Luzern

07. Februar 2017 18:40; Akt: 07.02.2017 18:40 Print

«Bei Hautrötungen den Schmuck vernichten»

von Nicole Agostini - Vorsicht: Modeschmuck kann die Gesundheit bedrohen. Der Luzerner Kantonschemiker gibt Auskunft.

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Die Behörden zogen in Luzerner Geschäften einen Viertel von 30 geprüften Schmuckstücken eingezogen: Sie enthalten Schwermetalle und können gesundheitsschädlich sein. Ein Labor stellte unter anderem bei einem Schmuckstück fest, dass der Höchstwert von Cadmium um das 700-fache überschritten wurde.

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Nickelfrei oder nicht?

«Am besten fragt man im Laden aktiv nach, ob das Schmuckstück nickelfrei ist», rät der Luzerner Kantonschemiker Silvio Arpagaus. Beim Kauf gebe es sonst kaum Möglichkeiten, um im Schmuck enthaltene Schwermetalle erkennen zu können. Wenn der Betrieb versichern könne, dass die Ware nickelfrei sei, sollte das mit einem Zertifikat belegbar sein.

«Die Betriebe werden bei den Kontrollen sensibilisiert, dass sie von Lieferanten Zertifikate einholen sollen, dass die Ware nickelfrei ist», so Arpagaus weiter. Eine immer häufigere Methode, um den Nickelgehalt feststellen zu können, seien Schnelltests: Man reibe ein Schmuckstück an einem Teststreifen ab und gebe ein chemisches Mittel – innerhalb kurzer Zeit werde das Resultat sichtbar.

Diverse Schwermetalle

Nickel ist gesundheitsschädlich und kann Allergien hervorrufen. «Bei Hautrötungen sollte man den Schmuck sofort auszuziehen und entsorgen», empfiehlt Arpagaus. «Wenn das Produkt weg ist, ist meist auch das Problem weg.» Weitere Symptome sind Juckreiz — in gravierenden Fällen können sich auch Blasen oder Ekzeme bilden. Bei bleibenden Beschwerden solle man den Hausarzt konsultieren. Blei und Cadmium gelange kaum über die Haut in den Körper, trotzdem solle man die Schwermetalle meiden: «Sie sind umweltschädlich und deshalb in diesen Produkten grundsätzlich unerwünscht», so Arpagaus weiter. Sie seien im Schmuck «nicht bewusst» enthalten, sondern meist Verunreinigungen bei billigen Legierungen.

Modefachgeschäft Six nimmt Stellung

Wie können der Detailhandel und die Modefachgeschäfte verhindern, dass giftiger Schmuck verkauft wird? Stefan J. Kühnapfel, der als Rechtsanwalt das Modegeschäft Six betreut, sagt auf Anfrage: «Wir haben bereits seit Jahren eine umfängliche Qualitätskontrolle für unsere Produkte etabliert, um die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Inhaltsstoffe unserer Produkte einzuhalten.» Deshalb seien auch keine Auffälligkeiten seitens der Behörden gemeldet worden. Die Selbstkontrolle der Läden sei wesentlich, um Artikel mit allergenen Stoffen zu vermeiden. Six testet die Produkte laut Kühnapfel auf die genannten Komponenten selber und prüft die Lieferanten regelmässig. «Falls Produkte die Tests nicht bestehen, werden diese nicht in den Verkauf gegeben, sondern vernichtet.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 07.02.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Geldstrafen

    Ich fordere hohe Geldstrafen für die Läden welche solche waren "unwissend" verkaufen.

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  • Lisa77 am 07.02.2017 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nickel ist bei einigen SIX Ohrringen enthalten

    Ich habe vor Weihnachten bei SIX Ohrringe gekauft, habe vor dem Kauf extra nachgefragt ob nickelfrei da ich allergisch bin. Die Verkäuferin hat mir versichert es seien alle nickelfrei, was sich leider als falsch entpuppte!!!! Juckreiz an dem Ohren waren sie Folge.

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  • Rolando am 07.02.2017 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sammler

    Alle die echten Gold- und Silberschmuck nicht vetragen, bitte mir direkt anliefern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus48 am 08.02.2017 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität als Standart, waren noch Zeiten

    ich habe Schuhe, wen ich die anhabe bekomme ich eine art wie Fusspiltz. weiss da jeand mehr??

  • andrej am 08.02.2017 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Billiger Wegwerf-Schmuck

    muss halt immer alles billig sein, kein Wunder wird Sondermüll (Cadmium) in die Legierung gemischt.

  • Patricia am 08.02.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernichten?

    Nein, einpacken, in den Laden zurückbringen und Geld zurück verlangen, ansonsten mit Anzeige drohen! Man darf die Händler solcher Giftware nicht davonkommen lassen. Kenne dein Recht und wehre dich!

  • FehlerTeufel am 08.02.2017 06:46 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlerhaft

    Sorry, unabhängig von der Schwermetallproblematik wäre es immer gut, die Artikel vor der Veröffentlichung nochmals zu lesen. Hier wimmelt es ja nur so von Fehlern.

  • M. D. am 08.02.2017 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer oder Echt?

    Falsche Frage: ich trage nur teuren Schmuck... es sollte heissen: ich trage nur echten Schmuck!

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