A1-Sperrung

20. März 2014 08:44; Akt: 20.03.2014 14:45 Print

Car geht in Tunnel in Flammen auf

Der Arrissoules-Tunnel im Kanton Freiburg war über mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt. Grund war ein Carbrand. Die 40 Passagiere konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

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Ein Reisecar mit 42 Personen an Bord hat am Donnerstagmorgen im Arrissoules-Tunnel auf der A1 bei Yvonand VD Feuer gefangen. Alle Passagiere konnten über den Fluchtstollen evakuiert werden und blieben unverletzt. Die beschädigte Tunnelröhre bleibt voraussichtlich mehrere Tage geschlossen.

Der von zwei Fahrern begleitete Reisecar stammte aus dem Kanton Neuenburg und hatte 40 Passagiere, grösstenteils ältere Personen, an Bord. Die organisierte Reise sollte in die Niederlande führen. Kurz nach der Abfahrt, als der Reisebus um zirka 7.40 Uhr auf der Autobahn A1 von Yverdon in Richtung Payerne unterwegs war, trat ein Problem auf.

Der Chauffeur stoppte den Bus im Arrissoules-Tunnel. Er stellte fest, dass starker schwarzer Rauch unter dem Reisecar hervorquoll. Der Fahrer versuchte, das Feuer mit einem Handfeuerlöscher zu löschen. Als ihm dies nicht gelang, liess er den Car evakuieren, wie Jean-Christophe Sauterel, Mediensprecher der Waadtländer Kantonspolizei, der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Keine Panik bei Evakuierung

Die Passagiere konnten selber aus dem Car aussteigen und sich zu Fuss zum Fluchtstollen begeben, über den sie die andere, auf der Jura-Seite gelegene Tunnelröhre erreichten. Das Ganze spielte sich laut der Polizei ohne Panik ab. Die Reisenden wurden von der Freiburger und Waadtländer Polizei sowie der Feuerwehr und Ambulanzen betreut, bevor sie nach Yverdon-les-Bains gebracht wurden.

Verletzt wurde niemand. Das Sicherheitsdispositiv im Tunnel hat laut Sauterel korrekt funktioniert. Sobald die Zentrale in Lausanne Kenntnis vom Feuer hatte, liess sie die beiden Tunnelröhren sperren. Fahrzeuge, die bereits im Tunnel waren, wurden rückwärts aus dem Tunnel evakuiert.

Technischer Defekt vermutet

Gut funktioniert hat laut Sauterel auch das Absaugen des dicken Rauches, der weitherum sichtbar war. Die Businsassen hätten keine Rauchvergiftung davongetragen, allerdings hätten vier von ihnen geklagt, dass sie Mühe mit der Atmung hätten, dies habe vermutlich aber eher mit asthmatischen Problemen zu tun gehabt, erklärte Sauterel.

Der Car wurde total zerstört. Im Tunnel waren drei Explosionen zu hören, als die Reifen platzten. Nach dem Löschen der Flammen blieb nur ein komplett ausgebranntes Wrack übrig. Dieses wurde von der Waadtländer Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und sollte noch im Verlauf des Tages abtransportiert werden. Die Unfallursache ist noch unklar. Im Vordergrund steht ein technischer Defekt.

Tunnelröhre ab 15 Uhr wieder offen

Am Tunnel entstand wegen der grossen Hitzeentwicklung beträchtlicher Schaden an der Infrastruktur, namentlich am Sicherheits- und Signalisationssystem. Der drei Kilometer lange Arrissoules-Tunnel an der Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg war bis 12 Uhr in beiden Richtungen gesperrt.

Im Grossraum Payerne kam es zu Verkehrsbehinderungen. Autolenkern von Lausanne nach Bern und umgekehrt wurde empfohlen, auf die A12 über die Freiburger Voralpen auszuweichen. Diese beginnt bei der Verzweigung La Veyre bei Vevey VD und führt über Freiburg nach Bern. Die unversehrte Tunnelröhre Richtung Yverdon/Lausanne wurde den Angaben zufolge kurz vor 15 Uhr wieder geöffnet und war in beiden Richtungen befahrbar, also auch Richtung Murten/Bern.

(woz)