Ausbeutung in Genf

25. November 2013 15:51; Akt: 25.11.2013 15:51 Print

300 Franken Miete für Bett auf Balkon bezahlt

von Julien Culet - Ein Genfer Arbeitgeber hat Sans-Papiers als Bauarbeiter angestellt und für hohe Mieten in einer kleinen Wohnung untergebracht. Ein Paar schlief auf dem Balkon – für 300 Franken.

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Auf einem dieser Balkone im Genfer Quartier Les Acacias lebte ein Paar für 300 Franken Miete pro Monat. (Bild: 20 minutes)

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«Wir wurden behandelt wie Tiere!», sagt Antonio (Name geändert). Sein ehemaliger Arbeitgeber hatte ihm eine Unterkunft für ihn, seine Frau und die 11-jährige Tochter versprochen. Als die Familie aus Spanien nach Genf einreiste, wurde sie mit einem halben Dutzend Personen in einer kleinen Wohnung im Genfer Quartier Les Acacias untergebracht, wie der Mann gegenüber 20 minutes sagte.

Neben seinem Arbeitgeber und dessen Tochter wohnten dort vier andere Sans-Papiers. Ein peruanisches Paar schlief auf dem Balkon. Pro Bett mussten sie 800 Franken pro Monat zahlen, der Platz auf dem Balkon kostete 300 Franken.

Die Tage verbrachten die Arbeiter auf Baustellen. «Maurer-, Klempner- und Malerarbeiten – das alles mussten wir machen – ohne bezahlt zu werden», sagt Antonio. Seit April habe er weniger als 1000 Franken verdient. Aus diesem Grund hat er die Stelle Mitte Oktober gekündigt. «Meine Familie war im August auch in die Schweiz gezogen. Zwei Monate später gingen wir, weil sich unsere Situation nicht verbessert hatte.»

Arbeitgeber ist mittlerweile konkurs

Laut der Genfer Gewerkschaft SIT sind die Chancen gering, dass die ausgebeuteten Arbeiter ihr Geld sehen werden. «Die Firma ist mittlerweile konkurs», sagt Jorge Klappenbach, der sich bei der Gewerkschaft mit dem Dossier befasst. «Und es ist in solchen Fällen oft schwierig, eine betrügerische Absicht nachzuweisen.» Bei der betreffenden Firma war keine Stellungnahme erhältlich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz S. am 25.11.2013 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort Verhaften !

    - bei solch einer ausgeprägten Gier müssen sofortige,harte Massnahmen ergriffen werden !

  • fritz moser am 25.11.2013 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bundesrat

    hat ja heute gesagt es hat genügend wohnraum ironie off.

    einklappen einklappen
  • Kritiker am 25.11.2013 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig falsch gemacht

    mein Chef hatte im Ausland eine Tochterfirma gegründet. Die Leute dort hat er dann in die Schweiz beordert, ohne Arbeitsbewilligung. Aufgeflogen ist er nach Jahren nur weil er verpfiffen wurde nachdem er sich auch mit anderen Angestellten angelegt hatte. In der Zeitung hiess es dann: "Schwarzarbeiter verhaftet"! Vom Chef als Täter natürlich kein Wort. Der war auch sonst schlauer, er hat seine Firma für ein paar Dutzend Millionen verkauft bevor er Konkurs gegangen wäre. In Zürich kontrollieren etwa 10 Arbeitsinspektoren ein paar 100'000 Beschäftigte, ein Witz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • CA SG am 26.11.2013 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hoert auf zu motzen!

    Ich weiss nicht was ihr alle habt, die Leute kommen in die Schweiz weil sie dort wo sie herkommen gar nichts haben. Sie konnten arbeiten und hatten ein Dach ueber dem Kopf..was motzt ihr alle rum... ausgenutzt wird jeder Mensch,solang du nicht an der Speerspitze bist, und dass schaffst du nicht ohne richtigen zubehoer..und die Sklaverei ist das aelteste Geschaeftsmodel, Ihr lebt darin!!

  • patrick am 26.11.2013 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    wer's braucht...

    entwickle mich nach diesem abstimmungssonntag auch zum emozionslosen diskriminierer. darum ist der fall genf für mich nur eine frage von angebot und nachfrage.

  • Hess am 26.11.2013 02:26 Report Diesen Beitrag melden

    Interesante

    der Spanier hat gesehen , wie die Situation hear ist und troztdem ist seine Frau mit Tochter in die Schweiz gekommen........ jetzt wird es ihnen eine Wohnung von 2500 Fr bezahlt und alles was noch dazu kommt..... Superrrr. Ich werde auch Sozialhilfe beantragen....

    • Ines am 26.11.2013 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Hess

      Im Artikel steht, dass die Spanier gegangen sind (wahrscheinlich in ihr Heimatland). Und Sans-Papiers bekommen keine Sozialhilfe.

    • samstar am 26.11.2013 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      unnötige kommentar

      haste mal gesehn wie schlecht den Spaniern geht?

    einklappen einklappen
  • Sue R. am 25.11.2013 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    inakzeptabel!

    Ganz mieses Gebaren dieses Geschäftsmannes. Er nutzt die Notlage dieser Menschen schamlos aus, auch wenn ich nicht ganz glücklich bin über die "Sans-Papiers", so gibt dies niemandem das Recht, so zu handeln. Hoffentlich wird er hart bestraft!

  • Kritiker am 25.11.2013 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig falsch gemacht

    mein Chef hatte im Ausland eine Tochterfirma gegründet. Die Leute dort hat er dann in die Schweiz beordert, ohne Arbeitsbewilligung. Aufgeflogen ist er nach Jahren nur weil er verpfiffen wurde nachdem er sich auch mit anderen Angestellten angelegt hatte. In der Zeitung hiess es dann: "Schwarzarbeiter verhaftet"! Vom Chef als Täter natürlich kein Wort. Der war auch sonst schlauer, er hat seine Firma für ein paar Dutzend Millionen verkauft bevor er Konkurs gegangen wäre. In Zürich kontrollieren etwa 10 Arbeitsinspektoren ein paar 100'000 Beschäftigte, ein Witz.