Lutzenberg AR

31. Dezember 2017 10:35; Akt: 31.12.2017 10:38 Print

Villa abgebaut, eingelagert und neu aufgebaut

Die Villa Tobler in Lutzenberg, 1904 vom berühmten Architekten Jacques Gros erbaut, steht zum Verkauf. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

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Im Jahre 1904 erbaute der berühmte Architekt Jacques Gros die Villa Tobler in Teufen. Benannt ist sie nach dem Stickereiindustriellen Fritz Tobler, der den Bau in Auftrag gegeben hatte. Fachleute ordnen sie «im Spannungsfeld von Heimatstil, Historismus und Schweizer Holzstil» ein, heisst es auf der Website. 1944 wurde die Villa der Familie Rohner-Schawalder verkauft, die sie zeitweilig als «Villa Höhenblick» an Feriengäste vermietete. 1983 ging die Villa an die Familie Lehmann-Lütscher. 2002 erteilte die Gemeinde Teufen dann die Abbruchbewilligung, weil eine Wohnüberbauung geplant war. Als die Familie Brandenberger 2006 vom Abbruch erfuhr, hat sie alles daran gesetzt, die Villa zu retten. Daniel Brandenberger, jetziger Besitzer der Villa, nahm sich vor, die Villa von Teufen nach Lutzenberg zu transportieren. «Wir durften abholen, was wir wollten», so Brandenberger. Die Familie entschied sich für die Fassaden der beiden oberen Stöcke ... ... das Dach ... ... und die markanten Türmli. Hier weitere Bilder vom Abtransport. Dito. Dito. Dito. Dito. Ein weiteres Bild vom Abtransport eines Turms. Während die Familie Brandenberger zwei Jahre auf die Baubewilligung der Villa am Standort der alten Spinnerei warten musste, mussten die Teile der Villa zwischengelagert werden. Hier ein Bild der Zwischenlagerung der Fassade. Dito. Dito. Dito. Dito. Ein weiteres Bild bei der Zwischenlagerung. Hier sieht man, wie ein Turm zwischengelagert wurde. Der neue Standort der Villa wurde eine alte, baufällige Stickerei in Lutzenberg. «Dieser idyllische, an einem Bach gelegene Ort eignet sich perfekt für den Wiederaufbau der Villa Tobler», schreibt die Familie auf ihrer Website. Die alte Spinnerei beim Abriss. Dito. «Mit Biegen und Brechen» erhielt die Familie dann endlich die Erlaubnis ... ... zum Wiederaufbau der Villa am neuen Standort in Lutzenberg. Hier ein Bild vom Wiederaufbau der Fassade. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Hier ein Bild zum Aufbau des Dachs. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Ein weiteres Bild vom Aufbau der Villa. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Dito. Danach wurde die Villa innen ausgebaut. Hier ein weiteres Bild vom Innenausbau. Dito. Dito. Dito. Dies der momentane Stand der Villa. Nun steht sie zum Verkauf.

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«Die Entscheidung, die Villa zu kaufen, kam aus dem Herzen heraus», sagt Daniel Brandenberger, Besitzer der Villa Tobler. 2006 wurde die Villa zu seinem Lebensprojekt, als die Familie erfuhr, dass sie einer Überbauung weichen soll. Solch ein spezielles Haus dürfe nicht einfach dem Erdboden gleichgemacht werden, schreibt die Familie auf ihrer Website.

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Die Villa wurde bereits vor über 100 Jahren, 1904, durch den berühmten Architekten Jacques Gros (1858–1922) in Teufen AR erbaut. In Auftrag gegeben hatte sie der Stickereiindustrielle Fritz Tobler, nach dem sie auch benannt ist.

Als die Brandenbergers 2006 erfuhren, dass die Gemeinde Teufen den Abbruch des Gebäudes bewilligt hatte, setzten sie alles daran, die Villa zu erhalten. Daniel Brandenberger wollte mit der Villa nach Lutzenberg AR umziehen: «Dieses Schmuckstück soll der Welt erhalten bleiben.»

Zweimal zwischengelagert

Das Projekt erwies sich dann als langwieriger Prozess. «Zuerst habe ich per Brief mein Interesse an der Villa bekundet», erinnert sich Brandenberger. Darauf habe er jedoch lange keine Antwort erhalten. Erst ein paar Jahre später erhielt die Familie Bescheid. «Dann musste alles schnell gehen. Wir durften abholen, was wir wollten», erzählt der Bauunternehmer weiter. Die Familie entschied sich für die Fassaden der beiden oberen Stöcke, das Dach und die eindrucksvollen Türmli.

Die Elemente mussten an zwei verschiedenen Orten zwischengelagert werden, da sich der vorgesehene Standort in Lutzenberg ausserhalb der Bauzone befand. «Auf die Baubewilligung mussten wir zwei Jahre warten und haben sie dann mit Biegen und Brechen erhalten», sagt der 56-Jährige. Und dies nur, weil die Villa vom Bund als «Zeitzeuge» taxiert worden ist.

In der Schweiz gebe es nur noch drei Gebäude, von denen man wisse, dass sie von Architekt Gros erbaut wurden, sagt Brandenberger. Eines davon ist das Grand Hotel Dolder in Zürich.

Zu gross geworden

Nach dem Wiederaufbau wollten die Brandenbergers die Villa als Mehrgenerationenhaus nutzen. «Das ist jedoch lange her, die Umstände haben sich geändert», sagt Tochter Célina Wagner. Deshalb steht die Villa jetzt zum Verkauf. Die Kosten sind für die Familie nicht mehr tragbar. «Ausserdem ist sie für meine Eltern allein einfach zu gross», so Wagner.

Die Villa kann man im Rohbau-Zustand kaufen: So könne der Käufer selbst entscheiden, wie sie im Innern aussehen soll. «Wir als Familie fänden es natürlich schön, wenn sie stilgerecht eingerichtet würde», erklärt Wagner.

In Anbetracht der Weihnachtszeit hat sich die Familie Brandenberger etwas Spezielles für die Villa ausgedacht: «Eines der Fenster soll ein Bleiglasfenster mit einem Natursujet werden, wie man es auch im Dolder antrifft», sagt der Vater.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Timbo am 31.12.2017 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande für die Gemeinde,

    ein respekt an den neuen Hausbesitzer und die Helfenden!

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  • Dani am 31.12.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Kompliment wie altes und neues mit einander verbunden wird und den Mut dazu so ein Projekt zu verwirklichen.

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  • Tinker Bell am 31.12.2017 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum Dito?

    Anstelle von Dito bei den Bildern, wäre es interessant gewesen, zu erfahren um welchen Teil resp. welchen Bereich, es sich handelt.. Schade..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marthin am 01.01.2018 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    teuer und schlechte Lage

    5.6 Mio soll sie jetzt kosten. Die neue Lage in einer schattigen Schlucht und umgeben von Wald finde ich nicht ideal. Hätte ich das Geld und wollte ein Haus kaufen, dieses wäre es nicht.

  • Katja Wohmann am 01.01.2018 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Haus zu retten scheint

    wertvoller zu sein, als sterbende Kinder in der 3. Welt zu retten. Klar im teuersten Land der Welt normal.

  • A. K. am 01.01.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum dort

    Finde das Haus wunderschön. Heutzutage kann man in diesem Stil fast nicht mehr bauen. Schade ist die neue Lage dieser prachtvollen Villa. Eine hässliche Aussicht /Standort .

  • V.D am 01.01.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Wo Geld im Spiel ist, spielen Heimat- un Naturschutz keine Rolle mehr! Siehe Bürgenstock und Andermatt!

  • Beatrice am 01.01.2018 03:05 Report Diesen Beitrag melden

    Villa Fritz Tobler

    Ein bisschen mehr Traditonsbewusstsein bei den Lutzenbergern könnte nicht schaden. Schweizer Schokolade wird, im Moment, vor allem, im Asien immer beliebter. Eine Investition in in das "Toblerhaus" von Lutzenberg, stände im Interesse der ganzen Gemeinde/Kanton AR. Ob Schokolade oder Stickerei, beides sind sehr erfolgreiche Traditionen und sollten somit auch den jüngeren Generationen eine Zukunftsperspektieve bieten (z. B . im Tourismus). Grüsse aus niederländisch Friesland, Beatrice Betz-Tobler (Tochter eines Fritz Tobler, Lutzenberg AR)