2500 Jahre alt

27. Juli 2016 05:49; Akt: 27.07.2016 09:50 Print

HSLU-Studenten spürten uralte Siedlungen auf

Forscher fanden in Uri 700 Mauerreste aus uralten Zeiten, darunter auch die mit 2700 Jahren älteste Hütte der Schweiz. Mitgeholfen haben auch HSLU-Architekturstudenten.

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Während sieben Jahren haben im Kanton Uri Wissenschaftler nach alpinen Wüstungen gesucht – das sind Überreste von ehemaligen Alphütten, Stallungen oder auch Speichern. Während der Untersuchungen konnten sie rund 700 Mauerreste dokumentieren. Gestartet hatte man die Feldforschung zuerst im ganzen Kanton Uri, danach haben sich die Wissenschaftler aber auf die Gemeinde Attinghausen konzentriert: «Der Surenenpass war ein günstiges Gebiet für unsere Untersuchungen. Es gibt dort wenig natürliche Schutzräume, weshalb dort besonders alte Wüstungen zu vermuten waren», sagt Marion Sauter, die die Kunstdenkmäler des Kantons Uri inventarisiert hat und an der Hochschule Luzern (HSLU) Architekturgeschichte doziert.

Bei der Suche nach den alten alpinen Siedlungsresten konnte Sauter auch auf die freiwillige Unterstützung von 28 HSLU-Architekturstudenten zählen: «Die Studenten überlegten sich, wo es geeignete Standorte geben könnte», sagt Sauter. «Das Gebiet darf etwa nicht zu steil und eine Erschliessung muss möglich sein.» Auch ob es Wasser in der Nähe hat oder Steinschlaggefahr besteht spielte dabei eine Rolle.

Alter der Funde variiert stark

Das Alter der Funde reicht weit in die Vergangenheit zurück: «Der älteste Fund stammt aus der Zeit um 700 v. Chr.», so Sauter. Es sind die Überreste einer Hütte, die 2013 von Wissenschaftlern auf dem Geissrüggen ausgegraben wurde. Ein Sensationsfund: «Es handelt sich um das erste bekannte Gebäude im Innerschweizer Alpenraum aus dieser Zeit.» Erstaunlich zudem: Die Holzkohle, die man bei der Hütte gefunden hatte, befand sich nur zwölf Zentimeter tief im Boden. «In diesem Gebiet haben sich nur wenige Ablagerungen angesammelt, da es keine Bäume hat und keine Lawinen niedergingen.» In anderen Gebieten sei es möglich, dass sich in der gleichen Zeit mehrere Meter dicke Schichten ablagern.

Fundstellen wurden in Buch dokumentiert

Viele der dokumentierten Wüstungen stammen aber auch aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit, manche sind sogar erst 20 bis 30 Jahre alt. Zudem konnten die Wissenschaftler aufzeigen, wie sich die Bewirtschaftung der Alpen im Laufe der Zeit veränderte.

Gearbeitet hat das Projektteam übrigens ehrenamtlich, der Kanton Uri übernahm aber Kost und Logis, die Hochschule Luzern förderte den Druck der Abschlusspublikation «Surenenpass. Archäologie und Geschichte in Attinghausen», in der die Resultate zusammengefasst sind.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dbo am 27.07.2016 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bildung!

    Eine wohltuende Meldung inmitten all der Schrecjensmeldungen der letzten Zeit. Wir müssen neben der Sicherheit auch wieder verstärkt in Bildung investieren. Eine Nation die in Bildung aller investiert wird eine deutlich friedlicher Zukunft vor sich haben. Sicherheit benötigen wir um dahin zu kommen. Bringt mehr von solchen Artikeln, von den schlechten haben wir so oder so genug.

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  • Melmen am 27.07.2016 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag Altes

    Viiiiel spannender als Pokemon suchen.

  • Bigllion am 27.07.2016 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Cool, gratuliere

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frosties am 27.07.2016 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Prima

    Nur: Wer lebte vor so langer Zeit in der Schweiz? Die Cousins von Özi?

  • Mumpitz am 27.07.2016 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nun?

    Und da soll Gott vor über 2000 Jahren (in 7 Tagen) die Welt erschaffen haben...?!

  • Innerschwyz am 27.07.2016 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attika

    Sehr interessant, würde auch gerne dabei sein. Da kommen sicher auch noch andere fragmente zum vorschein wie: tonscherben, werkzeuge.. Wenn man aber weiss, dass zu dieser zeit in griechenland hochkonjunktur herrschte, die persischen kriege stattfanden, dann haben unsere vorfahren doch sehr bescheiden gehaust.

    • Christ am 27.07.2016 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Innerschwyz

      Das müssen nicht unbedingt Nachfahren gewesen sein. Ich würde sogar behaupten, dass diese Leute nicht gemeinsames mit uns haben. Diese Leute könnten auch Abgesandte gewesen sein.

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  • Conny am 27.07.2016 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein wahrer Witz alte Berghütten

    7 Jahre suchen und für was ein paar Steinbrocken in den Bergen. So wird sinnlos Geld vertan. Geht den Bergbauern helfen das bringt mehr.

    • k.d. am 27.07.2016 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Conny

      700 Mauerreste sind ein bisschen mehr als "ein paar Steinbrocken". Zudem geht es nicht in erster Linie um die Steine an sich, sondern um den Zweck zu dem sie verwendet wurden, nämlich um Mauern für unterschiedliche Hütten zu bauen, die wiederum zu verschiedenen Zeiten und für unterschiedliche Zwecke gebaut wurden. Denn diese Erkenntnisse lassen Rückschlüsse auf unsere Geschichte zu, wer hat wann wie wo gesiedelt usw. Ein Bergbauer kriegt wohl mehr Subventionen als das ganze Projekt Geld kriegte, denn wie im Bericht steht, wurde dies ehrenamtlich durchgeführt.

    • Christ am 27.07.2016 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @k.d.

      Wer in der Häuser gelebt hat, wissen wir nich und auch nicht wer sie gebaut hat. Zudem sind die Datierungen der Häuser sehr fragwürdig. Steine und Felsen liegen auf dem Berg und jemand behauptet plötzlich das das 2500 Jahre alte Gebenden sind es könne sich dabei auch um 300 Jahre alte Häuser handeln!

    • Radio Carbon am 27.07.2016 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christ

      Sie fanden Holzkohle. Mir der C14 Methode lässt sich das Alter bestimmen. Du kannst dich darauf verlassen, wenn sie 2500 Jahre angeben, stimmt das.

    • Peter Meier am 27.07.2016 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carboni

      Auch wenn wir wissen wer wann wo warum was gemacht hat, leben wir hier und jetzt. Unsere aktuellen Probleme lassen sich nicht mit Grabungen in 2500 Jahre altem Gemäuer lösen. Man kann sich auch selber Beschäftigen, ob das sinnvoll ist?

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  • Melmen am 27.07.2016 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag Altes

    Viiiiel spannender als Pokemon suchen.

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