Mutter des Killers von Adeline M.

20. März 2017 14:04; Akt: 20.03.2017 14:04 Print

«Ich will meinen Sohn nie wieder sehen»

Fabrice Anthamatten steht bald erneut für die Tötung von Adeline M. vor Gericht. Die Mutter des Täters sagt nun, sie wolle mit ihrem Sohn nichts mehr zu tun haben.

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Die Mutter von Fabrice Anthamatten während des Interviews mit dem Westschweizer TV-Sender RTS. Auf dem Tisch liegen Kinderfotos des Mannes, der die Therapeutin Adeline M. brutal getötet hat. Während vielen Jahren hat Anthamattens Mutter ihren Sohn immer wieder im Gefängnis besucht Doch damit ist nun Schluss: «Ich will ihn nie wieder sehen, ich habe genug gelitten», sagt sie. Dieses Foto zeigt Fabrice Anthamatten als Kleinkind mit seiner Mutter. Wegen der Tötung von Adeline M. steht Anthamatten im Mai 2017 vor Gericht - zum zweiten Mal. Der erste Prozess scheiterte wegen Befangenheit der Richter. Die Schlüsse von Experten im ersten Prozess: Der Angeklagte Fabrice Anthamatten hat eine gespaltene Persönlichkeit. (3. Oktober 2016) Fabrice Anthamatten musste sich ab Montag, 3.Oktober 2016, in Genf vor Gericht verantworten. Er soll die 34-jährige Adeline M. im September 2013 getötet haben. Für den Prozess waren rund zwei Wochen anberaumt. Am Montag, 3.Oktober 2016, wurde Fabrice Anthamatten zum Gerichtsgebäude in Genf gefahren. Die Tat erschütterte damals die ganze Schweiz. Auch Adelines Eltern nahmen am Prozess teil. Sie kamen in Begleitung des Anwalts Simon Ntah. Sie könnten niemals akzeptieren, auf welche Art ihre Tochter umgebracht worden sei, sagten sie der «Tribune de Genève». Dutzende Menschen kamen zum Prozessauftakt. Der Genfer Staatsanwalt Olivier Jornot vertrat die Anklage. Verteidigt wurde Anthamatten von Anwalt Yann Arnold ... ... und Leonardo Castro (links). Am 15. September 2013 wurde Fabrice Anthamatten an der deutsch-polnischen Grenze verhaftet. Diese Bilder zeigen, wie der mutmassliche Killer von Adeline M. am 16. September der Staatsanwaltschaft im polnischen Stettin vorgeführt wurde. Mit einem Citroën Berlingo war Anthamatten bis an die Grenze zu Polen geflohen. Am 16. Dezember wurde Fabrice Anthamatten in ein Waadtländer Gefängnis überführt. Zuvor hatte Polen den mutmasslichen Mörder an die Schweiz ausgeliefert. Der verurteilte Vergewaltiger war am 12. September 2013 auf Freigang - gemeinsam mit seiner Therapeutin Adeline M. Noch am gleichen Tag wurde ihre Leiche in einem Wald in Versoix GE gefunden. Adeline M. (34) hinterliess eine damals acht Monate alte Tochter.

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Die Bluttat erschütterte vor dreieinhalb Jahren die Schweiz: Während eines Freigangs, der ihm für den Besuch einer Reittherapie gewährt worden war, tötete der verurteilte Vergewaltiger Fabrice Anthamatten seine Betreuerin Adeline M.* (34). Im Mai muss er sich erneut vor Gericht für die Tat verantworten. Zwar war Anthamatten bereits im Oktober 2016 der Prozess gemacht worden, wegen Befangenheit der Richter muss er jedoch wiederholt werden.

Die Mutter von Anthamatten hat sich nun zum ersten Mal in den Medien über ihren Sohn geäussert. Im Interview mit der Sendung «Mise au point» des Westschweizer TV-Senders RTS erzählt sie, sie habe ihren Sohn während vielen Jahren immer wieder im Gefängnis besucht. Doch damit sei nun Schluss: «Ich will ihn nie wieder sehen.» Sie ertrage es nicht mehr, sie habe genug gelitten.

«Was er über mich sagte, sind alles Lügen»

Immer wieder habe sie versucht, mit ihrem Sohn über seine Taten zu sprechen – vergeblich. Jedes Mal habe er das Thema gewechselt und lieber über den Gefängnisalltag gesprochen. Besonders zu schaffen machte der Mutter, dass Anthamatten sich vor Gericht sehr negativ über sie geäussert hat, sie als herzlose Mutter darstellte, die ihr Kind misshandelte. «Alles Lügen», sagt sie zu RTS.

Ihr Sohn versuche damit, die Schuld für seine Taten auf sie abzuschieben. Doch damit müsse er aufhören, er müsse endlich zu seiner Verantwortung stehen. «Ich habe ihn nicht als Monster geboren, zum Monster ist er später durch das geworden, was er getan hat.»

Mutterliebe sei etwas, was man nicht abschalten könne, sagt sie. «Ich liebe meinen Sohn. Doch ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben.»

*Name der Redaktion bekannt

(lüs)