Verlorene Kinder

14. Februar 2018 05:40; Akt: 14.02.2018 05:40 Print

«Eltern sollen die Suche der Polizei überlassen»

Bei den diesjährigen Fasnachtsumzügen in Luzern sind insgesamt fünf Kinder verloren gegangen – und konnten mit Hilfe der Polizei wieder ihren Eltern übergeben werden.

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Kinder können im Gedränge schnell aus den Augen verloren werden. (Bild: Keystone/Keystone)

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Am Wey-Umzug am Montagnachmittag wurden vier Kinder als vermisst gemeldet. Die Polizei konnte sie innert kurzer Zeit wieder an die Eltern zurückgeben. Einen Jungen hatten seine Eltern beim Fritschiumzug zum Fasnachtsauftakt aus den Augen verloren. «Auch diesen konnte die Polizei wohlbehalten zurückbringen», sagt Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei.

Die Situation, wenn ein Kind im Gedränge verloren gehe, sei jedesmal anders, so Wigger. «Es kommt immer darauf an, wie die Meldung uns erreicht.» Sprich: Ob die Eltern ihr Kind vermissen oder ob dieses alleine unterwegs ist. Kinder, die ohne Begleitung sind, werden von den Patrouillen angesprochen. Schwierigkeiten gebe es bei Kleinkindern, die noch keine oder nur wenig Auskunft geben können.

Fast immer unter 30 Minuten

«Am Montag hat ein neunjähriges Kind seine Eltern nicht mehr gefunden», so Wigger. Dort sei es einfacher gewesen, die Erziehungsberechtigten schnell zu finden. Wenn Eltern ihr vermisstes Kind telefonisch melden, kommt die Polizei vor Ort und redet mit den Eltern über die Signalemente ihres Kindes. Wenn möglich zeigen diese ein Bild vom Kind oder schicken es den Polizisten. Mit diesem macht sich die Patrouille auf die Suche. Zeitgleich werden alle anderen am Anlass beteiligten Polizisten informiert. Sollte das Kind in der Zwischenzeit wieder bei den Eltern auftauchen, sei es wichtig, die Polizei zu informieren, «damit keine unnötige Suche gestartet wird», so Wigger.

«Es sind ja eigentlich keine vermissten Kinder, sondern die Eltern verlieren sie aus den Augen», sagt Wigger. In der Regel dauere es weniger als 30 Minuten, um das Kind wieder zu den Eltern zu bringen. Am Wey-Umzug konnten drei Kinder innert fünf bis 16 Minuten zurückgebracht werden. «Bei der Zusammenkunft fliessen nicht selten Tränen», sagt Wigger. «Alle sind froh, dass nichts passiert ist.»

Tipps, wenn ein Kind im Gedränge verloren geht

Die Luzerner Polizei gibt Eltern Tipps für den Fall, dass an der Fasnacht ein Kind im Gedränge verloren geht: «Verlieren Sie keine Zeit mit der eigenen Suche, sondern informieren Sie unverzüglich die Polizei, damit diese die Suche organisieren kann.» Es sei wichtig, dem Kind bereits zu Hause einen Zettel mit Name, Adresse und Handynummer in die Hosentasche zu stecken. Es sei auch eine gute Methode, den Kindern die Handynummer auf den Arm zu schreiben, so dass die Patrouille oder eine fremde Person, die das Kind findet, die Eltern anrufen kann.

Mit grösseren Kindern soll die eigene Adresse und Telefonnummern der Eltern oder Begleiter eingeübt werden. Eltern sollten ihren Kindern sagen, wie sie sich im Notfall verhalten sollen, so dass sie etwa in ein Geschäft gehen und von dort aus die Polizei benachrichtigen lassen. Ebenso sei es empfehlenswert, mit grösseren Kindern einen Treffpunkt abzusprechen. Sollte ein fremdes Kind gefunden werden, gilt es ebenfalls die Polizei direkt zu informieren und mit dem Kind am vereinbarten Treffpunkt auf die Polizei zu warten.

(jas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silme am 15.02.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handy Nr. auf den Arm schreiben

    ....gibt wirklich ein gutes Gefühl ...

  • Mr. Spock am 14.02.2018 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt wohl in der Natur

    eines Vaters und der Mutter selbst auch nach ihren Kindern zu suchen. Ich jedenfalls könnte nicht ruhig zu Hause sitzen und einfach abwarten

  • de Kari am 14.02.2018 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    Ein bisschen Ruhe zwischendurch schadet nicht.

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  • Silme am 15.02.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handy Nr. auf den Arm schreiben

    ....gibt wirklich ein gutes Gefühl ...

  • Mr. Spock am 14.02.2018 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt wohl in der Natur

    eines Vaters und der Mutter selbst auch nach ihren Kindern zu suchen. Ich jedenfalls könnte nicht ruhig zu Hause sitzen und einfach abwarten

  • de Kari am 14.02.2018 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    Ein bisschen Ruhe zwischendurch schadet nicht.

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