Kanton Luzern

02. März 2015 11:22; Akt: 02.03.2015 13:08 Print

Wirtschaftsdelikte – Staatsanwalt alarmiert

Im Kanton Luzern brauchts mehr Personal, um Wirtschaftskriminellen Einhalt zu Gebieten. Laut Staatsanwalt bleiben sogar Fälle einfach liegen.

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In Luzern soll Wirtschaftskriminalität bekämpft werden (Symbolbild). (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Luzerner Staatsanwaltschaft fordert für den Kampf gegen Wirtschaftskriminelle zusätzliche Personalressourcen. Diese müssten in einer spezialisierten Abteilung dringend aufgebaut werden, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

«Wollen nicht nur Parksünder jagen»

Die Behörde begründete ihre Forderung damit, dass es bei der Zahl der Wirtschaftsdelikte einen klaren Trend nach oben gebe. Zahlreiche Fälle könnten mangels Ressourcen nicht bearbeitet werden. Für die neue Stelle wird mit Kosten von 1,5 Millionen Franken gerechnet; sie soll bis 2016 operativ sein. Dort sollen fünf bis sieben Spezialisten arbeiten. Daniel Burri, leitender Staatsanwalt, sagte: «Wir haben ganz klar ein Problem – zu wenig Personal. Es kann nicht sein, dass wir nur Parksünder jagen.»

Gemäss der Staatsanwaltschaft benötigen die Untersuchungen der Wirtschaftsdelikte wegen der neuen gesamtschweizerischen Strafprozessordnung viel mehr Zeit als früher. So seien etwa die Rechte der Verfahrensbeteiligten ausgebaut worden.

An den fallführenden Staatsanwalt würden hohe Ansprüche gestellt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zudem seien neue Sachverhalte unter Strafe gestellt worden, und es gebe mehr internationale Fälle.

Mehr Arbeit für die Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern musste 2014 insgesamt 49'000 Fälle behandeln, 1900 Fälle oder 4 Prozent mehr als 2013. 55 Prozent der Fälle, nämlich 27'000, betrafen Verletzungen des Strassenverkehrsgesetzes. 5000 Fälle waren Vermögensdelikte, 4000 Übertretungen.

In den einzelnen Deliktsgruppen gab es im Vergleich zu den Vorjahren zwar Schwankungen, diese sind gemäss Staatsanwaltschaft aber wenig aussagekräftig. Die Zahlen liessen deshalb nicht auf einen Trend schliessen.

79,5 Prozent der Delinquenten waren Männer, 60 Prozent Schweizer.

(20 Minuten/sda)

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