Bitterböses Kartenspiel

20. Juli 2017 05:47; Akt: 24.07.2017 11:50 Print

«Kampf gegen Bünzlitum» expandiert ins Deutsche

Mit ihrem Spiel «Kampf gegen das Bünzlitum» hat die Luzernerin Angela Vögtli einen Hit gelandet. Nun sollen die Spiesser auch Deutsche zum Lachen bringen.

Angela Vögtli über ihr schräges Kartenspiel. (Video: gwa)
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Absurd, frech, provokativ, lustig, skurril – mit solchen Adjektiven kann man das Spiel «Kampf gegen das Bünzlitum» beschreiben. Erfunden hat es die Luzerner Spieleentwicklerin und Designerin Angela Vögtli (33). Angelehnt ist es an die beliebten «Cards Against Humanity» aus den USA: «Das Spielprinzip ist schon älter. ‹Cards Against Humanity› waren aber die ersten, die den Durchbruch geschafft haben», sagt Vögtli.

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«Weil viele dieser Karten aber von TV-Shows und Politikern aus den USA handeln, die wir nicht kennen, habe ich mit einer Freundin eine eigene Version für meinen Freundeskreis entwickelt», sagt Vögtli. Dann gings Schlag auf Schlag: «Das Spiel kam so gut an. Ständig wurde ich gefragt, wo man es kaufen kann.» Deshalb brachte sie das Spiel schliesslich auf den Markt.

Crowdfuning: Fast 25 Prozent nach zwei Tagen

2016 erstmals veröffentlicht, wurde es zu einem Hit: Über 3000 Stück sind inzwischen verkauft – «Kampf gegen das Bünzlitum» hat bereits die dritte Auflage erreicht. «Ich ersetze in neuen Auflagen jeweils Dinge, die nicht mehr aktuell sind», so die Luzernerin. Nun will sie mit ihrem Spiel nach Deutschland expandieren, wie «Zentralplus» berichtet.

Die eigene Edition für Deutschland soll via Kickstarter finanziert werden. Die Deutschen scheinen Freude an an schwarzem Humor zu haben: Seit Montag läuft das Crowdfunding und schon fast ein Viertel der angestrebten 20000 Franken sind gesammelt. «Das ist natürlich ein sehr schöner Start», sagt Vögtli. Kommt alles Geld zusammen, wird die erste Auflage von «Kampf gegen das Spiessertum» gedruckt.

«Spieltische den ganzen Tag besetzt»

Der Wunsch nach einer eigenen Version für Deutschland kam erneut aus Vögtlis Umfeld. Das Problem: Die Deutschen kennen die Schweizer Persönlichkeiten und Ereignisse zu wenig. «Sie fragten: ‹Was ist Globi?› oder ‹Wer ist Wilhelm Tell?›». Mit Hilfe dreier deutscher Studenten wurde das Spiel auf Deutschland adaptiert: Der «Bünzli» wurde gegen den «Spiesser» und Eigenheiten aus der Schweiz gegen deutsche ausgetauscht. So ist auch das Spielmaskottchen – von Vögtli liebevoll Horst genannt – ein wandelndes Klischee: die Hände hat er etwa in typisch Merkelscher Position gefaltet – und natürlich trägt er Adiletten.

Für den Vertireb hat Vögtli mit Partner Jérôme Schwarzkopf die Kampfhummel Spiele GmbH gegründet. Ende Oktober hat sie den ersten grossen Auftritt in Deutschland: Sie wird in Essen an der Messe Spiel'17 einen Stand haben. Die Internationalen Spieltage in Essen sind die grösste Messe der Welt für nichtelektronische Spiele. «Wir hoffen, Ladenbesitzer und natürlich auch Spielerbegeistern zu können», sagt sie. An der Fantasy Basel haben die zwei bereits erste Erfahrungen gemacht: «Das war grossartig! Die Spieltische waren den ganzen Tag besetzt. Langsam entsteht eine richtige Gemeinschaft daraus.»

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dende am 20.07.2017 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur geklaut

    Ist halt eins zu eins von cards against humanity geklaut. Finde ich nicht sehr innovativ, sich dann als Erfinder hin zu stellen. Vor allem da cah für die private Nutzung gratis herunter geladen werden kann. Da gibt es schon eine deutsche und schweizerische Variante.

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  • Bünzli am 20.07.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    CaH waren nicht die ersten

    Es ist eben nicht ne blosse Kopie sondern eine komplette Lokalisation für die Schweiz bzw für Deutschland. Sie erwähnt auch immer wieder, dass sie nicht die erste mit dem Prinzip war und trotzdem sind die Leute nicht in der Lage zu lesen... Wer lieber CaH spielt, kann ja eine der von CaH angebotenen relativ alten und holprigen Übersetzungen als PDF laden und sich selbst um den Druck kümmern. Ich spiel da lieber mit fertigen Karten und ner Portion Swissness.

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  • Andy Seeland am 20.07.2017 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sie hat es gewagt...

    Und sie ist erfolgreich , mehr braucht es nicht. Ob nun die Basis , das Prinzip des Spiels , eine bestehende Ami Version ist, spielt keine Rolle. Was das Spiel ausmacht ist der Inhalt, Message auf den Karten. Somit eine gute Idee erfolgreich in unser Umfeld gesetzt, viel Erfolg in DE

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lozärner am 20.07.2017 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unlustig

    Habe das Spiel 2 Mal gespielt, war für wenige Minuten lustig, anschliessend ist der Spass aber auch schon wieder vorbei.

  • Aufmerksamer Leser am 20.07.2017 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Lesen und verstehen...

    An alle Hater die hier kommentieren und ganz offensichtlich den Artikel nicht gelesen / verstanden haben; Ja, das Spiel bedient sich einem bestehenden Spielprinzip (ist kein Verbrechen) ABER - die Karten wurden weder inhaltlich übernommen und plump übersetzt, noch behauptet irgendwer von den Entwicklern das Spielprinzip erfunden zu haben. Hier gibt es frischen Inhalt. Ja die Ersteller sind die Erfinder DIESES Spiels, jedoch nicht die Erfinder des Spielprinzips, aber ich erwähne es gerne noch einmal; das behauptet auch niemand... Also wer lesen kann ist klar im Vorteil. Gute Sache, viel Erfolg!

    • wohl doch nicht so aufmerksam am 20.07.2017 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aufmerksamer Leser

      Es gibt eine cah-variante für die schweiz. somit ist dieses spiel rechtlich geschützt. ich bezweifel das es genügt den Namen zu ändern. Somit ist sie weder Erfinderin der Spielvariante, noch sehr innovativ.

    • Aufmerksamer Leser am 20.07.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

      @wohl doch nicht so aufmerksam

      Nein gibt es nicht... Auf der offiziellen Website von CAH unter Fan-Translations ist KEINE Schweizerversion aufgeführt. Ausserdem (was scheinbar immer noch viele nicht begriffen haben) ist dies hier keine Übersetzung, sondern komplett neue Karten mit neuen eigenen Inhalten. Rechtlich geschützt sind bei CAH der Name, das Design und die Karteninhalte... Also? :-)

    • Angela Vögtli am 20.07.2017 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      Lizenz

      Ich gehe sehr gerne nochmals auf diesen Punkt ein: Auch "Cards against Humanity" hat das Spielprinzip nicht erfunden. Es wurde vorher bereits bei "Wie ich die Welt sehe" und "Apples to Apples" eingesetzt. Entsprechend ist es nicht geschützt. Der Content ist geschützt. Der wurde aber nicht übernommen, sondern neu verfasst.

    • Fulminant am 20.07.2017 19:21 Report Diesen Beitrag melden

      Hater

      sind damit alle gemeint, welche sich kritisch zu einem Thema äussern?

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  • Peter B. am 20.07.2017 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hui...

    Ziemlich forderndes Spiel und witzig ist es anscheinend auch noch... zum Glück verstehe ich den meisten Pseudo-Humor nicht. Egal wie viel intus.

  • carmen diaz am 20.07.2017 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    und schon wieder nur geklaut...

    ...anstatt innovativ zu sein. es ist schon etwas befremdlich, wenn die chinesen weniger kopieren als die schweizer. das ist so als wenn ich monopoly nehmen und die felder anstatt mit strassen und hotels voll zu pflastern, mit imbissständen und döner, pizza und burger bevölkere..

    • Angela Vögtli am 20.07.2017 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      Monopoly

      Das Kultspiel Monopoly gibt es bereits in unzähligen Versionen. Von Hobbit über Star Wars bis Schlümpfe. Was die Chinesen jetzt damit zu tun haben, ich mir nicht ganz klar. Aber ich persönlich würde wohl viele chinesische Produkte kaufen, wenn diese komplett neu interpretiert werden würden. Wäre sicher sehr amüsant. Aber das schöne an Crowdfunding ist ja, dass du nur jene Projekte unterstützt, die dir gefallen. Die anderen kannst du getrost ignorieren.

    • Klar am 20.07.2017 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @carmen diaz

      Carmen diaz ist super innovativ und hat ihren Namen komplett neu erfunden....

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  • A.Notter am 20.07.2017 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mimimi

    "Mimimi...sie hat CAH kopiert"...habt ihr keine anderen Probleme? Ich finde ihre Version trotzdem toll, witzig und originell, und ohne sie hätte ich die Art von Kartenspiel nie kennengelernt. Und abgesehen ist sie aufgrund der Inhalte ziemlich zeitgemäss, was man schätzen darf. Ich werde die deutsche Version über Crowdfounding unterstützen, weil ich finde dass solche Projekte unterstützt gehören.

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