Waffen beschlagnahmt

10. Mai 2018 20:37; Akt: 11.05.2018 00:56 Print

19-jähriger Tessiner plante Massaker an Schülern

Die Polizei hat im Tessin ein mutmassliches Massaker verhindert. Eine Spezialeinheit hat ihn verhaftet und mehrere Feuerwaffen beschlagnahmt.

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Die Tessiner Polizei hat am Donnerstag einen 19-jährigen Mann in seinem Zuhause in der Region Bellinzona festgenommen. Er hatte damit gedroht, in einem Schulgebäude Klassenkameraden und Mitarbeitende der Schule zu töten.

Wie Manuele Bertoli, Vorsteher des Tessiner Bildungsdepartements, gegenüber tio.ch sagte, hätten die Lehrer des jungen Mannes auf beunruhigende Verhaltensweisen des 19-Jährigen aufmerksam gemacht. «Aus akademischer Sicht war der Junge brillant, steckte aber in einer schwierigen persönlichen Situation», so Bertoli.

Konkrete Hinweise auf geplantes Attentat

Gemäss ersten Erkenntnissen hatte der junge Mann in den letzten Tagen damit gedroht, eine unbestimmte Anzahl Personen in einer Schule zu töten. Laut tio.ch handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die kantonale Handelsschule. Der 19-Jährige wollte demnach Klassenkameraden und Mitarbeitende der Schule treffen.

In seinem Zuhause seien nebst mehreren Feuerwaffen auch konkrete Hinweise auf ein geplantes Attentat gefunden worden. Seine Pläne hatte der Mann im Geheimen geschmiedet – den Lehrern waren allerdings alarmierende Auffälligkeiten im Verhalten ihres Schülers aufgefallen. Diese meldeten sie der Polizei.

Sicherheitsmassnahmen für Betroffene

«Die Schule interpretierte die Hinweise und die schwierige persönliche Situation des jungen Mannes richtig. Sie hat ihre Rolle erfüllt und damit einer Gefahr entgegenwirken können, die wir normalerweise weit weg von uns wähnen», sagte Manuele Bertoli.

Die Festnahme erfolgte um 10.30 Uhr nach der Alarmierung durch eine Einheit, die auf das Auffinden von bedrohlichen und gefährlichen Personen spezialisiert ist, wie die Tessiner Polizei und die Staatsanwaltschaft des Kantons am Abend mitteilten. Diese Einheit wurde letztes Jahr gegründet, um Massengewalt zu verhindern.

Der junge Mann wird der Vorbereitung eines Attentats beschuldigt. Die Polizei und der Staatsanwalt geben derzeit keine weiteren Informationen bekannt. Obwohl keine unmittelbare Gefahr mehr besteht, hat die Polizei Sicherheitsmassnahmen für die direkt Betroffenen eingeleitet.

(scl/sda)