Erwischt

07. März 2015 15:20; Akt: 07.03.2015 15:20 Print

Luxustaschen-Fälscher produzierten in Genf

Die Grenzwache hat in Genf ein Paar erwischt, das gefälschte Handtaschen und Schmuck dabeihatte. Das Überraschende: Die Plagiate sind made in Switzerland.

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Die Fälscherware wurde in der Schweiz hergestellt. (Bild: Schweizer Zoll)

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Der Genfer Grenzwache ist im Februar ein Coup gelungen: Als eine Patrouille in Collex-Bossy ein Paar kontrollierte, fand sie unter dem Fahrersitz des Autos eine Handtasche und Schmuck von französischen und italienischen Luxusmarken. Auf dem Rücksitz lagen zudem edle Kissenbezüge, Tischsets und ein Schal.

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Doch der erste Schein trog. Bei den gefundenen Gegenständen handelte es sich um Fälscherware. Die stammte allerdings nicht aus dem Ausland. Im Gegenteil, die Ware ist made in Switzerland. «Der Mann hat erklärt, dass seine Frau die Fälschungen selbst produziert. Sie seien für den persönlichen Gebrauch gedacht gewesen oder als Geschenk für Freunde und Familie», sagt Michel Bachar, Sprecher der Grenzwache, zu 20 Minutes. «Es ist das erste Mal, dass wir es im Kanton Genf mit einem solchen Delikt zu tun hatten.»

Schadenersatzforderungen sind denkbar

Die Aussagen des Paares hätten bei den Beamten jedoch Zweifel geweckt. Tasche, Schmuck und Stoffware wurden deshalb konfisziert. Ausserdem meldeten die Polizisten den Fall den betroffenen Markenfirmen. Diese entscheiden in der Regel von Fall zu Fall, wie sie vorgehen.

Das Paar wurde nach der Kontrolle laufen gelassen. Trotzdem dürfte die Vorliebe für falsche Luxusartikel noch Folgen haben. Werden Touristen beim Kauf einer Fälschung erwischt, müssen sie in den meisten Fällen mehrere hundert Franken Gebühren bezahlen und versichern, dass sie keine Plagiate mehr kaufen oder importieren werden.

«Hier handelt es sich aber nicht um den Kauf, sondern die Herstellung von Fälschungen», so Bachar. «Das ist deutlich schlimmer.» Das Paar muss deshalb womöglich mit den gleichen Folgen rechnen wie professionelle Fälscher. Das könnte eine Strafanzeige und Schadenersatzforderungen von mehreren zehntausend Franken nach sich ziehen.

(dra/vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin L. am 08.03.2015 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fälschungen

    die meisten Käufer die ein gefälschtes Produkt kaufen werden kaum ein original Produkt kaufen; daher kann ich keinen direkten Schaden für die Marken Hersteller erkennen...

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  • Der Jurist am 08.03.2015 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ok!

    Ich bin kein Fan von Fälschungen und besitze - ausser einer Breitling Uhr für 5 Euro - keine Plagiate. Aber dass dies dermassen geahndet wird, finde ich auch nicht ok! Man bedenke: die Schweizer Grenzwache kontrolliert und beschlagnahmt gefakte Luxustaschen für milliardenschwere Unternehmen, während dem Drogen und Menschen ins Land geschmuggelt werden. Staatsressourcen/Steuergelder etc. also, damit solche Konzerne noch mehr verdienen (durch Schadenersatzforderungen). Ich als Grenzwächter würde da bewusst weg sehen.

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  • markus schlauch am 07.03.2015 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    wie weit sind wir gekommen!!!

    wie weit sind wir gekommen, dass wir nicht mal mehr sachen nachmachen dürfen!! diktat der reichen um noch reicher zu werden! bei den medis, verstehe ich das ein wenig, wegen dem gesundheitsrisiko, aber bei kleidern und textilien!!!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Olaf am 08.03.2015 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kommt drauf an.

    kommt darauf an was für fälschungen es sind! elektronik:ja schmuck,uhren,kleider:nein

  • Martin Lerch am 08.03.2015 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachssinnsbürokraten

    Nirgends in dem Artikel steht, die Waren seien zum Verkauf gewesen. Muss jetzt jeder, der eine selbstgemalte Mickey Mouse auf seinem Hippie-Bus hat diesen am Zoll abkratzen und nachher ein paar 1000 Fr. Busse zahlen? Haben unsere Beamten nichts gescheiteres zu tun?

  • Dinu Marsson am 08.03.2015 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schutz für Quatsch

    Patent- und das Markenrecht sind dazu da, gesellschaftlich wünschenswerte Innovationen zu schützen. Ob Luxushandtaschen dazu gehören, ist zu bezweifeln.

  • Doris L. am 08.03.2015 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luxusyachten

    Meiner Nichte wurde eine vuitton Tasche am Basler Zoll weggenommen die echt war ! Sie war damals zu jung um zu protestieren außerdem hatte sie ja auch gar keine Rechnung. Ich passierte dann 2 Wochen später diesen Zoll und hatte absichtlich eine große echte vuitton bei mir. Der Zöllner hat mich kontrolliert Ich war ziemlich sauer und habe ihm die Story erzählt von meiner Nichte außerdem habe ich ihm erklärt wie eine echte von einer falschen zu unterscheiden ist. Seine Antwort war er wüsste dies schon und er sei das nicht gewesen !!! Ziemlich unfreundlich. Die Tasche bekam sie nicht mehr zurüc

    • E.D. am 08.03.2015 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Original

      So ein Quatsch! Eine echte Vuitton lässt man nicht beim Zoll, egal wie alt man ist. Rechnung braucht man nicht, da die Shops die Adressen haben und man so den Kauf nachträglich beweisen kann

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  • xtreme am 08.03.2015 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gag

    als kind habe ich mir für wenig geld bei einem illegalen strassenhändler diverse rolexkopien gekauft .. ein gag ! vielleocht reicht das geld demnächst mal für eine richtige ;-)