Vegan-Initiative

28. September 2016 16:47; Akt: 28.09.2016 18:21 Print

«Veganer sind eine kleine Minderheit»

Innert 48 Stunden wurde die Initiative «Nachhaltige und faire Ernährung» lanciert. Der Widerstand gegen das Begehren ist programmiert.

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Die Initianten bei der Einreichung. (Bild: zvg)

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In der Stadt Luzern sollen weniger tierische und dafür mehr pflanzliche Produkte verzehrt werden. Veganer haben am Wochenende innert 48 Stunden über 1000 Unterschriften für eine entsprechende Volksinitiative gesammelt.

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Dies teilten die Initianten rund um die Denkfabrik Sentience Politics mit. Die Organisation setzt sich für die Interessen von empfindungsfähigen Lebewesen ein. Die Stadtkanzlei erklärte am Mittwoch auf Anfrage, dass die Unterschriften zur Beglaubigung abgegeben worden seien. Nötig gewesen wären 800 gültige Unterschriften. Die Sammelfrist endet am 23. November.

Initianten hatten viel Unterstützung

Die Initianten wurden bei der Sammlung von rund 50 Aktivisten verschiedener Organisationen wie Swissveg oder der Veganen Gesellschaft Schweiz unterstützt. Hilfe erhielten sie auch von Politikern aus SP und Grünen.

Die Volksinitiative «Nachhaltige und faire Ernährung» verlangt, dass die Stadt eine ressourcenschonende Ernährung fördert. Sie solle die Bevölkerung über die negativen Auswirkungen des Tierproduktekonsums aufklären. Um den Anteil an pflanzlicher Ernährung zu fördern, solle die Stadt Empfehlungen ausarbeiten.

Die Stadt soll zudem in ihren Mensen und anderen Verpflegungseinrichtungen das vegetarische und vegane Ernährungsangebot fördern. Wo mehr als ein Menu angeboten werde, solle täglich auch ein veganes dabei sein.

Fleisch-Fachverband ist skeptisch

Beim Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) stösst die Forderung der Veganer auf Gegenwehr. «Eine staatliche Bevormundung in Sachen Ernährung lehnen wir in aller Form ab», sagt Ruedi Hadorn, Direktor des SFF. «Wir plädieren vielmehr für die individuelle Wahlfreiheit auch beim Essen. So akzeptieren wir, wenn jemand für sich selbst entscheidet, sich ohne Fleisch zu ernähren», sagt er.

Hadorn verweist darauf, dass die Initianten mit der Forderung nach einem veganen Menu eine einzelne, kleine Gruppe speziell in den Vordergrund stellen. Dies auch, zumal sich weniger als ein Prozent der Schweizer ausschliesslich vegan ernähren würden. «Wenn man so misst, müsste man auch all die anderen Ernährungsarten wie etwa die Paleo-Diät berücksichtigen», sagt er.

Die Initiative in Luzern ist nicht die erste dieser Art in der Schweiz. Bereits im letzten Jahr reichte Sentience Politics ähnliche Volksbegehren in Basel und Zürich ein.

(sda/gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolf am 28.09.2016 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich...

    Wenns kein Fleisch mehr gibt, esse ich Veganer...

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  • Anti-Tomate am 28.09.2016 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit der Sauce

    Also ich esse nicht so gerne Tomatensauce. Ich fordere, dass die Tomatensauce aus den Kantinen verbannt wird!

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  • mike am 28.09.2016 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nerv

    Könnt Ihr Vegabet ubs nicht mit euret Lebensweise verschonen. Wiso müst Ihr es Immer allnen unter die Nasereiben? Esst euet Obst/Gemüse und Tabletteb n und ich Esse weiterhin jeden Tag Fleisch Morgens/Mittags und Abends

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waras am 30.09.2016 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Veganer...

    Ihr wollt Verständnis für eure Sache und drängt den Leuten eure Lebensweise auf?! Ihrgendwie errinnert mich das ganze an das Christentum des Mittelalters, da wurde den Leuten auch der Glaube aufgedrängt.

  • Heiri am 29.09.2016 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fleischesser

    Ich soll also wegen ein paar eingefleischten, oh entschuldigung eingepflanzten Veganer auf mein saftiges Steak verzichten? Eine gegenstimme mehr!!

  • andi am 29.09.2016 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Auf beides nicht verzichten.

    Wen es nur den Stadt eigenen Kantinen und Mensen vorgeschrieben wird ok aber es ist nicht richtig anderen vorzuschreiben was sie anzubieten haben. Ebenso finde ich aber auch übermässigen Fleischkonsum verwerflich. 2 ev 3 mal die Woche und abends ev mal etwas Aufschnitt reicht völlig. Versteht mich nicht falsch ich esse gerne Fleisch nur nicht jeden Tag da es zum einen teuer ist und zum anderen nicht mehr braucht.

  • Cira1206 am 29.09.2016 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch

    Ich lasse mir nicht vorschreiben was ich essrn darf. Sollte es zu einer Volksabstimmung kommen: meine Stimme NEIN.

  • Eva O. am 29.09.2016 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Essen ist NICHT Privatsache

    Was Fleischesser nicht verstehen ist, dass es hier nicht um "es schmeckt mir nicht" geht - sondern um ethische Veranatwortung. Wer ein paar Sätze mehr lesen kann als Überschriften, darf sich hier aktuell informieren

    • Tom am 29.09.2016 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eva O.

      Genau so bewirken Sie das Gegenteil von dem was sie gerne möchten. + 1 Gegner mehr...

    • Steffi am 29.09.2016 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Tom

      Aus Kuriosität: Was ist ihrer Meinung nach der effizientere Weg, um Leute wie Sie vom Veganismus zu überzeugen? Mehr Fotos von Schlachthöfen und Tierleid? Rationaler Diskurs? Mehr und bessere alternative Angebote?

    • S. K. am 29.09.2016 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eva O.

      Warum wollt ihr bekehren? Dann habt ihr hoffentlich keine tv, smartphones, tablets, fäht kein auto. Jaa in all dem sind sachen drin, wo auf der anderen seite der welt hergestellt wird. Wie gesagt, wenn ihr was wollt, macht es. Wenn es jemanden gefällt, macht er mit. Aber wenn ihr mit bekehrungssprüche kommt, muss ich sagen, der teif.. Hat eich geschickt. Schöner abend

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