Stein-Affäre

27. November 2012 20:28; Akt: 27.11.2012 20:28 Print

Prozess verschoben - FDP hält zu Varone

Der Prozess um den Walliser Polizeikommandanten Christian Varone ist auf nächsten Februar verschoben worden. Das Vertrauen seiner Partei geniesst Varone jedoch weiterhin.

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Der Prozess um den Walliser Polizeikommandanten Christian Varone vor einem türkischen Gericht in Antalya ist auf den 14. Februar verschoben worden.

Das Gericht in der Türkei, das den Fall des Walliser Polizeichefs Christiane Varone beurteilen muss, beantragt einen weiteren Bericht. Darin sollen die beiden Expertengutachten zum besagten Stein beurteilt werden.

Der Stein: Wertvoll oder gewöhnlich?

Zurzeit würden dem Gericht zwei Gutachten vorliegen, deren Schlussfolgerungen diametral entgegengesetzt seien, sagte Philippe Loretan am Dienstag zur Nachrichtenagentur SDA.

So wird im vierzeilige Gutachten des Kunsthistorikers der Stein als archäologisch wertvoll bezeichnet. Der Archäologieexperte hingegen komme in seinem vierseitigen Gutachten zum Schluss, dass es sich um einen gewöhnlichen Stein handle, der keinen archäologischen Wert habe, sagte Loretan weiter.

Anwältin möchte schnelles Urteil

Ausserdem hatte die türkische Anwältin von Varone ihre Verteidigungsschrift mit Erläuterungen ihres Schweizer Kollegen ergänzt. Darin wird erklärt, wie das Schweizer Recht den Umgang mit Kulturgütern regelt.

Die Anwältin erklärte dem Gericht zudem, wie wichtig ein schnelles Urteil für ihren Klienten sei. Aber natürlich werde sich die Justiz nicht der Agenda der Politik anpassen - und schon gar nicht jener eines anderen Landes, fügte Loretan an.

Selbst in der Schweiz bräuchte ein solches Verfahren seine Zeit. Schliesslich sei Varone erst vor gut vier Monaten verhaftet worden, sagte Loretan weiter. In einem Verfahren wegen Geschwindigkeitsübertretung beim Autofahren etwa könne man frühestens nach sechs Monaten mit einem Urteil rechnen.

Varone war am 27. Juli in Antalya festgenommen worden, als er mit seiner Familie nach Türkei-Ferien die Heimreise antreten wollte. Flughafenbeamte hatten in seinem Gepäck einen Stein gefunden, der in der Folge als wertvolles antikes Säulenfragment definiert wurde und dessen Ausfuhr deshalb verboten war.

Varone nimmt nicht an Verhandlung teil

Der Polizeikommandant wurde in der Türkei wegen versuchten Schmuggels antiker Kulturgüter angeklagt. Der Prozessbeginn war ursprünglich auf den 25. September angesetzt. Das Gericht in Antalya vertagte den Prozess schon damals aber bereits nach wenigen Minuten auf den 27. November.

Varone kam nach einigen Tagen Untersuchungshaft ohne Auflagen frei und konnte in die Schweiz zurückkehren. Bei einer Verurteilung drohen ihm schlimmstenfalls bis zu zwölf Jahre Haft, die er allerdings nicht antreten muss, wenn er sich von der Türkei fernhält. Er nimmt denn auch nicht an der Verhandlung teil.

FDP spricht Varone das Vertrauen aus

Varone bleibt trotz der Verschiebung des Prozesstermins weiterhin Kandidat der FDP für einen Sitz im Walliser Staatsrat. Die Parteileitung der FDP Wallis sprach Varone an einer Sitzung am Dienstagabend das Vertrauen aus.

Die Parteileitung habe einstimmig und ohne Enthaltung Christian Varone ihr Vertrauen ausgesprochen und die Nomination der FDP- Parteiversammlung vom 6. September bestätigt, teilte die FDP Wallis nach der Sitzung mit.

Die Verschiebung des Prozesses auf den 14. Februar 2013 bringt die Walliser Freisinnigen allerdings in die Bredouille. Zwischen einem möglichen Urteil in der Türkei und dem Wahltag vom 3. März 2013 liegen nach dem neusten Entscheid des türkischen Gerichts nun nur noch rund zwei Wochen.

(jam/sda)

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