Airbnb in Luzern

28. Mai 2018 15:00; Akt: 28.05.2018 16:42 Print

«Touristen verdrängen einheimische Mieter»

In Luzern werden Wohnungen zunehmend exklusiv auf Plattformen wie Airbnb oder als Business Apartments vermietet. Solchen Anbietern will die SP nun einen Riegel schieben.

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Die SP fürchtet, dass professionelle Airbnb-Angebote die Einheimischen aus der Stadt Luzern verdrängt und dass diese deswegen zum Touristen-Partytempel wird. (Bild: 20 Minuten/mme)

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Angebote auf Plattformen wie Airbnb sind im Trend: Immer öfter werden solche auch in Luzern genutzt. Die Stadtluzerner SP sieht nun wegen professionellen Anbietern, die Wohnungen ausschliesslich an Airbnb-Nutzer vermieten, das Wohnungsangebot für Einheimische in Gefahr. Zudem gebe es immer mehr Business Apartments in der Stadt.

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Laut den Grossstadträten Cyrill Studer Korevaar und Mario Stübi könnten «die möglichen Exzesse bei den Professionellen derzeit kaum eingedämmt werden», schreiben sie in einem Vorstoss.

Einheimische werden verdrängt

Es seien Professionelle, die mit ihren Angeboten «negative Auswirkungen für die Gesellschaft als Ganzes verursachen». So würden Einheimische verdrängt: «Jede professionelle Airbnb-Wohnung verdrängt eine bisherige Mietwohnung.» Zudem müssen solche Anbieter nicht dieselben Vorschriften wie Hotelanbieter erfüllen.

«Selbst wenn die professionellen Airbnb-Wohnungsanbieter sämtliche Taxen und Steuern begleichen
sollten, dürften diese kaum denselben entsprechen, wie wenn die Wohnung dauerhaft an angemeldete Personen vermietet würde», argumentiert die Partei weiter. Trotzdem würden Touristen die städtische Infrastruktur nutzen.

Palma de Mallorca verbietet Sharing-Angebote

Die Grossstadträte sind sicher: «Insbesondere das Zentrum würde über kurz oder lang seinen Wohncharakter verlieren und Einheimische würden durch Touristen verdrängt.» Dies begünstige Entwicklungen wie «Ferien-Party-Stimmungen, Nachtruhestörungen und ein beeinträchtigtes Quartierleben». Die SP verweist auf Städte wie Barcelona oder Berlin.

Ein besonderes Beispiel ist Palma de Mallorca. Dort hat laut SRF die Zahl solcher Angebote seit 2015 um 50 Prozent zugenommen – die Preise für Mietwohnung sind rund 40 Prozent gestiegen. Nun hat die Stadt genug: Ab Juli ist das Vermieten von Wohnungen an Touristen verboten.

Bern soll Vorbild für Luzern sein

Auch Bern will dies stärker regulieren. «Wir stellen natürlich fest, dass Airbnb sehr stark gewachsen ist», sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried zu «Schweiz aktuell». Würden Private ihre Wohnung teilen, sei das in Ordnung. «Wenn ganze Häuser für Airbnb gebraucht werden, ist das eine Entwicklung, die wir nicht möchten», sagt er. Deshalb soll das regelmässige Vermieten von Wohnungen in der Altstadt an Touristen für kurze Dauer bald verboten werden.

Die SP fordert nun vom Luzerner Stadtrat, ein Modell wie in Bern voranzutreiben: «Kommerzielle Angebote auf Kosten von Wohnraum für Ortsansässige sollen damit verhindert werden, Kleinanbieter hingegen sollen nach wie vor im Rahmen der heute gültigen Gesetze ihren Wohnraum zuweilen teilen können.»

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lou Ziffer am 28.05.2018 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kulissen für die Touristen

    Die schönen alten Städte werden vermehrt zu Kulissen. Dabei sind doch die Bewohner das was eine Stadt ausmacht. Venedig lässt grüssen. Dieser Instagramm - Tourismus wird zum Totengräber der Kultur.

  • Entay Gebere am 28.05.2018 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm...?

    "Einheimische werden verdrängt" - ist das jetzt neustens ein Thema der SP?

  • Einheimischer am 28.05.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in der Realität!

    Luzern ist in jeder Beziehung nur auf Touristen ausgerichtet und die Einheimischen sind schon längst verdrängt!Wer a der es erzählt lebt nicht in der Realität!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert am 28.05.2018 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    AIRNB

    Die Vermieter putzen meist nicht, wechseln die Bettgarnitur nicht. Eckelhaft.

  • Urs am 28.05.2018 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kleine Frage

    ich habe Airbnb noch nie genutzt, habe aber ab nächster Woche Ferien. Muss man sich für diese Plattform registrieren?

  • Skilehrer I am 28.05.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zermatt

    Ich, Skilehrer, im Gemüseraum, Wohnung war nicht bezahlbar.

  • Elvis am 28.05.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevormundung

    Wenn ein Haus mir gehört, dann will ich damit machen was ich will. Ausserdem läuft airbnb wahrscheinlich deshalb so gut, weil die zimmerpreise in hotels einfach überteuert sind.

  • dev am 28.05.2018 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    kaufen und vermieten

    solange immobilien als investition gelten und man damit kohle ohne ende häufen kann, sofern man genug start kapital hat, wird es so bleiben.

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