Sonntagsverkauf an Heiligabend

20. Dezember 2016 08:06; Akt: 20.12.2016 09:58 Print

Jetzt schon Ärger um Weihnachten 2017

von Noah Knüsel - Im 2017 fällt Heiligabend auf einen Sonntag. Dass in Luzern und der Mall of Switzerland die Geschäfte trotzdem offen sein sollen, gefällt der Unia und der CVP gar nicht.

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In der Adventszeit finden in Luzern jeweils zwei Sonntagsverkäufe statt. Da Heiligabend im 2017 auf einen Sonntag fällt, könnte einer dieser verkaufsoffenen Sonntage am 24. Dezember stattfinden. Die City-Vereinigung Luzern hat das bereits fix so eingeplant. Deren Präsident Franz Stalder: «Im Normalfall finden an den letzten beiden Sonntagen vor Weihnachten Sonntagsverkäufe statt. Nächstes Jahr fällt das halt auf den 17. und den 24. Dezember.» Man komme dem Verkaufspersonal insofern entgegen, als dass man für Heiligabend empfehle, die Läden bereits um 16 Uhr zu schliessen. Dies, obwohl die Läden laut Gesetz bis 17 Uhr offen haben dürften. Ausserdem: «Dass Heiligabend auf einen Sonntag fällt, kommt sehr selten vor. Ich habe das, seit ich im Vorstand der City-Vereinigung dabei bin, noch nie erlebt.» Auch die Mall of Switzerland, die im Herbst 2017 in Ebikon eröffnet, kann sich den Sonntagsverkauf an Heiligabend gut vorstellen. Sprecher Werner Schaeppi: «Wir werden das sicher mit unserer Mietervereinigung besprechen und den Geschäften empfehlen, es ihrerseits auch mit ihren Mitarbeitenden zu prüfen.» Generell setzt er sich für flexiblere Ladenöffnungszeiten aufgrund der veränderten Konsumbedürfnisse ein: «Das käme letztlich auch den Mitarbeitern zugute.» Bei der Unia kommt die Idee gar nicht gut an. Giuseppe Reo, Regionalleiter Zentralschweiz: «Sollte dafür eine Bewilligung erteilt werden, wäre das ein Affront und ein Zeichen, dass man mit Geld alles kaufen kann.» Die beiden verkaufsoffenen Sonntage im Dezember seien den Geschäften zugestanden worden, diese müsse man aber im nächsten Jahr mit Sonntagen an Heilig Abend und Silvester vorverschieben. «Am Heiligabend-Sonntag dürfen die Läden nicht offen sein», bekräftigt Reo. Auch das Verkaufspersonal habe Anrecht auf ein familiäres Leben. Falls der Sonntagsverkauf an Heiligabend eine Bewilligung erhalte, würde die Unia Verkaufsangestellte in allen Belangen unterstützen, so Reo. Vor allem, da in Luzern das Volk zu liberalen Ladenöffnungszeiten innert wenigen Jahren bereits drei Mal deutlich Nein gesagt habe. Auch Andrea Gmür, Präsidentin der Stadtluzerner CVP, hält nicht viel vom Sonntagsverkauf am 24. Dezember: «Wenn der Heiligabend schon einmal auf einen Sonntag fällt, dann sollen die Läden doch dann geschlossen bleiben.»

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Nachdem bereits das Glatt-Zentrum in Wallisellen ZH an Heiligabend und Silvester 2017 einen Sonntagsverkauf angekündigt hat, ziehen nun die Mall of Switzerland und die City-Vereinigung Luzern nach: Beide wollen am Sonntag, 24. Dezember 2017 die Ladentüren öffnen.

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Im Kalender der City-Vereingung für 2017 ist das bereits fix eingeplant. Präsident Franz Stalder sieht darin kein Problem: «Im Normalfall finden an den letzten beiden Sonntagen vor Weihnachten Sonntagsverkäufe statt. Nächstes Jahr fällt das halt auf den 17. und den 24. Dezember.» Man komme dem Verkaufspersonal insofern entgegen, als man für Heiligabend empfehle, die Läden bereits um 16 Uhr statt erst um 17 Uhr zu schliessen. «Dass Heiligabend auf einen Sonntag fällt, kommt sehr selten vor. Ich habe das, seit ich im Vorstand der City-Vereinigung dabei bin, noch nie erlebt», so Stalder weiter.

«Käme auch Mitarbeitern zugute»

Auch bei der Mall of Switzerland, die im Herbst 2017 in Ebikon eröffnet, kann man sich einen Sonntagsverkauf an Heiligabend gut vorstellen. Sprecher Werner Schaeppi: «Wir werden das sicher mit unserer Mietervereinigung besprechen und den Geschäften empfehlen, es ihrerseits auch mit ihren Mitarbeitenden zu prüfen.» Wenn der Heiligabend-Verkauf bereits mit der bestehenden Bewilligungspraxis zusammentreffe, dann umso besser. Generell setzt er sich für flexiblere Ladenöffnungszeiten aufgrund der veränderten Konsumbedürfnisse ein: «Das käme letztlich auch den Mitarbeitern zugute.»

«Bewilligung wäre ein Affront»

Giuseppe Reo, Regionalleiter Zentralschweiz der Unia, wehrt sich vehement gegen den Sonntagsverkauf an Heiligabend: «Sollte dafür eine Bewilligung erteilt werden, wäre das ein Affront und ein Zeichen, dass man mit Geld alles kaufen kann.» Die beiden verkaufsoffenen Sonntage im Dezember seien den Geschäften zugestanden worden, diese müsse man aber im nächsten Jahr wegen der Sonntage an Heiligabend und Silvester vorverschieben. «Am Heiligabend-Sonntag dürfen die Läden nicht offen sein», bekräftigt Reo. Auch das Verkaufspersonal habe Anrecht auf ein familiäres Leben.

Falls der Sonntagsverkauf an Heiligabend eine Bewilligung erhalte, würde die Unia Verkaufsangestellte in allen Belangen unterstützen, so Reo. Vor allem, da in Luzern das Volk zu liberalen Ladenöffnungszeiten innert wenigen Jahren bereits drei Mal deutlich Nein gesagt habe.

Auch Andrea Gmür, Präsidentin der Stadtluzerner CVP, hält nicht viel vom Sonntagsverkauf am 24. Dezember: «Wenn der Heiligabend schon einmal auf einen Sonntag fällt, dann sollen die Läden doch dann geschlossen bleiben.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi am 20.12.2016 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Organisation

    Vor ein paar mehreren Jahren ging es auch ohne Sonntagsverkauf und da hatte auch jeder seine Geschenke und "verhungert" ist auch niemand. Es ist reine Organisation.

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  • Sestrilia am 20.12.2016 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Unflaublich wie wenig Herz manche Menschen haben. Nur vor das Geld vor Augen zu haben anstelle der Familie. Es ist traurig mit ansehen zu müssen, wie die Bedeutung von Weihnachten verloren geht.

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  • Maki am 20.12.2016 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das problem?

    Dan macht man es am 2&3 Sonntag. Ganz eibfach

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruth Meier am 28.12.2016 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angestellte Verkauf

    Wie stehts dann mit der Kompensation der Stunden in der Woche davor oder dannach? Da fehlt das Personal an wichtigen Tagen!!

  • Anna Bu. am 23.12.2016 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzenlos

    NEIN fuer laengere Oeffungszeiten !!!! Keine Sonntage oder Feiertage wie Bechtelstag. Soll doch die Chefetage so schaffen. Mehr Umsatz gibt es nicht es verteilt sich anders. Das ist "bespassung" fuer die Leute die nichs mit ihrer Zeit anzufangen wissen.

  • anonym am 22.12.2016 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    migros

    wiso kaufen unsre lieben kunden an diesen tagen das 4 fache ein.möchte nicht wissen, wie viel von diesem um apfahl verschwindet.

  • Bildli am 22.12.2016 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonntag = zu

    Dann sollen doch die Herren und Damen der Teppichetage in den Geschäften arbeiten und an der Front stehen . Es geht ja eh immer zu lasten des Mitarbeiters. !! Sonntag = Geschäft zu!! Es gibt unter der Woche genug lange Öffnungszeiten, dass jeder mal Gelegenheit zum einkaufen hat !

    • DoDo am 24.12.2016 05:23 Report Diesen Beitrag melden

      Jammerei

      Ich hoffe Sie gehen nie an Sonntagen Essen, ins Kino, fahren mit Bahn,Bus, Schiff oder gehen Skifahren - auch hier arbeiten Leute, sogar an Feiertagen. Von Aerzten, Krankenschwestern etc. gar nicht zu reden.....

    • luzerner am 25.12.2016 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DoDo

      dann möchte ich sonntags auch einen Handwerker haben ohne Aufschlag möchte meine Bankgeschäfte erledigen am Schalter zur Verwaltung am Sonntag usw

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  • Lehser am 22.12.2016 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommentare unerwünscht

    Euer grösstes Problem, liebe Schweizer, sind nicht Ladenöffnungszeiten, sondern, dass die Medienlandschaft euch einen Baren aufzubinden versucht. Tragisch ist, dass Herr und Frau Schweizer sich von solchen Meldungen vom Wesentlichen ablenken lässt.

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