Luzern

25. August 2017 18:51; Akt: 25.08.2017 18:51 Print

Neue Idee für Luzerns Car-Parkplatz-Problem

Die Lösung für Luzerns Car-Problematik liegt laut Architekt Marc Syfrig unter dem Boden des Schweizerhofquais und soll 120 Millionen Franken kosten.

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So stellt sich Marc Syfrig die Lösung für das Parkplatz-Problem vor. Unter dem Schweizerhofquai soll ein Parkhaus hin. (Bild: Marc Syfrig)

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Die Cars seien nicht das Problem, machte Syfrig bei der Vorstellung seiner Idee am Freitag in Luzern klar. Es seien ihre Manöverfahrten zwischen Löwenplatz, Schwanenplatz und Inseli, die wegen fehlender Car-Parkplätze der Stadt «ein Trauma in Sachen Verkehr bescheren, das jeden Tag sichtbar ist», sagte der Luzerner Architekt. Und weil das Projekt eines privaten Car-Parkhauses unter dem Musegghügel politisch blockiert sei, habe er mit einer Gruppe von Initianten seine Idee eines Seeparkings unter dem Schweizerhofquai vorangetrieben.

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Platz für 40 Cars und 240 Autos

Unter der Kantonsstrasse zwischen Schwanenplatz und der Einmündung Alpenstrasse soll auf zwei Etagen ein Parkhaus entstehen. Die Dimensionen: 320 Meter lang, rund 10 Meter tief und 17 Meter breit. Das erste Untergeschoss böte eine Wendeschlaufe unter dem Schwanenplatz und Parkplätze für 40 Cars. Im zweiten Untergeschoss fänden bis zu 240 Autos Platz.

Die Cars würden über zwei Rampen gegenüber der Einmündung Alpenstrasse ein- und ausfahren, die Autos über eine unterirdische Verbindung zum bestehenden Parkhaus Schweizerhof. Auf der Suche nach Auslademöglichkeiten fahren Reisecars heute oft zwischen dem Inseli hinter dem Bahnhof und dem Schweizerhofquai hin und her, was Stau und Mehrverkehr generiert.

Mit dem Seeparking würde dies reduziert, sind die Initianten um Syfrig überzeugt. Gleichzeitig könnten die drei heutigen Car-Parks deblockiert werden und, begrünt, die Quartiere aufwerten. Die 240 zusätzlichen Autoparkplätze brächte der Altstadt Linderung und könnten etwa im Weyquartier kompensiert und durch Grünflächen ersetzt werden.

Bis zu zwei Jahre Bauzeit

Kosten würde der Bau laut Syfrig 100 bis 120 Millionen Franken, zahlen sollten dies die Verursacher: Autos fünf Franken pro Parkstunde, Cars zwei Franken pro Passagier und Stunde, was etwa 100 Franken gleichkomme. Es soll, so die Initianten, ein Luzerner Projekt werden: Als Investoren sehen sie die Stadt, die das Grundstück gegen Zins im Baurecht abgeben soll, Luzerner Unternehmen, institutionelle und private Gesellschaften und die Vergabe von Publikumsaktien.

Erstellt würde das unterirdische Parkhaus in der sogenannten Deckelbauweise. Vorteil sei eine kurze Bauzeit von eineinhalb bis zwei Jahren, zudem müsste die Schweizerhofquai-Strasse nicht komplett gesperrt werden. In einem ersten Schritt würden Werkleitungen herausgenommen, dann eine der vier Spuren gesperrt, um Pfahlwände einzulassen und einen Deckel einzubauen. Anschliessend würde der gleiche Vorgang seeseitig vorgenommen. Der Aushub erfolgte schliesslich unter der Fahrbahn.

Ermutigende Reaktionen aus der Politik

Seine Idee habe gleich mehrere Vorteile, sagte Syfrig. So würden bestehende Infrastrukturen genutzt, die Zonenkonformität sei gegeben, der Grund sei im Besitz der Stadt, das Parkhaus wäre benutzerfreundlich für Touristen und die Bevölkerung – diese hätten direkten Zugang zum Zentrum, was aus Sicht der touristischen Wertschöpfung wichtig sei. Der Rückstau zu Stosszeiten würde überdies in Ibach und damit ausserhalb der Stadt aufgefangen.

Zudem erhielte die Stadt 300 Meter entfernt vom Bahnhof ein Terminal für Busse, die das Parking beispielsweise bis 9 Uhr nutzen könnten. Das Bauwerk könnte dereinst gar zur Metrostation umfunktioniert werden. Der Linie des geplanten Luzerner Durchgangsbahnhofs unter dem Seebecken käme das Parkhaus nicht in die Quere, versichern die Planer. Erste Reaktionen von politischer Seite seien ermutigend, sagte Syfrig.

(jak/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gustav Gans am 25.08.2017 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Parkplätze

    Ich bin immer noch überzeugt, das aushöhlen des Musegghügels wäre die beste und vor allem die günstigste Lösung. Autobahn-Anschluss Gütsch davor!

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  • Tina K. am 25.08.2017 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis profitieren ?

    Wie wäre es, wenn man den grössten Profiteur dieses Parkplatzes zur Kasse bitten würde, das bekannte Juwelier- und Uhren-Geschäft unmittelbar daneben ?

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  • Bauingenieur am 25.08.2017 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Was hat ein Architekt schon Ahnung von einem unterirdischen Parkhaus! Deckelbauweise und stützenlos hat er wohl in seinem Studium kurz aufgeschnappt. Als Luzerner sollte er wissen, dass der Boden dem Kanton gehört. Es handelt sich ja um eine Kantonsstrasse. Zudem ist die Idee schon Jahrzente alt. Da will sich einer mit fremden Federn schmücken

Die neusten Leser-Kommentare

  • F. St'mann am 26.08.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träumt weiter

    Wenn schon, dann der lärmige Verkehr unter den Boden. Und ja, das Hochwasser von 2005 schon vergessen als der schwanenplatz und der schweizerhofquai unter Wasser standen.

  • M.w am 26.08.2017 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Projekt Sedel

    Mein Vorschlag; Es dürfen keine Cars mehr in die Stadt fahren, nur noch bis zum Sedel. Und dann auf dem Sedel, ( hat ja mehr als genug platz z.b alte KVA oder Ibach Viertel) ein Carparkplatz mit einem Parkhaus bauen. Danach mit Schuttel Büssen die Touris nach luzern fahren. Oder noch besser ist es mit einer Metro direct in die Stadtmitte.

    • R. Roth am 26.08.2017 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.w

      Diese Idee wurde schon vom Architekten Marcel Sigrist vorgeschlagen! Dies ist die einzige langfristige Lösung für Luzern.

    • Jay am 26.08.2017 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.w

      Die Cars durch Busse ersetzen, was bringt das?

    • Nichts Neues am 26.08.2017 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      @ R. Roth

      Sigrists Holding ging konkurs - offenbar lässt sich das Traumschloss nicht finanzieren. Zudem befand der Stadtrat, Die Metro sei nicht mit dem im Richtplan verankerten Agglomerationsprogramm kompatibel. Vgl. LZ vom 9.6.15

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  • Innerschwyz am 26.08.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Murgang

    Das luzerner gewerbe möchte keinesfalls umsatzverlust riskieren, darum lässt es den car-murgang zu.. die zukunft sieht so oder so für uns luzerner schlecht aus.... wir profitieren von rein gar nichts - im gegenteil! Keine prämienverbilligung, keine stipendien, dafür asylschule würzenbach.

  • Andy Keller am 26.08.2017 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Schmuck und Uhren?

    An alle die hier nur von Schmuck und Uhren reden. Diese Geschäfte gibt es in Zürich, Basel, Interlaken, Genf, ..... von den Internationalen Städten nicht zu reden. Fragt doch einfach mal so einen Reisenden, ob er viel Geld für die Reise bezahlt und den weiten Weg EXTRA nach Luzern nur wegen diesen Dingen macht ????? Diese Geschäfte zahlen hohe Steuern an eure Stadt und schaffen Arbeitsplätze in unserem Land + nicht in China !!!

  • Peter Schmied am 26.08.2017 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uhrengeschäfte

    Solange die Reisecar's durch die Stadt fahren ist das Carproblem nicht gelöst.. Aber gewisse Uhrengeschäfte wollen natürlich das die Car's vor ihrem Geschäft anhalten.. Ein Verkehrschaos über 2 Jahre wie bei der Seebrücken Sperrung brauchen wier nicht!

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