Goldau

12. Juli 2016 17:59; Akt: 12.07.2016 18:54 Print

Neuer Leitwolf protzte mit Biss in Bärenhintern

Führungswechsel im Wolfsrudel Goldau: Antares heisst das neue Leittier, das sich gegen den alten Boss Samu durchgesetzt hat. Seinen Mut bewies der Neue, indem er Bären ärgerte.

Tierpflegerin Priska Steiner: «Leitwolf Antares hat das Gefühl, ihm gehöre die ganze Welt.»
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der dreijährige Wolf Antares hat es geschafft: Er ist der neue CEO im Goldauer Wolfsrudel. Er löste den alten Leitwolf Samu ab. Anzeichen über den Chefwechsel gab es bereits im Winter, als Antaras ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag legte: «Er packte einen Bären am Hinterteil und versuchte, ihm das Futter zu stehlen», sagt Tierpflegerin Priska Steiner.

Umfrage
Hätten Sie an Stelle von Samu das Amt ebenfalls kampflos übergeben?
33 %
8 %
23 %
31 %
5 %
Insgesamt 703 Teilnehmer

Wahrscheinlich wollte Antares mit dem Bärenbiss den anderen Tieren imponieren. In Goldau leben Bären und Wölfe in einem gemeinsamen, grossen Gehege.

Führungswechsel war überraschend und harmonisch

Der Wechsel an der Spitze des Rudels lief dann aber ganz harmonisch. Zurückzuführen sei dies auf den sanftmütigen Charakter des alten Alpha-Wolfes, teilte der Tierpark Goldau mit. «Als der Jüngling angefangen hat, sich in Pose zu setzen, hat Samu aufgehört, seine Alpha-Rolle zu verteidigen. Er hat sich Antares schliesslich unterworfen.»

Der Führungswechsel sei aber dennoch überraschend und unerwartet gewesen. «Samu ist eigentlich stark genug und mit sieben Jahren noch im besten Wolfsalter», sagt Priska Steiner, Tierpflegerin im Natur- und Tierpark Goldau. Er sei immer ein friedlicher und selbstbewusster Rüde gewesen. «Allerdings habe ich immer das Gefühl gehabt, dass er die Führungsrolle lediglich übernommen hat, weil er musste», sagt Steiner, die dem neuen Leitwolf seinen Namen gab.

Im Rudel regieren zwei Alpha-Tiere

Es gibt in der Tierwelt kaum ein komplexeres Sozialsystem als jenes eines Wolfsrudels. Ein Wolf kann neben seiner Körpersprache mit Schwanz, Ohren und Gesichtsausdruck auch mit Düften und einer Vielzahl von Lauten zu kommunizieren. Bei günstigen Wetterbedingungen ist das Heulen eines Wolfes kilometerweit zu hören. In einem Rudel gibt es immer zwei Leittiere, einmal ein Weibchen (Fähe) und einmal ein Männchen (Rüde).

Rüde und Fähe erlauben keinem anderen Mitglied im Rudel eine Paarung. Ihre Jünglinge werden vom Rudel gemeinsam aufgezogen. Mit seiner selbstgewählten Beförderung hat sich Antares also auch gleich die Aussicht auf die grosse Liebe ermöglicht: Mit Leitwölfin Ronja könnte er dereinst Jungtiere zeugen.

Im Tierpark Goldau gibts insgesamt fünf Wölfe, die gemeinsam mit den syrischen Braunbären auf einer 20'000 Quadratmeter grossen Gemeinschaftsanlage leben.

(emi)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Migi am 12.07.2016 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Dürfen da auch Walliser hinein oder müssen die am Eingang die Waffen abgeben?

    einklappen einklappen
  • Pablo am 12.07.2016 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Märlistund

    Zum glück muss ich ihr nicht den ganze Tag zuhören. Aber für Kinder sicher sehr spannend.

    einklappen einklappen
  • damisi am 12.07.2016 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Da ist noch alles offen....

    und es kann (muss aber nicht) noch deftig scheppern.Wenn es um die Paarung geht,dann wird der Antares erfahren, ob er wirklich der Boss ist! Es gibt leitende Wölfen,die gewisse Führungsaufgaben und Privilegien an Jungspunde abgeben. Das haben Hr.Mech und auch Hr.Bloch in jahrzehntelanger Forschung bei freilebender Wolfsrudeln beobachtet.Die führenden Wölfe lassen sich sogar vom Futter verdrängen.Die sind da mega entspannt. Aber wenn die Partnerin des Leitwolfes läufig wird, dann wird klar gemacht, wer was und was nicht darf.Ein Jungwolf hält da dann meist nur ganz kurz,wenn überhaupt,dagegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jowe am 16.07.2016 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo sind wie?

    ..sind wir hier im Märliland angesichts dieser märlihaften Berichterstattung durch diese langweilige Stimme. Kann man nicht lange mitanhören. Kompliment an die Kinder mit ihrer Geduld.

    • Babic am 16.07.2016 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jowe

      Das habe ich eben auch gedacht. Die armen Kinder die da zuhören müssen. Die Erzählerin ist eine absolute Zumutung. In der Kürze liegt die Würze

    einklappen einklappen
  • Er Cla am 13.07.2016 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billig

    Meine guete ist die langweilig die frau die redet....und vorallem ein sehr langweiliges video...

  • Thela am 13.07.2016 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jungwölfe

    Was passiert eigentlich mit den Nachkommen von Samu und Antares? Werden Diese eventuell sogar ausgesetzt? Vor wenigen Jahren versuchten einzelne Wölfe von Italien her einzuwandern! Heute ist der Wolf fast flächendeckend in der Schweiz anwesend! Der Gedanke der "Aussetzung" scheint mir nicht so abwegig!?!?

  • Wärter am 13.07.2016 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mischling

    Der Biss war doch eine Liebkosung aber Der Bär wollte nicht.

  • Dario am 13.07.2016 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    War vor 5 Jahren schon so

    ... das der Leitwolf einen Bären ins Füdli gezwickt hatte, im Tierpark Goldau. Hab es sogar noch auf Fotos.

FCL.TV
Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen