Nach Mord in Genf

14. September 2013 09:43; Akt: 15.09.2013 05:46 Print

«Er hatte etwas Bestialisches an sich»

Der Vergewaltiger, der die Genfer Therapeutin Adeline M. ermordet haben soll, ist weiter flüchtig. Eine Gerichtspsychiaterin, die den Mann kennt, stuft ihn als hochgefährlich ein.

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Am 15. September hat Interpol Fabrice Anthamatten international zur Haft ausgeschrieben. Er hat wohl die Therapeutin Adeline M. entführt und umgebracht. Noch am gleichen Tag wird er an der deutsch-polnischen Grenze verhaftet. Vorher lieferte er sich eine spektakuläre Flucht. Bewaffnete Polizisten stehen am 13. September .2013 bei einem Grosseinsatz auf der Suche nach dem Vergewaltiger und mutmasslichen Mörder vor dem «Alten Zollhaus» in Weil am Rhein (Baden-Württemberg). Die Spur des 39-jährigen Haeftlings hat sich am Bahnhof in Weil am Rhein verloren. Gemäss jüngstem Bericht der «Badischen Zeitung» ist Anthamattens Aufenthaltsort unbekannt, wahrscheinlich hat der die Dreiland-Region um Basel verlassen. Er konnte sich wohl per Zug absetzen, seine Fahrtrichtung ist jedoch noch unklar. Am 13. September 2013 fand die Polizei den Leichnam der Sozialtherapeutin Adeline Morel im Bois d'Avault bei Versoix. Der Körper der Frau steckte in einem Sack. Die Suche nach dem mutmasslichen Täter läuft auf Hochtouren. Laut diversen Medien führt die Spur nach Norden. So soll das Handy von Adeline Morel in Basel geortet worden sein. Darauf suchten Schweizer Polizisten in einem Helikopter der deutschen Polizei mit einer Wärmebildkamera nach dem Flüchtigen. Auch deutsche Medien melden Suchaktionen. So soll im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Genf im südbadischen Weil am Rhein ein Haus durchsucht worden sein. Gegen 11 Uhr morgens am Donnerstag verschwand Adeline Morel während eines begleiteten bewilligten Freigangs. Die Frau ging nicht mehr ans Telefon. Die beiden waren in einem weissen Citroën Berlingo mit dem Kennzeichen GE 719 149 unterwegs. Der verdächtige Häftling heisst Fabrice Anthamatten, ist 181 gross, mit rasiertem Kopf. Er ist Brillenträger. Er trug zuletzt eine blaue Jacke, braune Cargo-Hosen und eine schwarze Mütze.

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Die Polizei müsse den flüchtigen Täter, der in Genf eine Sozialtherapeutin getötet haben soll, rasch finden.

Die französische Gerichtspsychiaterin, die den Mann bei seinem Prozess 2003 beobachtete, ist überzeugt davon, dass der Mann jederzeit wieder zuschlagen könne.

Jetzt, wo der mutmassliche Täter die «Droge Gewalt» gekostet habe, werde er wieder einsteigen. «Das ist eine Bombe, die jederzeit hochgehen kann», sagte Liliane Daligand, Gerichtsexpertin und Professorin an der Universität Lyon der Westschweizer Zeitung «Le Matin» vom Samstag.

«Etwas Bestialisches»

An den 2003 in Frankreich Verurteilten erinnere sie sich als einen «eisigen» Mann, der etwas «Bestialisches» an sich gehabt habe. «Ich finde es unglaublich, dass man eine Frau allein mit diesem Typen gelassen hat», sagte Daligand im Interview weiter.

Am Samstagmorgen war der 39-jährige Mann nach wie vor flüchtig, wie es bei der Genfer Staatsanwaltschaft auf Anfrage hiess. Wie Westschweizer Medien berichteten, wurde der mutmassliche Mörder von Adeline in einem Tram in Riehen gesichtet. Danach verflüchtigte sich aber die Spur.

Zu den Umständen des Todes der 34-jährigen Sozialtherapeutin wollte der Staatsanwalt keine weiteren Angaben machen. Auch nicht zu Medienberichten, wonach der Mann auf dem Weg zur Reittherapie ein Messer gekauft haben, um die Hufe der Pferde reinigen zu können.

Freigänge sistiert

Die erfahrene Psychologin sollte den wegen zweifacher Vergewaltigung zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilten Insassen am Donnerstag zu einem Freigang begleiten. Als die beiden um 11 Uhr nicht im Reitstall eintrafen und die Therapeutin nicht auf Handyanrufe reagierte, wurde Alarm geschlagen.

Am Freitag wurde die Leiche der Frau in der Nähe der Reithalle wenige Kilometer ausserhalb Genfs gefunden. Die Genfer Regierung kündigte eine Administrativuntersuchung an und sistierte alle Freigänge.

(kub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sksh am 14.09.2013 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klever

    Ist aber auch besonders klever eine Frau mit einem 2-fachen Vergewaltiger auf "ein Date" zu schicken. Warum lasst ihr nicht gleich ein paar Pädophile einen Kindergarten leiten? Oder warum bezahlt ihr einem Messerstächer nicht noch den Kickboxungerricht? Oh, stimmt ja.. Mein Fehler - das hatten wir ja bereits..!

  • Petra am 15.09.2013 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    chemisch Kastrieren!

    In Amerika machen sie das um die Triebe zu mindern. Und warum solche höchstgefährlichen Typen Freigänge machen können ist höchst fragwürdig. Das ist doch kein Pfadilager sondern ein Strafvollzug, und ein mehrfacher Vergewaltiger kann sich nie wieder in die Gesellschaft reintegrieren.

  • Janosch Kunz am 14.09.2013 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Janosch

    Ein Vergewaltiger/Mörder/Verwahrter sollte einfach seine Haftstrafe im Gefängnis absitzen und fertig! Warum werden überhaupt Freizeitangebote (das mit dem Pick-Nick kennen wir schon) und Kuschel-Fahrten für solche Menschen veranstaltet? ....für irgendeinen Grund sitzt er ja im Gefängnis! Kann verstehen warum einige Menschen es nicht mehr stört, für ein Delikt eine "gute Zeit" im Gefängnis zu verbringen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Petra am 15.09.2013 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    chemisch Kastrieren!

    In Amerika machen sie das um die Triebe zu mindern. Und warum solche höchstgefährlichen Typen Freigänge machen können ist höchst fragwürdig. Das ist doch kein Pfadilager sondern ein Strafvollzug, und ein mehrfacher Vergewaltiger kann sich nie wieder in die Gesellschaft reintegrieren.

  • Les am 15.09.2013 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Hatte Angst? Darum geht man spazieren alleine mit einem gefährlichen Soziopathen? Nicht verharmlosen verdammt!

  • Vertigo am 15.09.2013 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Freigang für hochgefährliche psychopathen...das gibt es auch nur bei uns schweizer. Klar lachen alle über uns.....

  • Reto Hoppler am 15.09.2013 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dummheit in uns selbst

    Alles beginnt eigentlich bei uns allen selbst. Unser Gehirn ist rational wie irrational - kreativ und fantasievoll. Deshalb haben wir Tag für Tag den Kampf gegen unser Affengehirn und wollen an was glauben - deshalb gehen wir Hochstaplern auf den Leim - glauben Priestern dass sie Gott begegnet sind - versuchen die Psyche anderer zu durchschauen ja gar zu therapieren - glauben an Wunder und irgendwelchen möglichen obskuren Kräften die gar gesteuert werden können - so ist es nich verwunderlich dass immer wieder solche Geschichten passieren.

  • Der Doctor am 15.09.2013 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überspannt

    Das Mass ist überspannt.... Man sollte die Regierung vor die Türe setzen oder zumindest Mitanklagen. Die haben doch den gesunden Menschenverstand verloren. Naja bei unserer Regierung würde es mich nicht verwundern wen der Täter jemals wieder gefunden würde.