Vorentscheid

10. Juli 2014 17:27; Akt: 10.07.2014 18:05 Print

Stadtrat gibt Parkhaus Musegg den Vorzug

Die Stadt will lieber ein Musegg-Parkhaus als eine Metro zum Schwanenplatz, um in Luzern die Verkehrsprobleme zu lösen. Laut Metro-Planern werden damit aber keine Probleme gelöst.

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Am Falkenplatz würden die Benützer vom Parkhaus Musegg zu Fuss ein und aus gehen. (Bild: zVg)

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Die Luzerner Innenstadt muss vom Verkehr entlastet werden – darin sind sich alle einig. Nur, wie? Für den Stadtrat ist jetzt klar: Er zieht ein Parkhaus im Musegghügel der geplanten Metro vor. Das Sieger-Projekt privater Initianten sieht ein Parkhaus im Musegghügel für 670 Autos und mindestens 30 Reisecars vor. Die Zufahrt ist über die Baselstrasse, Obergrundstrasse und Geissmattbrücke vorgesehen. Vom Parkhaus gelangen Besucher zu Fuss über eine 100 Meter lange unterirdische Passage zum Falkenplatz in der Altstadt.

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Der Stadtrat will die Initianten unterstützen, wie er am Donnerstag mitteilte. Er stellt aber auch Bedingungen: In der Innenstadt müssen 300 bis 600 Parkplätze als Kompensation verschwinden, das Parkhaus im Musegghügel muss die Carprobleme am Schwanenplatz vollständig lösen, und die Initianten müssen eigene Massnahmen ergreifen, um Verkehrsprobleme auf der Zufahrt zum Parkhaus möglichst zu verhindern.

Das Initiativkomitee Parkhaus Musegg freut sich über die Haltung des Stadtrates. «Nach der Sommerpause können wir uns nun auf den Weg machen. Dafür werden wir eng der Stadt zusammenarbeiten», sagt Komiteepräsident Fritz Studer.

Metro Luzern Initianten kritisieren Stadtrat als „Mut- und fantasielos

Aus Sicht der Stadtregierung hat das zweite ebenfalls von Privaten initiierte Metro-Projekt «gravierende Nachteile und Risiken». Dieses sieht im Gebiet Ibach/Reussegg zwei Parkhäuser für 2500 Autos und 80 Cars sowie eine Metro von dort zum Schwanenplatz vor. Für die Metro wären mehr und kompliziertere Bewilligungsverfahren nötig und die umweltrechtlichen Risiken höher, schreibt der Stadtrat. Zudem wäre die Zahl der zu kompensierenden Parkplätze viel höher und die Kosten mit 400 Millionen Franken gegenüber 150 Millionen Franken für das Parkhaus im Musegghügel mehr als doppelt so hoch. Und: Tourismusfachleute würden damit rechnen, dass Luzern als Destination für den Tagestourismus massiv an Attraktivität verlieren würden, wenn die Car-Touristen auf ihrer Reise zur Innenstadt erst auf eine Metro umsteigen müssten.

Metro-Planer Marcel Sigrist hingegen spart nicht mit Kritik am Gegner-Projekt: Das Musegg-Parkhaus würde weder die Verkehrsprobleme noch die Carproblematik am Schwanenplatz lösen. «Mit der Bevorzugung des Projekts Musegg hat der Stadtrat hat einen mut- und fantasielosen Entscheid getroffen», sagt Sigrist. Die Initianten würden weiterhin an ihrer Metro festhalten. «Wenn der Stadtrat uns nicht unterstützen will, werden wir unsere Realisierungs-Strategie überdenken müssen», sagt Sigrist. Er kritisiert am Musegg-Parkhaus auch die bisher nur minimal 30 Plätze für Reisecars; das seien zu wenige. «Diese 30 Plätze wären jeweils schon morgens um zehn Uhr bereits besetzt.» Dazu sagt der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula: «Die Initianten des Musegg-Parkauses haben bereits selber überlegt, dass 30 Plätze für Cars zu wenig sein könnten.» Das Musegg-Komitee wisse, dass mit dem Projekt die Problematik am Schwanenplatz vollständig gelöst werden müsse. «Es ist noch nicht alles sakrosankt», sagt Karin Auf der Maur, Mediensprecherin des Initiativkomitees Parkhaus Musegg. Es sei denkbar, dass die Anzahl der Car-Parkplätze in der weiteren Entwicklung des Projekts erhöht würden.

(dag/sda)

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