20 Giftköder gefunden

08. Mai 2015 05:21; Akt: 08.05.2015 08:45 Print

Tierhasser wollte Hunde mit Schneckengift töten

von Daniela Gigor - Ein unbekannter Hundehasser treibt sein Unwesen im Kanton Schwyz. Auch das zweite Opfer, der junge Jagdterrier eines Wildhüters, konnte nur mit viel Glück gerettet werden.

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Nachdem ein junger Golden Retriever in Schindellegi wegen an der Sihl ausgelegten Ködern mit Rattengift und Rasierklingen beinahe ums Leben kam, erzählt Tierärztin Katharina Staub aus Einsiedeln gegenüber 20 Minuten von einen weiteren Fall aus Gross.

Roger Bisig (50), Besitzer zweier Hunde, hatte am letzten Dienstag im Gebiet Grossbach in Gross auf seinem eigenen Grundstück seine Hunde laufen lassen. Rund eine Stunde später habe der eine Vierbeiner, die neun Monate alte deutsche Jagdterrier-Hündin Lenka, beim Gehen zu schwanken begonnen und Krämpfe erlitten. «Der Hundehalter kam sofort zu mir in die Praxis und ich sah, dass der Terrier Rückstände von Schneckenkörnern im Mund hatte», sagt Staub. Das Tier musste sofort narkotisiert und sein Magen ausgepumpt werden. Darin fand die Tierärztin Hackfleisch und blaue Schneckenkörner.

Giftköder waren massenweise in der Wiese verteilt

Weil Bisig nicht an einen Zufall glaubte, inspizierte er sein Grundstück genauer. «Ich fand dann zwischen 15 bis 20 Köder, die mit Schneckenkörnern präpariert waren. Mindestens in einem Köder hatte es auch Rasierklingen, zudem lagen weitere Klingen verstreut auf der Wiese», berichtet er. Bisig ist entsetzt über die Tat: «Ich kann nicht begreifen, dass ein Mensch absichtlich Tiere vergiften will.» Er erstattete Anzeige bei der Polizei.

Lenka geht es in der Zwischenzeit wieder gut. Sie soll dereinst im Dienste des Wildes und der Menschen im Einsatz stehen – Bisig ist Wildhüter in den Gebieten Einsiedeln und Ybrig.

«Sadistische Ader»

«Diese Tat schockiert mich, weil der Täter auch eine sadistische Ader haben muss», so Tierärztin Staub. Es gehe ihm nicht nur darum, einen Hund zu vergiften, sondern das Tier auch noch auf schreckliche Art zu quälen. Staub ist sicher, dass die Köder gezielt in die Wiese gelegt wurden. Auch seien die Präparate frisch zubereitet gewesen. Staub ärgert sich, dass der Täter auch Wildtiere wie etwa Füchse oder Igel gefährdet habe, weil diese ebenfalls hätten getötet werden können.

Laut Andreas Rüttimann, Jurist bei der Stiftung für das Tier im Recht, dürfte es schwierig werden, den Täter ausfindig zu machen. «Falls er aber gefasst wird, muss er mit einer Verurteilung wegen Tierquälerei rechnen, wofür das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vorsieht», sagt Rüttimann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuela G. am 08.05.2015 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Ich kann akzeptieren, wenn jemand Hunde nicht mag. Ich mag ja auch nicht alles. Aber das geht zu weit.Ich jag ja auch nicht das Auto des Nachbarn in die Luft, nur weil es mir nicht passt. Manchmal frag ich mich echt was das für Menschen sind, die den Tod eines Lebewesens in Kauf nehmen nur damit sie selbst Genugtuung verspüren.

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  • Tommy am 08.05.2015 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann man nur?

    Man sollte ihn zwingen die eigenen Köder zu essen... Nein ernsthaft, wieso sollte jemand das tun?

  • S. Rogers am 08.05.2015 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bis zu 3 Jahren oder

    eine Geldstrafe.. Also eine Geldstrafe & die nimmt der Täter in kauf. Sollte so etwas meinen Tieren passieren & ich herausfinden wer es war, kommt er nicht so einfach davon.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tuggelimuuser am 08.05.2015 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Let it be-search your own name

    Gibt's jetzt schon wieder mehrere,verschiedene Personen,die den gleichen Decknamen benutzen ( 13.50 Uhr ).

  • isi am 08.05.2015 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar

    daume nach unten? ich frage mich schon was für menschen so etwas tun können! und dann die anderen die bei den meisten kommentaren den daumen nach unten zeigen, sind wohl auch nicht ganz "normal"!!!!

  • Kristina, Gross am 08.05.2015 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tierhalter warnen?

    Unser Grundstück grenzt direkt an das Land des Wildhüters an. Wir wohnen 200m entfernt. Auf meinem eingezäunten Areal laufen 4 Hunde und 2 Katzen frei herum. Man hat es nicht für nötig empfunden, uns auch nur mit einem Wort zu warnen, das Gelände abzusuchen. Erst als es 2 Tage später die Medien den Namen und Standort konkret veröffentlichten. Vorher war nur das Dorf bekannt. In dieser Zeit hätte eines meiner Vierbeiner sterben können. Das nenne ich wirklich tierfreundlich. Danke.

  • Nobody am 08.05.2015 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    endtäuschend

    Auch wenn man den Täter findet, bei der Kuscheljustiz die wir haben in der Schweiz - passiert sowieso nichts. Wenn man Mitmenschen zu dritt zusammenschlägt - passiert ja auch nichts. Muss glaub umdenken lernen und jedem mein verhalten einprügeln - mir passiert ja nichts! Ich glaub nicht mehr an Gerechtigkeit in der Schweiz.

  • Jessy am 08.05.2015 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar traurig

    Ich find das unfassbar traurig was im allgemeinen Tierhasser da treiben. Sie tun dem armen hilflosen Hund (könnte auch ein Fuchs, Feldhase, Igel oder Reh) etc. sein. Und dann auch die Hunde-Katzenbesitzer und deren Kinder. Einfach unfassbar und traurig. An alle Tierhasser: Bitte schluckt die Giftköder und Rassierklingen selbst und verlasst diese Welt, Danke!!!!!!!

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