Chef der Bürgerwehr

04. Dezember 2012 22:10; Akt: 04.12.2012 22:25 Print

«Es braucht Bürger, die keine Angst haben»

von A. Bättig - Sie sitzen nachts auf ihren Beobachtungsposten und halten nach Einbrechern Ausschau. Roland Furrer und seine Mannen aus Ebikon schrecken auch dann nicht zurück, wenn es grob wird.

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Herr Furrer, wieso ist Ihre Bürgerwehr zurück auf Ebikons Strassen?
Roland Furrer: Einbrüche haben in letzter Zeit zugenommen. Ich selber habe persönlich von einigen Vorfällen gehört. Ausserdem war es der Wunsch mancher Anwohner, dass wir wieder verstärkt patrouillieren.

Umfrage
Was halten Sie von der Bürgerwehr in Ebikon?
75 %
19 %
6 %
Insgesamt 20944 Teilnehmer

Wollen Sie das nicht lieber der Polizei überlassen?
Bis die bei einem Einbruch vor Ort sind, sind die Täter meistens über alle Berge. Aber wenn wir einen Einbrecher geschnappt haben, übergeben wir ihn schon der Polizei.

Wer gehört zu Ihrer Bürgerwehr-Truppe?
Das sind sechs Männer zwischen 25 und 54 Jahren. Zwei davon sind in einer Sicherheitsfirma tätig. Ich habe sie alle persönlich ausgesucht. Es sind Leute, denen ich vertraue. Es braucht Bürger, die keine Angst haben.

Wann sind Sie mit der Wehr unterwegs?
In der Nacht. Wir haben es auf die Einbrecher abgesehen, die morgens um drei Uhr in die Häuser einsteigen, dann, wenn die Leute schlafen. Die sind zugleich aber auch gefährlich und gewaltbereiter. Denn sie müssen damit rechnen, dass die Bewohner aufwachen und sich zur Wehr setzen.

Wenden Sie selber Gewalt an?
Wenn es sein muss. Wenn ich angegriffen werde, schlage ich zurück. Aber nur so, dass es rechtlich auch in Ordnung ist - also angemessen.

Verwenden Sie Waffen?
Wir verwenden einen Bärenabwehrspray. Der funktioniert wie ein Pfefferspray, ist nur viel stärker.

Hoffen Sie auf Nachahmer ihrer Bürgerwehr?
Nein. Das ist auch nicht unser Ziel. Wenn man sich nicht richtig verhält, kann es verheerend enden.

Sie verhalten sich richtig?
Wir preschen jedenfalls nicht vor, sondern beobachten zuerst. Wir wollen ja nicht, dass die Bewohner von den Einbrechern als Geiseln genommen werden oder so.

Wie lange werden Sie in Ebikon noch patrouillieren?
Sicher noch bis Ende Jahr. Denn von Weihnachten bis Neujahr sind viele Anwohner in den Ferien und somit steigt das Einbruchrisiko. Danach werden wir weiter sehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erleichterter Ebikoner am 07.12.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut, sollte Schule machen

    Wenn die Regierung nichts unternimmt und die Polizei lieber Autofahrer schikaniert als ihre Kernaufgabe wahrzunehmen, muss man sich als Bürger eben selber wehren.

  • R. Schweizer am 07.12.2012 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Eidgenossen mit Zivilcourage

    Super Sache! Endlich ein paar Eidgenossen mit Zivilcourage, die sich für die Sicherheit der Bürger mutig einsetzen. Die Staatsgewalt versagt zusehends. Wir brauchen keine Protokollschreiber-Polizisten. Wir wollen Sicherheit und Schutz vor Verbrechen und Verbrecher!

  • mako am 07.12.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gewaltmonopol?

    Zuerst einmal hat so eine Bürgerwehr eine abschreckende Wirkung. Zweitens wird der Einbruch etwas schwierger. Und nun zur Gewalt: Gehört jemande festhalten bis die Polizei kommt, schon zur Gewaltanwendung? Hoffentlich nicht. Wehrt sich die Person, so greift sie an, und man darf sich angemessen schützen. Dieses Recht hat jeder. Wo ist nun das Problem mit dem Gewaltmonopol

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erleichterter Ebikoner am 07.12.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut, sollte Schule machen

    Wenn die Regierung nichts unternimmt und die Polizei lieber Autofahrer schikaniert als ihre Kernaufgabe wahrzunehmen, muss man sich als Bürger eben selber wehren.

  • Mike am 07.12.2012 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel des Guten

    Kann ja nicht sein, dass schwarzgekleidete Personen im Quartier herumschleichen. Und dann noch Bärenabwehrspray. Jungs, macht mit normalem OC einen Selbstversuch. Ihr werdet die Augen nicht mehr öffnen... Bin nach wie vor für: Beobachten und Melden, nicht für Umstellen und Eingreifen!

  • Tom Meier am 07.12.2012 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    keine Helden

    Für solch selbsternannten Polizisten habe ich nur ein Kopfschütteln.

  • Nella Müller am 07.12.2012 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Riesige Fragezeichen

    Was würden die tun, wenn jemand draussen vor der Haustüre vielleicht z.B. etwas lange in der Tasche nach dem Wohnungsschlüssel sucht? Muss die Person beweisen, dass sie da wirklich wohnt? Was ist mit Besuchern, die läuten? Ich möchte keinem dieser Männer begegnen! Was ist, wenn sie jemanden verletzen? Etwa Notwehr? Ich finde diese Aktion sehr, sehr fragwürdig!

  • Rudolf am 07.12.2012 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U.S.A.?

    Viele Antworten vergleichen unseren Staat mit der USA oder Südafrike etc. wie geht es diesen ländern? wie wäre es wenn dann plötzlich einer findet das alle gleich aussehen müssen und das gleiche machen müssen wie er? Sagt Ihnen geschichte nichts? oder war das vor paar jahren als es ein kleiner Mann probiert hatte auch 'Zivilcourage' ? Und unsere Polizei funktioniert sehr gut! Apropos Amerika: in Detroid werden 70% der Verbrecher gar nie gefasst! Die Schweiz ist die Schweiz und nicht irgendwas anderes!

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