Luzerner Fasnacht

06. Februar 2018 18:26; Akt: 06.02.2018 18:26 Print

«Kauf einer Plakette ist Ehrensache»

In Luzern sind seit Dienstag die Plakettenverkäufer unterwegs und versuchen, die metallenen Anhänger mit Charme und Lautsprecher unters Volk zu bringen. Kein leichtes Unterfangen.

Unterwegs mit den Plakettenverkäufer und den Speakers in Luzern. (Video: jas)
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Jahr für Jahr verkaufen Freiwillige die Plaketten des Luzerner Fasnachtskomitees (LFK). «Es ist nicht einfacher geworden, unsere Plaketten zu verkaufen», stellt Peti Federer, Medienchef der LFK, fest. Es sei jedes Jahr eine Herausforderung, genügend Helfer zu finden, die durch die Strassen ziehen und die Plaketten zum Kauf anbieten. Um Freiwillige anzulocken, hat sich das LFK zwei Boni ausgedacht: So erhalten die Verkäufer erhalten eine «angemessene Provision». Und das LFK schürt den Wettbewerb unter den Verkäufern: Der beste Verkäufer sowie die beste Verkaufsgruppe werden zusätzlich mit einem «tollen Preis» honoriert.

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Plakette kaufen, ob Fan oder nicht

Auch der Verkauf sei viel Arbeit, denn heute gibt es viele Alternativen und Konkurrenz: «Jede Guuggenmusig hat ihren eigenen Pin», so Federer. «Wir müssen die Leute sensibilisieren, dass sie eine Plakette kaufen», so Federer. «Es macht Freude, eine Plakette zu tragen. Man unterstützt die Fasnacht dadurch», sagt Plakettenverkäufer Heinz Kaufmann von der Wey Zunft. «Das Kaufen und Tragen einer Plakette ist Ehrensache. Egal, ob man Fasnachtsfan ist oder nicht», sagt Federer. Man unterstütze damit die Luzerner Kultur. Denn mit dem Gewinn der Plaketten werden soziale Institutionen unterstützt.

Keine Verkaufsstrategie

Eine Strategie, um möglichst viele Plaketten zu verkaufen, gibt es an sich nicht. «Man muss etwas mit den Leuten reden und dann geht es», sagt Kaufmann. Wichtig sei «etwas Spass zu machen». Einige Verkäufer berichten, dass sie bis jetzt weniger als in den Jahren zuvor verkauft haben. «Es sind weniger Leute als sonst in der Stadt», so ein Plakettenverkäufer. Hilfe beim Verkauf erhalten sie durch drei fahrende Plakettenautos. Die Speakers fordern vom Auto aus mit Charme und Reimform die Passanten zum Kauf einer Plakette auf. Über Lautsprecher sind ihre Sprüche nicht zu überhören.

LFK kämpft um Plaketten-Käufer und -Verkäufer

Plaketten haben Leidenschaftswert

Die Plaketten sind Sammelobjekte, die einen symbolischen Wert haben. Neben den «normalen» Plaketten gibt es auch limitierte und nummerierte Plaketten, die teurer sind. «Diese haben einen Leidenschaftswert», so Federer. Es gibt Sammler, die jedes Jahr den kompletten Satz kaufen. Zudem gibt es auch spezielle Plaketten, die das LFK anbietet. «Die kann man nicht kaufen und sind deshalb sehr gesucht», erklärt Federer. Man erhält diese nur, wenn man Mitglied ist oder als freiwilliger Helfer an der Fasnacht aushilft.

Plaketten des LFK gibt es ab 8 Franken (Kupfer) bis zu 150 Franken (Vierersatz im Rahmen). Das Goldkombi-Paket (Goldplakette + Goldpin, beide nummeriert) kostet 130 Franken.

(jas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BULLOG am 06.02.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke...

    Sorry ich als nicht Fasnächtler kaufe mit Sicherheit keine Plakette. Ich mag euch allen die Närrischen Tage von Herzen gönnen aber mich Interessiert dies nicht und es sollte doch erlaubt sein trotz der Fasnacht in der Stadt einzukaufen ohne eine Plakette zu kaufen, die eh im nächsten Kübel landen würde..

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  • Tinnitus am 06.02.2018 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    haben wir etwas verpasst?

    Wer hat's erfunden? "Es ist Ehrensache sich im Portemonnaie von Mitbürgern zu bedienen, egal ob sie Interesse haben oder nicht." ... Woher kenne ich dieses Echo? Telefonmarketing oder doch aus unserer Politik?

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  • prof.abronsius am 06.02.2018 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    gaga fasnacht!

    kaufe keine plakette,brauch die kohle für die billag.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Grüezi Zäme am 07.02.2018 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Mache das ganze Jahr Fasnacht (Trinken und Party) und verlange auch keine Gebühr :-)

  • Liam am 07.02.2018 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die Sache mit der Ehre...

    Anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen für etwas dass sie weder konsumieren noch gut finden ist also "eine Ehre"? Etwa die selbe Ehre die junge Frauen tötet weil sie nicht den 30 Jahre älteren Cousin heiraten wollen? Oder die jemanden "gebietet" andere grün und blau zu schlagen nur weil man zufällig in seine Richtung schaut? Oder die selbe Ehre wie in "Ehre ist Treue"? Ehre ist eine Überbleibsel aus einer primitiver und barbarischen Zeit, heute sind Wissen, Pragmatik und Rationalität gefragt.

  • Dani D am 07.02.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrensache? Boykott ist Ehrensache

    Haha. Genau. Ich meide das linksgrüne Kaff sowieso. Die Fasnacht liefert mir nur ein weiterer Grund, nicht in der Stadt auzutauchen.

  • R Blanco am 07.02.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Strassen verstopfen, Leute anpöbeln und

    dafür noch bezahlen? Nein Danke.. Liebe Peppis, die Welt besteht nur noch aus Gebühren. Bereits werden Gebühren auf vielen Wanderwegen erhoben und Pläne für Gebühren für Sitzbänke im öffentlichen Raum machen auch schon die Runde...

  • Köbeli am 07.02.2018 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kultur?

    Die Fasnacht bezeichne ich nicht als Kultur. Die Kultur von Luzern setzt sich zusammen aus Reisebusasiaten und Uhrenramschläden.

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