Verfolgung in Montreux

20. September 2012 06:46; Akt: 20.09.2012 19:14 Print

Mustang-Raser - suchte ihn die Polizei?

Ein 45-jähriger Mann rast auf der Autobahn durchs Wallis nach Montreux. Dort wird er von einer Polizeipatrouille gestoppt und erschossen. Offenbar hat die Polizei nach dem Mann gesucht.

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Er rast auf der Autobahn durch das Wallis, ignoriert eine Polizeikontrolle, steigt in Montreux bewaffnet aus dem Wagen aus und stirbt schliesslich durch Schüsse der Polizei: In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag hat ein 45-jähriger Schweizer die Polizei in Atem gehalten. Jetzt sind neue Details bekannt geworden.

Offenbar haben die Behörden nach dem Mustang-Raser gesucht. Am Mittwoch, gegen 17 Uhr, bekommt ein Mann, der sich nun gemeldet hat, einen Anruf der Kantonspolizei Waadt. «Ein Polizist fragte nach dem Fahrer. Er suche einen Bewohner unseres Dorfes, der ein Auto mit russischem Kennzeichen besitze.» Der Polizist habe ihm erzählt, dass der Mann mehrmals vom Radar geblitzt worden sei, die Behörden jedoch die Adresse des Rasers nicht wüssten.

Am Donnerstag um 3 Uhr früh entdeckt eine Polizeipatrouille den blauen Mustang auf der A9. Der Lenker ist mit 200 Km pro Stunde unterwegs, rast an der Kontrolle vorbei. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt: Die Patrouille heftet sich an den Mustang, verliert ihn jedoch bald aus den Augen - zu schnell fährt der Mann. Eine alarmierte Truppe der Gendarmerie versucht daraufhin, das Fahrzeug in Villeneuve bei der Autobahnausfahrt aufzuhalten, doch der Fahrer rast an der Kontrolle vorbei und fährt in Richtung Montreux.

Wagen eingekreist

Im Stadtzentrum platziert eine Patrouille der Riviera-Polizei eine Strassensperre. Der Mustang stoppt. Gleichzeitig fährt eine Patrouille der Gendarmerie, bestehend aus drei Personen, hinter das verfolgte Fahrzeug. In diesem Moment steigt der Fahrer aus seinem eingekreisten Mustang, in der Hand eine Zwölfkaliber-Jagdgewehr. Drei Polizisten machen daraufhin Gebrauch ihrer Dienstwaffe und treffen den Mann tödlich. Insgesamt fallen neun Schüsse. Ein Polizist wird bei der Schiesserei an der Schulter verletzt.

Gemäss den Identitätspapieren, die im Mustang gefunden wurden, handelt es sich beim Getöteten um einen 45-jährigen Schweizer, wohnhaft im Kanton Wallis. Das Auto mit russischem Kennzeichen war zuvor im Wallis gemeldet. Neben der geladenen Waffe entdeckte die Polizei 25 000 Franken Bargeld im Inneren des Wagens. Weder im Wallis noch im Kanton Waadts ist der Lenker des Mustangs bekannt. Eine Bewilligung, Waffen zu tragen, besass er nicht.

Wie Jean-Christophe Sauter, Mediensprecher der Kantonspolizei Waadt, an der Pressekonferenz mitteilte, seien die Polizisten als Auskunftspersonen und nicht als Verdächtige angehört worden. Die in den Fall verwickelten Mitarbeiter seien nicht Gegenstand eines Disziplinarverfahrens.

(rey/apn/dmz/fnd/dwi)

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