Keine Auslieferung

30. November 2012 17:07; Akt: 30.11.2012 17:07 Print

16 Jahre Haft für französischen Forscher

Der zweite Gang vor Gericht fiel für den französischen Genetiker, der in der Schweiz seine Stiefmutter getötet haben soll, nicht günstig aus: Er wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt – in Abwesenheit.

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Familienmitglieder umringen Laurent Segalat (2.v.r) am Donnerstag, 29. November, während einer Pause im Berufungsprozess. Am Freitag, 30. November, erschien der französische Genetiker nicht zur Urteilsverkündung, um einer Verhaftung zu entgehen.

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Der Angeklagte Laurent Segalat war im ersten Prozess aufgrund bestehender Zweifel und nach dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft konnte damals nicht eindeutig rekonstruieren, was damals wirklich geschehen war.

Dies gelang ihr jetzt offenbar besser: Das Waadtländer Appellationsgericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann jetzt zu 16 Jahren Haft. Allerdings erschien Segalat am Freitag nicht zur Urteilsverkündung vor dem Berufungsgericht in Lausanne. Der Staatsanwalt hatte für den Fall eines Schuldspruchs die sofortige Verhaftung des 48-Jährigen angekündigt.

Generalstaatsanwalt Eric Cottier begründete dies mit dem hohen Fluchtrisiko. Der Angeklagte ist französischer Staatsbürger und lebt in Thonon (F). Dass der französische Staat einen eigenen Staatsbürger ausliefert, gilt als eher unwahrscheinlich.

Freies Geleit an nur einem Prozesstag

Um ohne Risiko am ersten Prozesstag in Lausanne teilnehmen zu können, hatte der Franzose am Donnerstag sogenannt freies Geleit erhalten. Weil dies jedoch nicht für den zweiten Prozesstag galt, erschien er am Freitag nicht mehr vor dem Gericht. Das Risiko einer Verhaftung erschien ihm wohl zu hoch.

Das tödliche Drama hatte sich am Abend des 9. Januar 2010 ereignet: Die damals 66-jährige Stiefmutter des Angeklagten war tot von ihrem Stiefsohn in Vaux-sur-Morges VD aufgefunden worden. Der Genetikspezialist geriet aufgrund seiner Aussagen schnell unter Verdacht, etwas mit dem Tod der Gemeindepolitikerin zu tun zu haben.

Er wurde verhaftet und verbrachte insgesamt 28 Monate in Untersuchungshaft. Während der ganzen Zeit beteuerte er seine Unschuld.

(sda)

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