahe an einer Phobie. Leider muss sich die Polizei dann mit diesen Bagatellen herumschlagen anstatt richtige Verbrechen aufzuklären. Hätte die Mutter die Kinder richtig befragt und vorallem auch richtig ZUGEHÖHRT was sie sagen, so wäre sie selber darauf gekommen, das alles ganz harmlos ist.

  • R.Saubermann am 01.10.2015 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mit gesenktem Starren bilck durch die We

    Ich grüsse oder schaue schon lange niemand mehr an. Egal wie alt und welches Geschlecht.

  • Nurmin Senf am 01.10.2015 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mann ohne Hund im Wald unter Generalverdacht!

    Geht doch mal als Mann,allein ohne Hund, in den Wald spazieren. Frauen die Entgegenkommen kehren um oder verstecken sich im Wald, alles schon erlebt

  • Hanni am 01.10.2015 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sugus-lockung

    Die Absicht War gut aber in der heutigen Zeit wo in verbrecherischer Hinsicht nicht einmal mehr vor Kindern halt gemacht wird, doch eher schlecht überlegt Kinder mit Sugus zu locken, das tun eben gerade auch solche Leute die nichts gutes im Schilde führen mit den Kindern. Sich sorgen Eltern warnen ihre Kinder doch gerade vor solchen Leuten, es steht den Leuten ja nicht auf der Stirn geschrieben dass sie nur mit guter Absicht handeln!