Skisaison-Bilanz

18. April 2017 19:09; Akt: 18.04.2017 19:09 Print

Kneippen statt Skifahren wegen mildem Winter

von Nicole Agostini - Schneemangel vermieste vielen Zentralschweizer Skigebieten die Saison. Die Bahnen müssen sich immer stärker nach Alternativen umsehen.

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Auf dem Sörenberg waren zwischen Weihnachten und Neujahr dank Kunstschnee zumindest drei von 18 Anlagen offen. (Bild: M. Schwaiger)

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Die meisten Winter-Skiorte schliessen nach den Osterfeiertagen und ziehen Bilanz über die Saison. Gerade die Schwyzer Skigebiete liegen unter 2000 Meter über Meer und sind öfters von Schneemangel betroffen. Vergangenes Jahresende herrschte milder Vorwinter, also konnte die Skisaison erst 2017 gestartet werden. Das hatte Folgen: Schlechter ausgelastet als diese Saison waren die Lifte nur vor zehn Jahren, berichtete der «Bote der Urschweiz».

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Unterdurchschnittliche Saison

Die Stoosbahnen etwa ziehen eine schlechte Bilanz. «Die Wintersaison war unterdurchschnittlich. Bei einem Durchschnitt von etwa 110 Betriebstagen sind 1,8 Millionen Frequenzen normal – heuer hatten wir 1,4 Millionen. Die schlechteste Saison war 2006/2007 mit 1,1 Millionen», so Martin Langenegger, Betriebsleiter Stoosbahnen AG.

Aus der Not machten die Stoosbahnen eine Tugend: Das absolute Highlight auf dem Stoos war, dass der Gratwanderweg zwischen Klingenstock und Fronalpstock zum ersten Mal auch zwischen Weihnachten und Neujahr geöffnet wurde. Normalerweise ist der Weg nur im Sommer zugänglich. «Für viele Gäste war es etwas sehr Spezielles, an Neujahr auf den Gipfeln zu wandern. Es ist sehr gut angekommen», so Langenegger.

Kneippen statt Ski fahren

Auch in Sörenberg im Kanton Luzern ist man nicht glücklich: «Die Saison war im Schnitt ungefähr gleich schlecht wie die letzte. Durch den späten Schneefall konnte man zwischen Weihnachten und Neujahr nur auf Kunstschnee Ski fahren. Von 18 Anlagen waren nur drei geöffnet», erklärt Carolina Rüegg, Direktorin Sörenberg Flühli Tourismus. «Wir haben keine einzige Reklamation gehabt», sagt Rüegg trotzdem zufrieden.

Die Skigebiete müssten sich Alternativen überlegen, wenn es keinen Schnee hat. In Sörenberg gabs viel mehr als nur Skifahren im Angebot: Bei einer Bauernfamilie beim Abferkeln zuschauen, Rössli reiten, kneippen in der Wassertretanlage und auf dem Barfussweg Schwandalpweiher, oder nebst Schwimmen im Hallenbad auch Mini-Golfen.

Bahnen setzen auf Sommer oder ganzes Jahr

Wie sich die Gebiete für die kommenden Jahre gegen den zukünftigen Schneemangel vorbereiten ist ganz unterschiedlich. Sörenberg setzt auf den Sommer und bietet nebst Mountainbike- und Wanderrouten neu ab diesem Sommer für die Gäste auch eine kostenlose Bahnfahrkarte an: «Ab einer einer Übernachtung im Hotel oder in der Ferienwohnung kann man gratis Bahn fahren und hat freien Eintritt in den Spiel- und Lernpark Mooraculum in Rossweid», erklärt Rüegg.

Die Stoosbahnen arbeiten schon seit zehn Jahren an der Idee, die Anlage für 365 Tage zu öffnen. «Im Sommer generieren wir jetzt 4o Prozent des Jahresgeschäfts. Vor zehn Jahren waren es nur zehn Prozent», erklärt Langenegger. «Wir wollen den Sommer weiter stärken und planen für die Zukunft eine neue Beschäftigungsanlage, wo man im Sommer rodeln kann.»

Die Sattel-Hochstuckli AG wende bereits eine Vier-Jahreszeiten-Strategie an und generiere über 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Sommer. Angebote wie die längste Fussgängerhängebrücke der Schweiz, Rundwanderwege, das Kinderland inklusive animiertem Zaubertunnel und Rodel- und Tubingbahn würden zu dem Erfolg beitragen. «Weitere sinnvolle Schritt planen wir ebenfalls im Bereich der technischen Schneeerzeugung», so Simon Zobrist, Geschäftsführer der Sattel-Hochstuckli AG.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit am 18.04.2017 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skifahren nur für die Reichen

    Jedes Jahr das selbe. Profit und nochmal Profit. Seit wieder mal genügsam und geniesst das Leben. Mit diesen überteuerten Preisen erreicht ihr das Durchschnitts-Familien Budget nicht mehr.

    einklappen einklappen
  • Cavi33 am 18.04.2017 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sport für Gutverdiener oder Bergler

    Als Skifahrer muss ich feststellen dass diese Sportart immer teurer wird. Auch aus technischen und körperlichen Gründen sind 2 Wochen Skifahren in der Saison mit sehr hohen Ausgaben verbunden. Somit ist klar dass diese Sportbetätigung immer mehr in den Hintergrund rückt. Skigebiete unter 1800m sind definitiv auf dem Abstellgleis.

  • Jackson am 18.04.2017 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu Teuer

    Es ist nicht nur wegem Schnee, es können sich nicht alle Skifahren leisten. Zu teuer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bergauer am 19.04.2017 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kombination bringt's

    Ich kann das kombinieren: wenn ich skifahren gehe, bin ich auch meistens in den lokalen Kneipen anzutreffen!

  • Kudi, Weggis am 19.04.2017 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Jahr wird gejammert

    Jedes Jahr das Elbe Gejammer. Man sollte mehr Unternehmerisches denken haben und sich nicht nur auf die kurze Schneezeit ausrichten. Es gibt Regionen, die haben Ganzjahresbetrieb und machen das ganz gut. Kommt mit vor wie beim Bademeister im Seebad. Sommer war zu nass, zu kalt, zu wenig Sonne usw. Man findet immer Gründe für seine Unfähigkeit

  • Arbeiten und öffnen am 19.04.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    nicht Monate lang geschlossen haben.

    Nicht nur in den Kinderferien öffnen. Wenn einige meinen sie können sich nur auf das schöne Wetter verlassen sind das keine Geschäftsführer. Wenn man nur 14 Wochen geöffnet hat, in dieser Zeit nicht mal am Abend die Gaststätte in Betrieb nimmt um den Gästen die Gastfreundlichkeit zu Zeigen solle man den Betrieb schliessen, siehe Marbach. Die haben vier Monate zu, das Rest. nur 7 Abende geöffnet. Jede Bahn unter 2000 sollte kein Geld aus einer Kasse erhalten. Diese müssen auf andere Wege in Zukunft versuchen die geschäfte aufrecht zu erhalten, dies geht nur wenn es geöffnet wäre.

  • Silvia Kö am 19.04.2017 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Skiferien unzahlbar

    Skifahren in der Schweiz ist unzahlbar. Darum fahren viele ins nahe Ausland. Die Leute sind auch viel Gastfreundlicher als in der Schweiz.

    • C.E. am 19.04.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvia Kö

      Du weist aber schon, wer in den Schweizer Ski Orten arbeitet.

    einklappen einklappen
  • Silvia Kö am 19.04.2017 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Skifahren

    Leider sond Skiferien in der Schweiz viel zu teuer...es gehen immer mehr ins nahe Ausland...es ist günstiger und die Leute sind tausend mal Gastfreundlicher als in der Schweiz

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