Kanton Zug

07. November 2016 14:24; Akt: 07.11.2016 15:37 Print

Polizei warnt Firmen vor dem Enkeltrick 4.0

von Daniela Gigor - Mit dem sogenannten Enkeltrick 4.0 ergaunern sich die Täter bei Unternehmen im Kanton Zug hohe Geldbeträge.

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Mit falschen Mails und vorgespielten Anrufen werden die Firmen betrogen. (Symbolbild/Keystone/Anthony Anex)

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Im Kanton Zug häufen sich Vorfälle mit einer neuen Betrugsmasche, die CEO-Fraud oder auch Enkeltrick 4.0 heisst. «Die Betrüger informieren sich im Vorfeld genaustens über die Firma, die Positionen der Geschäftsleitung, Unterschriftsberechtigte wie auch über Geschäftspartner», sagt Frank Kleiner, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Diese Infos beschaffen sich die Betrüger telefonisch oder aus dem Internet.

Anschliessend geben sich die gut organisierten und vorbereiteten Täter überzeugend als Geschäftsführer oder Entscheidungsträger eines Unternehmens aus, das der Opfer-Firma durch reale Geschäftsbeziehungen bekannt sein dürfte. So wird etwa dem Buchhalter oder einer Sekretärin durch mehrfache, gefälschte E-Mails wie auch Telefonanrufe vorgespielt, eine dringende oder geheime Geldüberweisung müsse schnell und unauffällig durchgeführt werden.

Mehrere zehntausend Franken überwiesen

Öfters gibt es auch noch zusätzlich einen Anruf eines angeblichen Unternehmensberaters, der den Grund der Geldüberweisung plausibel erklärt. Genügt dies noch nicht, wird der Druck auf die Mitarbeiter erhöht.

Im Kanton Zug sind in den letzten Tagen bereits mehrere Unternehmen Ziel dieser Betrugsmasche geworden. Kleiner: «In einem Fall sind so mehrere zehntausend Franken auf ein ausländisches Konto überwiesen worden.»

Polizei rät zu einem gesunden Misstrauen und gibt Tipps

Die Zuger Polizei rät, auch bei grösstem und raffiniertem Druck kein Geld zu überweisen, wenn dies intern nicht mit einer berechtigten Person abgesprochen werden konnte. Kleiner: «Die Betrüger verwenden beispielsweise E-Mail-Adressen von Geschäftspartnern und bauen etwa einen Fehler im Namen des Absenders ein.» Würde auf solche Mails mit der Antwortfunktion reagiert, sendet der Empfänger die Antwort an den Betrüger. Darum sollten die E-Mails neu adressiert werden. Besonders misstrauisch sollte man sein, wenn Angaben über eine neue Bankverbindung oder eine Überweisung ins Ausland angeordnet wurden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat F. am 07.11.2016 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    No go!

    Tut mir wirklich leid, aber so etwas kann und darf in einem gut organisierten Unternehmen nicht vorkommen. Wie dilettantisch muss man sein um auf so einen billigen Trick hereinzufallen. Bei uns wird jede Zahlung von mindesten 2 Personen geprüft und einer 3. abgezeichnet.

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  • P-J S. am 07.11.2016 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Der Benutzer hat die Verantwortung

    Das ist kein Enkeltrick. Man nennt dies Social Engineering. Ein Artikel diesbezüglich wäre auch von Vorteil, da nicht jeder weiss, wie man damit umgehen soll/muss. Der Bund hat dies schon längst verpasst.

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  • Marco Kälin am 07.11.2016 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ist mir schlicht unerklärlich

    Das jemand eine "geheime" Geldüberweisung beantragt und ausbezahlt bekommt indem dieser jemand irgendwelche Geschichten von Geschäftsverbindungen nennt, ist mir schlicht unerklärlich. Im Weiteren sollten Überweisungen immer von mind. zwei Personen und in solchen Fällen von den Betrügern genannten Personen autorisiert werden. Ich kann nicht verstehen das eine Firma mehrere Fr. 10'000.- dann einfach so mal ins Ausland versendet ohne intern Rücksprachen genommen zu haben. Vor allem ist Vorsicht geboten wenn dann noch Mr. Unbekannt einen terminlichen Druck ausübt. Sorry, da habe ich kein Mitleid!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gelddrucker am 07.11.2016 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Märchenerzähler

    es gibt keine geheimen überweisungen. wer erklärt das dem buchhalter oder den auditors ? oder dem finanzchef ? solche leute glauben sicher trudi gerster auch.

  • Martin am 07.11.2016 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorhesetzter hat letztes Wort

    ich glaub jede Person die mit geldüberweisungen zu tun hat kennt ihren vorgesetzten. diesen würde ich zuerst fragen, wenn es unbedingt "sofort" überwiesen muss.

  • dotteli am 07.11.2016 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    enkel

    dies ist nun 1 art krieg..cyberkriminalitaet...internetfallen etc..wir stehen 1 neuen phaenomen gegenueber anscheinend hilflos da buerger aus glas....

  • puff paff am 07.11.2016 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    enkelgeld

    meines wissens besitzen herr u frau schweizer ueber 1 urgesundes misstrauen. das ist loeblich. frage..warum passieren solche gaunertricks immer u immer wieder. die polizei und die gwmeibden sollten infos verteilen..damit jede ecke informiert ist. danke.

  • Liam am 07.11.2016 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns

    wir JEDE Zahlung vom Verursacher geprüft, erklärt und dann per Visum als korrekt bestätigt. Wenn unklar, klärt der Verursacher ab, bis es nachweislich stimmt. Kann bei uns nicht passieren. Ausserdem kennen wir unsere Kontakte - auch deren Stimmen.

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