St. Galler Dialekt

09. November 2017 18:35; Akt: 09.11.2017 18:35 Print

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«Hopp Sanggale!» heisst das erste St. Galler Mundart-Wörterbuch, herausgebracht von Susan Osterwalder. 20 Minuten hat getestet, wie gut St. Galler ihre Sprache kennen.

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Lompetrogge, Biilihung und Märzedrägg – das sind nur drei der rund 3000 Wörter und Redensarten, die im ersten St. Galler Mundartwörterbuch «Hopp Sanggale!» von Susan Osterwalder zu finden sind. Mit viel Fleissarbeit und Herzblut notierte die 55-Jährige in den letzten vier Jahren Mundartwörter und brachte schliesslich im Oktober das Buch heraus.

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Wörter sprudelten nur so heraus

Auf die Idee, dieses Wörterbuch zu schreiben, kam Mundart-Fan Osterwalder, als sie in ihrem 2014 im Appenzellerverlag erschienenen Buch «Fliegeralarm und Zwetschgenfladen» einen Mundartwörterteil mit «Untertoggeburger Usdrögg und Schpröch» integrierte. Danach seien ihr die alten Mundartwörter nur so ins Gedächtnis gesprudelt.

Osterwalder sammelte die Begriffe daraufhin. Viele Wörter erhielt sie auch von ihrer Familie oder im geschäftlichen Umfeld: «Ich musste mir dann die Wörter immer wieder schnell aufschreiben oder mir ein SMS senden, um es danach für das Buch zu notieren», sagt Osterwalder am Donnerstag gegenüber 20 Minuten. Darum habe die Entstehung des Buchs sehr lange gedauert.

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Bereits Neuauflage geplant

Mit ihrem Wörterbuch nimmt die Autorin ihre Leser auf eine spannende Reise durch die St. Galler Mundart mit. Und das begeistert: «Ich bin etwas überrumpelt worden von so vielen Bestellungen aus der ganzen Schweiz», sagt sie. Besonders viele Heimweh-St. Galler hätten sich gemeldet, die das Buch für sich oder als Geschenk bestellen wollten.

Im Buch finden sich nicht nur deutsche Erklärungen für Mundart-Begriffe und Redensarten, sondern auch Alltagsgeschichten in St. Galler Mundart. «Ich wollte keinesfalls ein langweiliges, verstaubtes Wörterbuch herausgeben», so die Buchautorin weiter.

Keine Angst, St. Galler Mundartbegriffe zu benutzen

Zusammen mit dem Thurgauer landet der St. Galler Dialekt meist auf den letzten zwei Plätzen in der Beliebtheitsskala der Schweizer Dialekte. Mit ihrem Buch will Osterwalder dagegen ankämpfen: «Mir ist es wichtig, unsere schöne St. Galler Mundart zu pflegen. Sonst gibt es bald nur noch Anglizismen», sagt sie.

Damit ist sie offenbar nicht alleine. «Ich traue mich endlich wieder, solche Wörter zu benutzen, ohne dass ich wie ein Bauer töne», sei nur eine der Rückmeldungen aufs Buch. Darüber freut sich Osterwalder. Ihr Buch soll nicht nur gelesen, sondern auch benutzt werden. «Wenn mir das mit dem Buch gelingt, dann habe ich mein Ziel erreicht.»

Das Buch können Sie hier bestellen.

(lad)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mile am 09.11.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer

    Finde ich super. Biilihung sagen wir auch in Glarus. Und Bibääbelä sagt man auch im Kanton SZ. Dialekte sind schön. Niemand sollte sich dafür schämen...

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  • GalluS. am 09.11.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Seid stolz auf unsere Mundart

    Jeder Dialekt hat es verdient mit Wörterbüchern oder Mundartromanen gewürdigt zu werden. Wir Schweizer sind uns ja zu wenig bewusst, wie einmalig unsere Sprache ist.

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  • Nic111 am 09.11.2017 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sangalle

    Interessant ist das alle Kantone/ Dialekte ähnliche Ausdrücke haben aber die Sangaller machen ein Buch draus! Die sind irgendwie einfach stolz auf ihre Region und zeigen das auch was mir gefällt. Ob Olma oder FC SG oder Säntis( grösste Schweizer Fahne auf dem Gipfel, sogar Weltrekord) die stehen hinter ihre Region.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fraz am 10.11.2017 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mundart pflegen!

    Rumpelsurig, Herrgottetierli, Schiissgelte... Es gibt so viele herrliche Ausdrücke in unserer Sprache. Wir sollten acht geben das sie nicht in Vergessenheit geraten. Es wäre sooo schade um sie.

    • errare humanum est am 13.11.2017 01:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fraz

      Ich mag den kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz, die Karten darin sind höchst informativ.

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  • Zürischnurä am 10.11.2017 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde so gerne...

    Wenn ich nur diesen englischen Akzent loswerden könnte.

  • Städtler am 10.11.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Authentizität

    Ist ja gut gemeint, aber als Einheimischer sollte man schon den Namen richtig schreiben können: Sangallä. Sanggale sieht für mich eher wie ein Krebsgeschwür aus. Ein 'g' zu viel, ein 'l' zu wenig und ja nicht ein 'e' am Schluss.

    • arnold paulsen am 12.11.2017 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      peinlicher kommentarschreiber...

      wenn man schon etwas besser wissen will, dann sollte man es tatsächlich besser wissen- oder peinliche kommentare unterlassen. der buchtitel ist absolut korrekt! endlich wird sanggale mal richtig geschrieben! aber sprachliches fachwissen ist halt nicht jedermanns sache...

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  • Werni am 10.11.2017 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na, endlich!

    Ich hab schon befürchtet, des Schweizers Lieblingsbeschäftigung wäre untergegangen. Hab schon Entzugserscheinungen gehabt. Leute, bleibt am Ball und lasst nicht nach, bis unsere Wörterbücher den Umfang des Grimmschen Wörterbuches erreicht hat. Dann endlich haben wir eine eigene Sprache.

  • Arno am 10.11.2017 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    St.Galler ist schön

    Es gibt nur einen unausstehlichen Dialekt und das ist der Walliser,einfach grausam für die Ohren.

    • Berner Bär am 10.11.2017 08:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Arno

      Da ist ihre Privatmeinung... Ich rate Ihnen, nie im Prättigau, im Walsertal oder im Klostertal Ferien zu verbringen, denn die sprechen Walserdeutsch. MaW: Deren Vorfahren kamen vor rund 500 Jahren aus dem Oberwallis.

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