Todesengel?

01. März 2013 07:21; Akt: 04.03.2013 13:38 Print

Teufels-Pflegerin posiert mit Leiche auf Facebook

von Gaudenz Looser - Eine St. Galler Pflegerin hat Fotos einer verstorbenen Patientin auf Facebook gestellt und mit satanistischen Kommentaren versehen. Die Behörden sind alarmiert.

Bildstrecke im Grossformat »
Ein 20-Minuten-Leser-Reporter hat erschreckende Bilder auf Facebook entdeckt. Da posiert eine Frau in Schwesterntracht fies lächelnd neben einer toten Frau. Zu den Bildern hat die Facebook-Userin einen despektierlichen Text gestellt: «Ratet mal, schläft sie oder ist sie tot ... Hinweis: Ich bin die Seelen-Diebin». Viele ihrer Facebook-Freunde sind entsetzt. Hier ein Auszug der Kommentare: - Teufelspflegerin: «Yeah, ihre Zeit ist um, ich werde sie zur Hölle schicken, wo einige hingehören. Die anderen in den Kompostkübel für Dünger, hehe» - «Warum stellst du so ein Bild auf Facebook?? Weiss das dein Arbeitgeber?» ... - «Das ist krank und traurig zugleich» - Teufels-Pflegerin: «Ich kann auf Facebook stellen, was ich will. Es gehört mir, und Leute, denen das nicht passt, können verrecken. Der Tod ist normal und Menschen sterben andauernd.» Wie 20 Minuten recherchiert hat, führt die Frau ein Doppelleben. Einerseits gibt sie sich als hingebungsvolle Krankenpflegerin, ... ... anderseits als knallharte Domina in Schwesterntracht. Mal posiert sie als Expertin für medizinische Notfälle ... ... und mal als Expertin für sexuelle Notstände. Auf ihrer Homepage präsentiert sich die Frau in ihrem Sado-Maso-Studio. Sie bietet ihre Dienste im Raum St. Gallen-Wil an. Stolz zeigt sie ihre Arbeitsinstrumente. Andere Bilder dokumentieren ihre Arbeit. Auf ihrer Facebook-Seite ... ... und in anderen Online-Communitys zeigt sie unzählige weitere Bilder, auf denen sie in unterschiedlichster Aufmachung posiert. Zum Beispiel als Burlesque-Tänzerin, als Latex-Domina, ... ... im Badeanzug auf einem Boot oder ... ... auf einer schweren Maschine.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Bilder auf Facebook schockieren: Eine junge Frau in Schwesternuniform posiert lachend am Bett einer offensichtlich verstorbenen Seniorin. Die junge Frau verhöhnt die Tote mit bösen Kommentaren: «Ratet mal, schläft sie oder ist sie tot? Tipp: Ich bin die Seelendiebin» und: «Yeah, ihre Zeit ist vorüber. Schicke sie in die Hölle, wo einige von ihnen hingehören. Der Rest kommt ins Kompostloch für Dünger, hehehe.»

Auf ihrer Facebook-Seite lässt die Pflegerin ihrer Faszination für Satan und das Böse freien Lauf: «Hail Satan!», schrieb sie gestern in ihre Statusmeldung, die Bildergalerie ist voll mit teuflischen Symbolen und die meisten ihrer über 2000 Freunde sind Gleichgesinnte. Ebenfalls im Profil: zahlreiche Fotografien von teils blutigen Folterungen.

«Behörden alarmiert»

In welchem Pflege- oder Altersheim die Aufnahmen von der toten Frau entstanden sind, ist bislang nicht klar. Möglich wäre auch, dass die Frau via einen Pflege-Dienst ins Privathaus des Opfers gelangt ist. Beim Amt für Soziales St. Gallen, das die Oberaufsicht über Pflegeheime ausübt, ist man jedenfalls alarmiert. Wie Recherchen von 20 Minuten ergaben, hat die Pflegerin noch einen Zweitberuf: Sie bietet auf diversen Erotikplattformen als Prostituierte harte Sado-Maso-Dienstleistungen an. Ihr Arbeitsgebiet: der Raum St.Gallen-Wil.

Ihre Facebook-Seite zeichnet ein verstörendes Bild der Frau: Auf der einen Seite Fotos von lachenden Pflegerinnen im Altersheim, auf der anderen Seite Schnappschüsse von der Frau als Sado-Maso-Schwester, die ihre Kunden mit Nadeln, Spritzen, Hämmern und Peitschen quält.

Weitere Abklärungen

Die Behörden arbeiten «mit Nachdruck daran, weitere Abklärungen zu treffen». Matthias Mayrhofer, Chef der Abteilung Alter beim Amt für Soziales: «Wir prüfen aufsichtsrechtliche Schritte, konkret handeln können wir aber erst, wenn wir wissen, welches Heim oder welcher Pflegedienst betroffen ist.» Das Untersuchungsamt Gossau ist im Besitz der Unterlagen und «prüft, ob allenfalls strafrechtliche Schritte ergriffen werden müssen».

Auch die Patientenschützerin Margrit Kessler ist höchst alarmiert über die Bilder: «Die Würde und die Persönlichkeitsrechte der sterbenden oder schon verstorbenen Patientin wurden aufs Schwerste verletzt. Der Kanton und die Justiz müssen hier sofort einschreiten. Wer weiss, was da sonst noch zum Vorschein kommt.»

Wie kann es überhaupt sein, dass eine Sadomaso-Prostituierte als Pflegerin unterwegs ist? «Das kann schon passieren», sagt Kessler. «Der Personalmangel in der Pflege ist so akut, dass die Überprüfung der Bewerber durchaus mal zu kurz kommt.»


Kennen Sie die Pflegerin? Haben Sie Hinweise oder weitere Informationen? Schreiben Sie uns! feedback@20minuten.ch

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albert Einstein am 01.03.2013 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Perfide Suggestivfrage

    "Wie kann es überhaupt sein, dass eine Sadomaso-Prostituierte als Pflegerin unterwegs ist?" Das meiste ist gesagt. Doch die suggestive Schlussfrage ist perfid. Denn sie beleidigt alle Menschen, die SM als private Bereicherung sehen und im Alltag ihren Mann und ihre Frau stehen, in Anstand. Das gleiche gilt für Prostituierte. Spinner hingegen gibt es überall

    einklappen einklappen
  • Alexander Wafthrudnir am 01.03.2013 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Arbeit seitens 20 Minuten

    Im Voraus: Richtig, es ist nicht in Ordnung, wie sie sich mit dieser Dame darstellt. Aber: Es ist auch nicht in Ordnung, dazu Fotos zu veröffentlichen. Da nützt auch alles zensieren nichts, Leser haben bereits die Originalfotos gefunden. Die Frau ist somit verurteilt, bevor Fakten auf dem Tisch liegen (nicht zu vergessen ist, dass dies hier von einem Leserreporter an Land gezogen wurde). Auch spielt es keinerlei Rolle, was diese Frau in ihrer Freizeit tut. Weder Neigung noch Glaube sind von Wichtigkeit. Allein das eine Foto ist zu hinterfragen, alles andere geht uns nichts an!

    einklappen einklappen
  • Barbara H am 01.03.2013 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Pflegerin

    Das gibt wieder ein Bild auf uns pflegende, die den beruf Profesionel ausüben,aber es wundert mich nicht........... schaut doch mal hin an was für personal durch den Personalmangel wir tragen müssen / miteinander Arbeiten müssen, ich brauche zum mehr nerven und Zeit für das zum teil Nievolose /unmotivierte personal auf der Arbeit. daher liebe Pflegeleitungen und heimleitungen nur aus Spaarmassnahmen holt nicht alles rein mit dem Argument ..... waschen können die ja, wir sind nicht mehr im zeitalter von sauber warm satt.........

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Meier am 03.03.2013 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    Absonderliche Weltblick...ist ihre Sache

    ... und sich auf diese Art auf Facebook veröffentlichen ist auch ihre Sache aber dass sie dabei verstorbenen Privatpersonen abbildet und verhöhnt zeigt keinen Funken Anstand

  • Madame Blavatzky am 01.03.2013 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verletzung der Wuerde

    Es geht hier um die Verletzung der Würde eines verstorbenen Menschen. Diese ist von Blaze B. in krasser Art und Weise durch Veröffentlichung im "sozialen" Netzwerk mittels Bildern und psychotischem Kommentar dokumentiert. Eine gescheite Sexworkerin kennt ihr Berufsgeheimnis und lässt menschenverachtende Statements aus gegenüber der Allgemeinheit; auch wenn sie einen temporären Hilfspflegejob ausübt. Zu befürchten ist dass sie nach ihrer Bestrafung von der Sozialfürsorge abhängig wird.

  • Albert Einstein am 01.03.2013 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Perfide Suggestivfrage

    "Wie kann es überhaupt sein, dass eine Sadomaso-Prostituierte als Pflegerin unterwegs ist?" Das meiste ist gesagt. Doch die suggestive Schlussfrage ist perfid. Denn sie beleidigt alle Menschen, die SM als private Bereicherung sehen und im Alltag ihren Mann und ihre Frau stehen, in Anstand. Das gleiche gilt für Prostituierte. Spinner hingegen gibt es überall

    • Mark B am 01.03.2013 22:16 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Sie schadet nicht nur sich selber und die Pflege sondern auch alle gesunde SMler und Prostituierte.

    einklappen einklappen
  • Niala am 01.03.2013 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalös, unternehmt was...

    Grundsätzlich geht es um die patientin, hier ist was gröber schief gelaufen. Man sollte nicht prüfen ob rechtliche schritte eingeleitet werden müssen, die frau soll bestraft werden sie hat ethisch gegen jegliche gründsätze verstossen. Sie hat ganz klar gegen den Patientenschutz verstossen und einer Klientin gedemütigt ob diese Frau tod ist oder nicht in der Pflege ist der RESPEKT das wichtigste. Unternehmt entlich gegen solche Leute etwas.

  • sergio heller am 01.03.2013 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    mambo

    Ich möchte niemanden beleidigen, denn jeder hat Meinungsfreiheit. aber manche kommentaren hier sind wirklich sehr sehr schlimm!!!! so eine tat darf man weder gut reden noch rechtfertigen. klar sollte man beruf und freizeit trennen, aber man sollte auch zusammenhänge erkennen können! sehr schlimm solch eine tat!!!

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren