Bronschhofen SG

08. September 2016 18:15; Akt: 08.09.2016 18:26 Print

Wer einen Fischer verpfeift, bekommt Geld

Das Verbotsschild bei einem Weiher in Bronschhofen gibt Rätsel auf: Wer Fischer anzeigt, soll dafür eine Belohnung kassieren.

Aufruf zum denunzieren: Schild aus dem Jahr 1962 in Bronschhofen.
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«Beim Spazieren in Bronschhofen ist mir dieses Schild aufgefallen», erzählt Leser-Reporter Guido Benz. Dieses verspricht jedem, der einen Fischer am Weiher erwischt und verpfeift, die Hälfte der fälligen Busse.

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Im Weiher habe es viele Fische, einen Fischer habe er jedoch noch nie dort gesehen, sagt Benz. Und selbst wenn, würde er ihn bestimmt nicht anzeigen. «Ich würde mich, wenn schon, für mein Schweigen vom Fischer in Naturalien auszahlen lassen», sagt der 51-jährige Techniker aus Wängi TG lachend.

Bei der Stadt Wil, zu der die ehemalige Gemeinde Bronschhofen gehört, sind keine entsprechenden Anzeigen bekannt. Doch da das Schild seit über 50 Jahren beim Weiher hängt, kann die Stadt keine gesicherten Angaben machen. «Wenn jemand eine Anzeige einreichen und seinen Anteil einfordern würde, müssten wir erst die Rechtsgrundlage abklären», sagt Stadtschreiber Christoph Sigrist. «Doch bislang stellte sich die Frage nicht.»

Schild gibt Zeitgeist wieder

Auch bei der Kantonspolizei St. Gallen sind keine Anzeigen bekannt. «Zudem ist es heute so, dass eine Sanktion nicht an den Gemeinderat geht sondern durch die Staatsanwaltschaft geprüft würde», sagt Kapo-Sprecher Hanspeter Krüsi. Würde jemand Anzeige einreichen, würde man diese entgegennehmen und zur rechtlichen Beurteilung und Prüfung von einer Bestrafung der Staatsanwaltschaft zustellen.

Besitzer des Weihers ist die katholische Kirchgemeinde Wil. Dort wusste man bis Donnerstag nichts vom Schild, findet es aber noch witzig. Anzeigen sind auch hier keine bekannt. «Fische hat es noch einige im Weiher. Um diese kümmert sich ein Fischereiverein», sagt Cornelia Graf, Ratsschreiberin der Kirchgemeinde Wil. Das Schild werde man nicht entfernen. «Es ist ein historisches Schild, dass den Zeitgeist von damals wiedergibt», sagt Graf. Und: «Fischen ist dort nach wie vor verboten.»

Forellen für Flüsse

Das sieht auch Kurt Leutenegger, Fischereiobmann beim Sportfischerverein Sirnach, Münchwilen und Umgebung so: «Wir stören uns nicht an dem Schild, deshalb hängt es noch immer dort.» Im Weiher züchtet der Verein Forellen hoch, die später in Flüssen ausgesetzt werden. Deshalb sei das Verbot durchaus sinnvoll.

Das Schild stamme wohl vom Vorpächter des Weihers. Dieser sei als eher konfliktiv bekannt gewesen. Vermutlich habe dieser das Schild anbringen lassen. Belegen könne man das jedoch nicht.

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zuger am 08.09.2016 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Busse

    Wenn ich mich selber Anzeige muss ich dann nur die hälfte der Busse bezahlen??

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  • Gery am 08.09.2016 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau so ist es richtig

    Richtig so, da kann sich jeder der sonst nicht mit seinem Leben nicht klar kommt und keine anderen Probleme hat Leute in die Pfanne hauen, so wie es viele gibt die sich um Sachen kümmern die ihnen nichts an gehen. Wichtig ist das mann sich wichtig tut, wenn es zur Polizei nicht gereicht hat spielt mann halt Polizei.

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  • Sirene am 08.09.2016 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Mitkassieren ?

    Es gibt doch tausend solche Situationen, wo der eine die Arbeit macht, und der andere, der nichts macht (die Gemeinde) kassiert mit :-D Oder etwa nicht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gefangene Bachforelle am 09.09.2016 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    @Zuger

    Nein, bei Selbstanzeige müsste man nicht die Hälfte bezahlen, sondern den vollen Betrag und würde dann die Hälfte (natürlich abzüglich Bearbeitungsgebühr) wieder zurück erhalten. Irgendwie muss der Verwaltungsapparat auch beschäftigt werden!

  • Hubert K. am 09.09.2016 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonderprämie!

    Bekommt man auch eine Belohnung wenn man Leute verpfeifft die illegal Menschen in unser Land schmuggeln? Das hätte Potenzial um reich zu werden!

    • Qubert H. am 09.09.2016 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      ja klar

      hoffe es gibt dann auch eine Belohnung wenn man Leute verpfeifft die illegal Menschen unterstützen die ihre Kinder vor der KESB entführen.

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  • Peter G. am 09.09.2016 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Verbot ...

    ... ist nun mal ein Verbot, nicht mehr und nicht weniger. Ein Verbot hat oft einen guten Grund, und macht nur Sinn, wenn die Einhaltung überprüft werden kann. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Damit scheinen viele Mühe zu haben. Auch Diebstahl ist ein Verbot, das sollte nicht unbekannt sein. Gewisse Kulturen scheint dies nicht allzu bekannt zu sein und betrachten unsere Wohnungen und Häuser als Selbstbedienungsladen. Dies ist im Gegensatz zu dem im Bericht erwähnten Schild eher ein aktuelles Beispiel. Wer sich gerne bestehlen lässt, darf getrost Daumen nach unten drücken.

  • Herr Masugez am 09.09.2016 04:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    das die gewässer der welt eh schon überfischt sind, intresiert wohl keiner....deshalb binn ich für zucht, da die zich tonnen von fisch die täglich an land gezogen werden, nicht täglich reproduziert werden können.

  • Welltea am 09.09.2016 03:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnig

    Für sowas hat man wieder viel Zeit! Als meine Mutter vor 46 Jahren in die Schweiz kam, sagte man ihr damals: Jeder zweite gute Schweizer ist ein Polizist! ..Es hat sich nichts verändert und wir stehen als Nummer 1 da, als das unfreundlichste Land. #KeinWunder