Zu sexistisch

01. November 2012 20:43; Akt: 02.11.2012 10:27 Print

Nackte Nonnen – nicht in Luzern!

von A. Bättig - Die Plakate der Künstlerin Elena Parris zeigen nackte Nonnen und Burka-Frauen mit Dildos. Die Stadt Luzern hat den Aushang deshalb kurzerhand verboten. Die Luzernerin ist empört.

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Die Plakate der Luzerner Künstlerin Elena Parris sind äusserst provokant: Sie verbinden Sex mit Religion und zeigen unter anderem schwangere, rauchende und nackte Nonnen, eine Päpstin, die den Boden küsst oder eine Frau in Burka mit Dildo in der Hand. «Ich will damit auf die Rolle der Frau in der Kirche aufmerksam machen», sagt Parris. Sie wollte in der Stadt Luzern, in Emmen, in Ebikon und in Kriens ihre Kunst durch die Plakate-Firma APG anbringen lassen.

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Doch so weit kommt es nicht. «Die APG hat mir mitgeteilt, dass die Stadt Luzern und die Gemeinden den Aushang verbieten», sagt Parris und fügt an: «Das ist ein Skandal. Hier wird die freie Meinungsäusserung zensiert.»

Kunst verletze religiöse Gefühle

Die Stadt Luzern sieht das anders. «Wir haben die Plakate geprüft und sie als sexistisch empfunden. Solche Plakate gehören in eine Kunstgalerie und nicht in den öffentlichen Raum», sagt Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner, der für die Bewilligung der Plakate zuständig ist. «Ausserdem würde sich die Mehrheit der Luzerner Bevölkerung von den Motiven wohl in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen.» Rehsteiner habe zur Sicherheit aber kurz mit der Stadträtin Manuela Jost Rücksprache gehalten, bevor der Verbots-Entscheid fiel. «Sie sah das genauso wie ich», so Rehsteiner.

Dass die Stadt Luzern Plakate verbietet, kommt nicht oft vor. «In meinen zwei Jahren als Stadtarchitekt ist es das erste Mal», sagt Rehsteiner.

Auch bei der Firma APG ist man sich keiner Verfehlung bewusst. Gemäss Beat Holenstein, Mitglied der Unternehmensleitung, wende man sich bei problematischen Motiven automatisch an die Behörden. «In praktisch allen Schweizer Städten und Gemeinden sind wir vertraglich dazu verpflichtet», sagt Holenstein. Die APG habe speziell geschulte Mitarbeiter, welche die eingehenden Plakate extra überprüfen. «Ist ein Motiv rassistisch, sexistisch oder auf eine andere Art verletzend, wird dies sofort gemeldet.»

Im Jahr komme dies laut Holenstein ungefähr zwanzigmal vor. «Darunter befinden sich Wahl- oder Abstimmungsplakate oder kritische Werbesujets.» Holenstein betont, dass sie sich nicht als Zensurbehörde sehen. «Wir halten uns einfach an das geltende Recht.»

Illegal plakatiert

Künstlerin Parris gibt sich derweil aber noch nicht geschlagen. Sie hat ihre Plakate einfach gleich selber in der Stadt Luzern aufgehängt. Dass ihr deswegen in Luzern wegen wildes Plakatierens eine Busse droht, nehme sie für die Kunstfreiheit gerne in Kauf.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Krista S. am 02.11.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Billig und nicht für die Öffentlichkeit!

    Keine Frage, über Kunst kann man sich streiten. Aber auf öffenlichen Strassen hat sowas nichts zu suchen. Wem sowas gefällt, soll er in eine Gallerie/Austellung gehen. Allen muss man sowas aber nicht zumuten! Und mit "Meinungsfreiheit" hat es auch nichts am Hut!

  • Donat Maxton am 01.11.2012 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sexistisch?

    Man kann durchaus der Meinung sein, dass diese Plakate religiöse Gefühle verletzen. Aber sexistisch sind diese Plakate nicht, sexistisch sind vielmehr die Zustände in der katholischen Kirche, die auf den Plakaten angeprangert werden. Oder verwechselt die Stadt Luzern Sexismus mit Pornographie?

  • Sven am 01.11.2012 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts mit Kunst

    Das hat für mich, und ich verstehe was davon, nichts mehr mit Kunst zu tun! Das ist ein billiger Versuch um PR zu machen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eva-Maria am 02.11.2012 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nonnen sind Frauen

    Eine Cousine von mir ist im Kloster. Was die mir erzählt, würde mir kein Gläubiger abnehmen. Auch im Kloster gibt es Hinterlistigkeit, Zickenkrieg, Eifersucht. Sicher sind nicht alle so, aber wohl die Hälfte. Viele der Nonnen kamen nach negativen Erlebnissen ins Kloster und haben eine Vergangenheit. Einige leben ihr Leben, wenn sie aus dem Kloster rausgehen, um einfach irgendwas zu besorgen oder tun. Es ist nicht mehr so wie früher, und die Kirche weiss das. Aber nicht nur Nonnen machen das, auch Priester.

  • d.m. am 02.11.2012 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Frauenfeindliche Kirche

    Ich finde die Plakate gut, endlich mal jemand der auf die diskrimination von Frauen in der katholischen Kirche hinweist.

  • Krista S. am 02.11.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Billig und nicht für die Öffentlichkeit!

    Keine Frage, über Kunst kann man sich streiten. Aber auf öffenlichen Strassen hat sowas nichts zu suchen. Wem sowas gefällt, soll er in eine Gallerie/Austellung gehen. Allen muss man sowas aber nicht zumuten! Und mit "Meinungsfreiheit" hat es auch nichts am Hut!

  • Peter2106 am 02.11.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Verhoehnung

    Das ist keine Kunst, das ist billigste Verhoehnung. Religionen, gleich welcher Art, durch den Dreck zu ziehen ist wohl das Schaendlichste.

  • Chris Wacker am 02.11.2012 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schon wieder...

    Nicht schon wieder die ewig langweiligen Kommentare was Kunst ist und was nicht...rafft es endlich Leute...Kunst darf und soll alles sein was IHR hineininterpretiert...nicht mehr und nicht weniger..

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