Axtmord-Prozess

26. Juli 2012 19:53; Akt: 27.07.2012 13:56 Print

Nach der Säure griff er zur Säge

Der mutmassliche Axt-Mörder von Bellinzona wollte die Leiche des 46-jährigen Tessiners in Säure auflösen, bevor er den Körper zerstückelte. Heute standen zwei Männer vor Gericht, die der 16-Jährige um Hilfe gebeten hatte.

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Im Axtmord-Prozess in Bellinzona hat es am Donnerstag Einblicke in die Methode gegeben, mit der der mutmassliche Täter die Leiche wegschaffen wollte. Die zwei angeklagten Männer erzählten vor Gericht, wie der damals 16-jährige Serbe sie um Hilfe bat.

Den Aussagen zufolge, die die Beschuldigten im Rahmen des Beweisverfahrens am Donnerstag machten, wandte sich der Teenager erst vier Tage nach der Tat an sie. Zuvor versuchte er offenbar erfolglos, den toten Körper seines Stiefvaters in chemischer Flüssigkeit aufzulösen.

Er sei bei der Arbeit auf dem Markt von dem jungen Serben angesprochen worden, sagte der portugiesische Händler, der wegen Mittäterschaft vor Gericht steht. Der Teenager habe ihn gefragt, ob er helfen könnte, eine Tasche mit einer Leiche wegzuschaffen.

Säge gekauft

Er habe ihn an den 29-jährigen Kosovaren verwiesen, einen gemeinsamen Freund, der ebenfalls beim Markt anwesend war. Dieser liess sich, gemäss eigener Aussagen, die Hintergründe von dem Serben erklären. Er habe im ersten Moment eingewilligt, für 1000 Franken zu helfen.

Weil der Teenager erklärte, der Körper müsste zum besseren Transport zerstückelt werden, seien sie gemeinsam eine Säge kaufen gegangen. Später habe der 16-Jährige zu Hause alleine begonnen, den Körper auseinanderzuschneiden.

Zur Polizei geschickt

Der wegen Begünstigung angeklagte Kosovare machte aber einen Rückzieher, wie aus den Aussagen hervorging. In Absprache mit dem Portugiesen hielt er den Jugendlichen über mehrere Tage mit der Ausrede hin, sein Auto sei kaputt. Ihn habe unter anderem der zu erwartende Gestank abgeschreckt.

Sechs Tage nach der Tat wandte sich der Kosovare an seinen Psychiater und fragte ihn um Rat. Dieser schickte ihn zur Polizei. Die Beamten nahmen noch am selben Abend in der Wohnung in Bellinzona den minderjährigen Serben fest.

Richter zweifelt

Der Richter zweifelte an den Angaben, dass die beiden Angeklagten in den Tagen vorher nichts geahnt hätten. Der Teenager hätte angefangen, den Freunden Gegenstände des Stiefvaters zum Kauf anzubieten. Zu diesem Zweck seien sie sogar in dessen Wohnung gegangen.

Ihnen sei gesagt worden, der 46-jährige Tessiner mache Urlaub in den Bergen, erklärten die Beschuldigten. Das Geld bräuchte die Familie für Rechnungen. Die Leiche hätten sie nicht gesehen, sagten sie weiter. Das Bad sollte wegen eines technischen Defekts nicht betreten werden.

Mutter verspürt grosse Wut

Die Mutter des heute 17-jährigen Serben, die Hauptangeklagte in dem Verfahren, wiederholte am Donnerstag, nichts von den Mordplänen geahnt zu haben. Wenn sie an ihren Sohn denke, fühle sie eine sehr grosse Wut. Er habe die Familie zerstört, sagte sie unter Tränen.

Die Tessiner Staatsanwaltschaft hält die Mutter für die Drahtzieherin. Das von der Anklage geforderte Strafmass - auch für die beiden anderen Angeklagten - wird am Freitag erwartet. Der Termin der Urteilsverkündung ist noch nicht bekannt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Afrim Brama am 27.07.2012 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hm?!

    Eine schrecklich nette Familie!

  • ueli f. am 27.07.2012 01:32 Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    Kein tag gefängnis, keine ausschaffung. Wetten ?!

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  • Döme am 27.07.2012 03:03 Report Diesen Beitrag melden

    Initiative

    Warum werden solche Leute nicht ausgewisen? Ich verspüre keine Lust weiter meine Steuergelder für solche Menschen zu bezahlen und langsam kommt bei mir das Gefühl auf unsere Politiker wollen lieber schnell schnell einen Kompromiss schliessen und es gut miteinander haben und dafür noch ein wenig Lohn kassieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Afrim Brama am 27.07.2012 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hm?!

    Eine schrecklich nette Familie!

  • Döme am 27.07.2012 03:03 Report Diesen Beitrag melden

    Initiative

    Warum werden solche Leute nicht ausgewisen? Ich verspüre keine Lust weiter meine Steuergelder für solche Menschen zu bezahlen und langsam kommt bei mir das Gefühl auf unsere Politiker wollen lieber schnell schnell einen Kompromiss schliessen und es gut miteinander haben und dafür noch ein wenig Lohn kassieren.

    • David Salzmann am 27.07.2012 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Interessant...

      Verspürst du sonst Lust Steuergelder zu bezahlen? Interessant...

    • Santo am 27.07.2012 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Solche Leute...

      Werden deshalb nicht ausgewiesen, weil unsere Politiker furchtbare Feiglinge sind... Die angst vor der EU haben.

    • stüür zahler am 27.07.2012 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      definitiv...

      ...verspüre ich Lust Steuern zu bezahlen, denn Geld wird auch auf privater Basis für total bescheuerte Sachen ausgegeben. Mit den Steuergeldern werden teils auch sinnvolle Dinge bezahlt (Nein, ich meine nicht Kunstprojekte, sondern öV, Sozialversicherungen usw.)!

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  • ueli f. am 27.07.2012 01:32 Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    Kein tag gefängnis, keine ausschaffung. Wetten ?!

    • Fatman am 27.07.2012 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      immerhin...

      denke ich sollte es für eine bedingte Geldstrafe reichen...

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