Ausländervorrang im Bürgenstock

23. November 2016 18:09; Akt: 23.11.2016 21:07 Print

«Es geht nicht darum, Geld zu sparen»

Das grösste Schweizer Luxusresort eröffnet 2017 und bietet 800 Stellen an. Die meisten will es mit Ausländern besetzen. Bürgenstock-Sprecher Raphael Amrein erklärt, warum.

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Herr Amrein, für das Bürgenstock-Resort sollen rund 600 Arbeitskräfte aus dem Ausland geholt werden. Demgegenüber stehen 200 Arbeiter aus dem Inland. Warum machen die Verantwortlichen das?
Wir wollen nicht – wir müssen! Zumindest gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt davon aus. Wir versuchen natürlich, so viele Angestellte wie möglich aus der Schweiz zu rekrutieren. Am besten sogar aus der Region. Wir besuchen dafür Hotelfachschulen, führen Events durch etc. Unsere Bemühungen, Schweizer Angestellte zu finden, sind sehr gross. Doch leider gehen wir davon aus, dass wir in der Schweiz zu wenig gut ausgebildetes Personal finden werden. Wir suchen ja Personen für über 150 verschiedene Jobs.

Mal ehrlich: Die Verantwortlichen wollen doch einfach Geld sparen.
Nein, im Gegenteil! Wenn wir alle Angestellten in der Region finden würden, wäre unser Aufwand ja deutlich geringer, als wenn wir extra im Ausland Personal suchen müssen. Zudem gelten für Schweizer und Ausländer die gleichen Gesamtarbeitsverträge. Ausländer verdienen also gleich viel wie ihre Kollegen aus der Schweiz.

In einem Interview mit der SRF-Sendung «Rundschau» gibt Bruno Schöpfer, Directing Manager des Resorts, an, dass man für das Resort junge, effiziente, spritzige Mitarbeiter brauche, die Freude am Service haben. Treffen diese Erwartungen eher auf Ausländer zu als auf Schweizer?
Wir haben nie gesagt, dass ausländische Angestellte besser geeignet sind als Schweizer. Es gibt viele Topleute in unserem Land. Wir finden in der Schweiz einfach nicht genügend gut ausgebildetes Personal. Es ist eine Frage der Menge. Wir brauchen im Vollbetrieb ja rund 800 Personen. Und die anderen Hotelbetriebe suchen alle auch.

Bei regionalen Arbeitsvermittlungsbüros erwartet man von den Verantwortlichen des Bürgenstock-Resorts, dass sie «zuerst wirklich seriös versuchen, die Stellen mit ansässigen Arbeitnehmenden oder auch Arbeitslosen zu besetzen». Hat man das denn tatsächlich versucht?
Wir suchen intensiv in der Region. So veranstalteten wir die Tage der offenen Baustelle und organisierten eine Ausstellung in Stans mit Möglichkeiten, sich beim Resort zu bewerben. Zudem haben wir auch zahlreiche Jobs beim regionalen RAV ausgeschrieben. Doch leider hat sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Person beworben.

Und wie sieht es bei den rund 500 Spontanbewerbungen aus, die bereits auf dem Tisch liegen? Lassen sich da Schweizer Mitarbeiter finden?
Wir sind zuversichtlich, dass wir unter den rund 500 Spontanbewerbungen einige Schweizer Mitarbeiter finden werden.

Verstehen Sie, dass Schweizer Arbeitslose aus der Region enttäuscht sind?
Wie bereits gesagt, wir haben zahlreiche Jobs beim RAV ausgeschrieben. Doch leider hat sich bis jetzt niemand beworben. Jeder Arbeitslose, der ein Jobprofil im Resort erfüllt, ist bei uns herzlich willkommen.

Spielt es für Gäste eine Rolle, ob sie von Schweizer oder von ausländischen Angestellten betreut werden?
Das kommt auf die Stelle an. Wichtig sind Schweizerinnen und Schweizer vor allem bei Jobs, die einen direkten Kundenkontakt erfordern, beispielsweise an der Rezeption. Hier erwarten die Gäste schweizerische Authentizität. Also Schweizer Charme und die typische Schweizer Sprache.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peterpan am 23.11.2016 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakten nicht lügen

    Es fehlen 600 billigarbeitskräfte nicht Fachkräfte sollte es heissen

    einklappen einklappen
  • JAYonly am 23.11.2016 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    effizient, spritzig und....

    vorallem billig

  • KailuaBoyz am 23.11.2016 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probierts mal mit fairen Löhnen...

    Fachkräfte??? Ihr meint wohl Billig Arbeiter. Ja, diese sind hierzulande zurecht nicht leicht zu finden angesichts der Lebenskosten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wölfin am 24.11.2016 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Eine bodenlose Frechheit. Sind alle Hellseher Nun ja, somit kann ich meinen Urlaub ruhigen Gewissens ausserhalb der Schweiz verbringen.

  • Sador am 23.11.2016 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohn

    Wahrscheinlich finden sie keine Fachkräfte welche für einen Hungerlohn schuften.

  • CaLuCa am 23.11.2016 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerin

    In der Gastro/Hotellerie gibt es einen GAV. Wie im Interview erwähnt gilt dieser für alle. Viele Schweizer sind sich halt zu schade zu diesen Löhnen zu arbeiten. (Googele:L-GAV)

  • Pandora am 23.11.2016 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals Bürgenstock

    Genau deshalb werde ich meinen Urlaub wieder in A verbringen: Dort wird man noch von einheimischen Bedient!

  • quad65 am 23.11.2016 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja,

    Darum bin ja auch nicht verwundert warum es der Hotelbranche in der Schweiz allgemein schlecht geht, überteuerte Preise, oft unfreundlicher Service mit Angestellten die nicht einmal richtig Hochdeutsch verstehen na dann viel Erfolg mit der Rekrutierung im Ausland Herr Amrein..vielleicht wird ja auch ihr Job einmal "ausgelagert" ...

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