Forderung des Asylnetzes

17. Juni 2016 05:42; Akt: 17.06.2016 05:42 Print

Besetztes Haus soll zu Asylheim werden

Laut dem letzten Willen der verstorbenen Besitzer soll das besetzte Haus in Luzern für immer leer bleiben. Der Verein Asylnetz fordert nun, dass dort Flüchtlinge einquartiert werden.

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Die erneute Besetzung eines Gebäudes in Luzern ruft nun auch das Asylnetz auf den Plan: Dies, weil die verstorbenen Besitzer in ihrem Testament verfügt hatten, dass das Gebäude als Andenken an die Familie leer bleiben soll. Es könne nicht sein, dass ein Gebäude auf Wunsch von verstorbenen Personen leerstehe, während gleichzeitig Asylsuchende in den Notunterkünften «unter der Erde hausen müssen.»

In einem Mediencommuniqué bezeichnet der Verein die Situation vor der Besetzung an der Sternmattstrasse als «Skandal.» Das Asylnetz fordert von der Regierung, «öffentlich hinzustehen und den Leerstand von Häusern – im Speziellen in einer solch extremen Situation von Wohnungsnot und Notstand bei der Unterbringung von Geflüchteten – anzuprangern und sich dagegen einzusetzen.» Konkret solle die Regierung mit der Stiftung, die das Haus besitzt, Kontakt aufnehmen und sich dafür stark machen, «dass Häuser nicht durch Tote beansprucht, sondern durch Lebende belebt werden».

Kanton will mit Stiftung Kontakt aufnehmen

«Wir werden das Gespräch suchen und prüfen, ob der Stiftungszweck wirklich nur einen Leerstand zulässt», sagt Departementssekretär Erwin Roos vom Gesundheits- und Sozialdepartement. «Der Kanton ist sehr an der Zumietung von geeignetem Wohnraum interessiert.» Alleine im laufenden Jahr habe man so 100 Objekte mit 650 Plätzen beziehen können. «Eine Voraussetzung ist jedoch, dass uns der Eigentümer das Objekt zur Verfügung stellt.» Der Kanton kontaktiere bei der Unterbringung von Flüchtlingen auch Besitzer von leerstehenden Liegenschaften – sofern man von diesen Kenntnis hat. «Weil das häufig nicht der Fall ist, sind wir froh, wenn uns Gemeinden oder Eigentümer über leerstehende Liegenschaften informieren», sagt Roos.

Beim Hauseigentümerverband (HEV) steht man der Forderung des Asylnetzes kritisch gegenüber: «Eigentum darf nicht angetastet werden», sagt Lucas Halter, Leiter der HEV-Geschäftsstelle in Luzern. Als Eigentümer habe man auch ein Recht auf Leerstand. «Wenn ich ein Boot kaufe und es nur selten benutze, können andere Personen auch nicht einfach Anspruch darauf erheben», sagt er. Es sei eine Frage von Anstand, ob man Eigentum respektiere.

Ob und wann geräumt wird, ist unklar

«Wir verstehen dieses Haus als Einladung, es zu gestalten und laden alle ein, an der Belebung dieses Ortes teilzunehmen», sagte die Gruppe Stella Matta zum besetzten Haus an der Sternmattstrasse 68 in Luzern. Wie lange der Ort noch belebt sein wird, ist derzeit unklar. Denn: Die Stiftung, der das Haus gehört, hat bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige eingereicht und fordert die Räumung des Gebäudes.

Ob und wann das Haus geräumt werden soll, ist laut dem Luzerner Kapo-Sprecher Kurt Graf nicht bekannt: «Zuvor wird die Staatsanwaltschaft die eingegangene Anzeige prüfen und anschliessend entscheiden.» Man beobachte aber die Situation und mache Kontrollgänge im Umfeld des besetzten Hauses.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Willhelm Von Thannenburg am 17.06.2016 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da haben wirs

    Jetzt wird gleich die erste Enteignung durchgeführt, die zum Zwecke der Unterbringung von Flüchtlingen dient.

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  • Weihnachtsmann am 17.06.2016 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für Schweizer Familien

    Wir müssen alles tun, dass dort eine oder mehrere Schweizer Familien einziehen können.

  • Salvi94 am 17.06.2016 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    arbeitet!

    warum gehen diese hausbesetzer eigentlich nicht arbeiten? mit ihren steuern würden sie dann flüchtlinge unterstützen... oder am besten sie zahlen für all diejenigen die nicht für flüchtlinge zahlen wollen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • lexy am 17.06.2016 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem sind doch wir...

    die grosse Mehrheit hat genug vom sparen an der einheimischen Beförderung. Den extremen Löhne der Politiker, mit dem Asyl Wesen aber nix passiert. Weshalb ist das nur so? Denke weil wir faul geworden sind, wir hätten doch zusammen schon lange auf den Tisch hauen können und es ändern. Wir hätten es in der Hand aber da sich die meisten nur für ihre Familie, ihr Haus und ihr Auto interessieren bleibt beim alten oder wird noch schlimmer.

  • busa am 17.06.2016 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vom Staat belogen

    Super. Der Staat will auch besetzen. Ich dachte immer das sei verboten

  • Dabe am 17.06.2016 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über 100 neue Objekte für Asylanten...

    ... Allein in Luzern im letzten Jahr... Ich versteh das einfach nicht. Warum muss man immer mehr und mehr anmieten? Der Platz in der Schweiz ist nun mal begrenzt. Wenn die jetzigen Unterkünfte alle voll sind, dann gibts eben keinen Platz mehr für neue Flüchtlinge, fertig.

  • Liselote Meier am 17.06.2016 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absurd

    Ziemlich absurd, dass nicht mehr existierende Menschen über Land und Wohneigentum verfügen. Ergibt keinerlei Nutzen für niemanden. Bestzung vollkommen legitim.

    • Emmm am 17.06.2016 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Liselote Meier

      Das Problem fängt dann an, wenn der Besitzer, also Eigentümer, die Besetzer nicht dort haben will und diese nicht gehen wollen. Absolute Frechheit. Und für den hinterlassenen Schaden muss wieder der Eigentümer aufkommen.

    einklappen einklappen
  • Art am 17.06.2016 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Dann beklagen sich einige warum es so viele Menschen auf der Welt gibt und dass Diese ja so viel Platz brauchen würden. Gleichzeitig aber Erdbesitz von Toten einfach leer stehen lassen wollen ist Wahnsinn. Wo kommen wir den hin, wenn noch Platz für die Toten zusätzlich zum Grab besetzt wird?

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