Luzern

10. September 2017 13:33; Akt: 10.09.2017 17:32 Print

Alex Frei erlitt beim FCL ein Burnout

Alex Frei blickt auf seine Zeit als Sportchef beim FCL zurück – und ist schonungslos ehrlich mit sich selbst.

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«Ich kann kategorisch ausschliessen, dass ich je wieder als Sportchef arbeite»: Zu diesem Schluss ist Alex Frei gekommen, ehemaliger Nati-Star und von April 2013 bis Ende 2014 Sportchef des FC Luzern. Warum er nie mehr einen solchen Job will, verriet er der «Schweiz am Wochenende»: «Weil ich gemerkt habe, dass die Themen, mit denen man sich rumschlägt, nicht meine Themen sind. In der Schweiz geht es um optimieren, sparen, Sicherheitskosten. Man hat 27 Sitzungen für einen Spieler, der 80'000 Franken kostet. Da habe ich irgendwann resigniert und mit der Gesundheit bezahlt.»

Frei musste auf Autobahn anhalten und schlafen

Obwohl er es nie habe diagnostizieren lassen, habe er in seiner Luzerner Zeit ein Burnout erlitten. «Wenn man zweimal in der Woche irgendwo auf einer Raststätte anhält und anderthalb Stunden schlafen muss, weiss man, dass fünf vor zwölf vorbei ist.» Diese Erfahrung habe ihn demütig gemacht und als «Mensch zum Guten verändert. Dafür bin ich dankbar». Seine Zeit beim FCL möchte er indes nicht missen: «Ich würde es wieder gleich machen. Weil die Chance enorm gross war. Und der FCL eigentlich ein toller Verein wäre mit grossem Potenzial.»

Frei produzierte Tops und Flops

Frei trat im Dezember 2014 in Luzern zurück. Unter Frei wurde z. B. Tomislav Puljic fortgeschickt, der später zurückgeholt wurde. Er holte 18 Spieler, darunter etwa Rogulj oder Affolter, die nicht wie gewünscht einschlugen, aber auch Spieler wie Schneuwly, Jantscher oder Freuler. Dem gegenüber stehen 22 Abgänge in seiner Amtszeit. Frei holte auch Trainer Markus Babbel, der immer noch da ist und dienstältester Trainer der Super League ist.

Heute ist Frei bei seinem Stammverein FC Basel im Verwaltungsrat in einer strategischen Funktion tätig.

(mme)

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