Vernier GE

22. Februar 2017 17:49; Akt: 22.02.2017 17:49 Print

Jugendliche rufen Polizei und werfen mit Steinen

Unter falschem Vorwand lockten acht Minderjährige monatelang Polizisten und Feuerwehr in ihr Quartier und bewarfen sie anschliessend mit Steinen. Jetzt wurden sie festgenommen.

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Das Quartier Lignon in Vernier GE ist fast eine kleine Stadt. Beinahe 10'000 Menschen leben hier. Lignon ist unter anderem wegen seines riesigen Gebäudekomplexes bekannt. Es misst über einen Kilometer und zählt zu den längsten der Welt. Acht seiner Bewohner wurden nun von der Polizei verhaftet. Sie werden verdächtigt, Polizei- und Feuerwehrautos mit Steinen beschädigt zu haben – über Monate hinweg.

Die Verhafteten sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, schreibt «Le Matin». Sie hatten nicht auf eine Gelegenheit gewartet, sondern bestellten die Einsatzkräfte jeweils unter einem Vorwand ins Quartier. Als diese eintrafen, wurden sie von den Jugendlichen angepöbelt und die Autos mit Steinen beworfen. «Es war klar organisiert», erzählt ein Feuerwehrmann der Zeitung. Einmal sei ein Feuerlöscher nahe eines Fahrzeugs am Boden gelandet. Es sei nicht auszudenken, welche Konsequenzen dies gehabt hätte, wäre ein Feuerwehrmann getroffen worden, beklagt sich der Mann.

«Leute fühlen sich im Stich gelassen»

Ein Polizist nennt das Steinewerfen «eine Spezialität von Lignon». In gewissen Quartieren habe man es auf «Bullen» abgesehen. Einige machten keinen Unterschied zwischen Polizisten und Feuerwehrleuten.

Zustände, die man sonst eher aus französischen Banlieues kennt. Im Quartier selbst will man sich damit aber nicht vergleichen. Doch gerade so beginne es, warnt Stadtrat François Ambrosio. Sein MCG-Parteikollege André Sotomayor ergänzt: «Das Gefühl der Unsicherheit ist real und die Leute aus Lignon fühlen sich im Stich gelassen.» Yves Magnin (CVP) fordert, Vandalen zu bestrafen. Das dürfte nun auch passieren: Die acht Verhafteten werden dem Jugendrichter vorgeführt.

(vro)