Grenzwacht

16. Januar 2017 21:08; Akt: 16.01.2017 21:08 Print

Besitzer sperren Welpen 24 Stunden in Kartonkiste

Von Portugal bis in die Schweiz mussten vier kleine Hunde in einer Box ohne Luftlöcher ausharren, bevor sie gerettet wurden. Mittlerweile sind die Besitzer die Hunde los – und dazu ihr Auto.

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Am Grenzübergang in Moillesulaz GE haben Zöllner am Donnerstag ein Auto aus dem Verkehr gezogen, in dem eine Kartonkiste voller Welpen auf dem Rücksitz transportiert wurde. Die vier Tiere waren dehydriert, lagen in Exkrementen und die Kiste hatte keine Luftlöcher zum Atmen. Zwei weitere Hunde befanden sich im Kofferraum des Autos mit Bündner Kennzeichen.

«Was besonders schockiert, ist, dass sie so 24 Stunden lang gereist sind», sagt Michel Bachar, Sprecher des Genfer Grenzwachkorps. Das kantonale Veterinäramt wurde informiert, da drei der Welpen weniger als drei Wochen zuvor gegen Tollwut geimpft worden waren und der vierte Welpe überhaupt nicht. Um einen Hund in die Schweiz einführen zu dürfen, muss dieser jedoch mindestens 21 Tage zuvor gegen Tollwut geimpft worden sein.

Hunde weg, Auto weg

Die vier vernachlässigten Hunde wurden in ein Tierheim in Collex-Bossy überstellt, wo sie nun aufgepäppelt werden. Danach sollen sie in Tierheime anderer Kantone der Romandie gegeben werden, von wo aus sie adoptiert werden können.

Gegen die beiden Besitzer wurde ein Verfahren wegen Tierquälerei eröffnet. «Diese Art von Fällen kommt rund ein Dutzend Mal vor im Jahr, wir sind bei dieser Problematik sehr aufmerksam,» sagt Bachar.

Das Auto der beiden Portugiesen wurde konfisziert, weil sie die 1500 Franken Anzahlung der Busse nicht begleichen konnten. Den Hundewelpen gehe es mittlerweile wieder gut, sagt die Tierheim-Leiterin.

(leo/vro)