Riesencrash bei Eich LU

08. September 2015 18:36; Akt: 08.09.2015 18:36 Print

«Mein Bruder wurde aus dem Car geschnitten»

Nach dem schweren Carunfall vom Freitag sind fünf Personen noch immer im Spital – einer davon ist der Ersatzfahrer. Seine Schwester berichtet, wie es ihm geht.

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Nachdem Riesencrash vom Freitag in Eich LU mit 41 Verletzten konnten insgesamt 34 Passagiere des verunfallten Reisecars aus Südwales das Spital bereits am Samstag wieder verlassen. Fünf Verletzte mussten sich weiterhin in der Schweiz behandeln lassen – einer davon Philip Bullock, der Ersatzfahrer des Reisecars.

Seine Schwester Denise Wilkie hat am Montag in einem Interview mit BBC über den Unfallhergang und den Zustand ihres Bruders berichtet.

«Sie sassen im Stau fest, als sie von hinten von einem Lastwagen getroffen wurden», sagt Wilkie. Dadurch sei der Reisecar nach vorne in einen anderen Lastwagen gedrückt worden, wodurch die ganze Front zerstört worden sei.

In Narkose versetzt

«Das ganze Armaturenbrett brach auf den Beinen meines Bruders, der neben dem Chauffeur auf dem Beifahrersitz sass, zusammen; er wurde eingeklemmt», sagt Wilkie. «Der Carfahrer selbst wurde durch das Lenkrad gequetscht.» Einige Passagiere hätten versucht, Bullock wachzuhalten.

«Als der Notfall eintraf, musste Philip in Narkose versetzt werden, damit man ihn aus dem Wrack herausschneiden konnte.» Darauf wurde er mit einem Heli ins Spital geflogen.

«Es war eine schreckliche Zeit», sagt Wilkie, die auch im Interview vom Montag jeden Moment zusammenzubrechen scheint. «Er ist gestern bereits vom Bett aufgestanden. Weil er aber nicht gehen kann, sitzt er im Rollstuhl.»Trotzdem scheint es Bullock laut seiner Schwester besser zu gehen.

Dritte Bauch-Operation

Laut Jason Edwards, kaufmännischer Geschäftsführer des Reisebusunternehmens Edwards Coaches, sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich – es handle sich vor allem um Knochenbrüche. Doch: «Eine der schlimmsten Verletzungen betrifft unseren Carfahrer, er musste zum dritten Mal am Bauch operiert werden», sagte Edwards zu BBC Radio Wales. «Die Verletzungen wurden durch das Lenkrad verursacht.»

(qll)

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