Luzern

16. Januar 2017 18:00; Akt: 16.01.2017 18:00 Print

Das Unisex-WC ist bei Mann und Frau beliebt

Im «Anker» gehen Frauen und Männer gemeinsam aufs WC. Obwohl das illegal ist, äussern sich viele Gäste sehr positiv über das erste Unisex-WC im Kanton Luzern.

Das sagen Benutzer zum neuen Unisex-WC im Anker. (Video: nk)
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Es ist das erste Unisex-WC des Kantons Luzern, befindet sich im Restaurant Anker in Luzern und ist seit einem Monat in Betrieb. Das Unisex-WCs illegal sind, ist Peter Eltschinger egal. Der Chef der Gastro-Kette Remimag, zu dem der Anker gehört, zieht nach einem Monat positive Bilanz: «Natürlich befragen wir unsere Gäste, was sie davon halten. 95 Prozent der Rückmeldungen sind positiv.»

Umfrage
Was halten Sie von Unisex-Toiletten?
30 %
42 %
28 %
Insgesamt 10712 Teilnehmer

Das Unisex-WC biete viele Vorteile, etwa soziale Kontrolle; da es keine Eingangstüre mehr brauche. Zudem könnten beim gemeinsamen Händewaschen zwischen Frauen und Männern interessante Gespräche entstehen. Auch hygienisch sei das Unisex-WC im Vorteil: «Weil es keine Eingangstüre hat, muss man nach dem Händewaschen auch keine Türklinke mehr anfassen», sagt Eltschinger. In der Toilette selbst gibt es Pissoirs und WCs, die alle mit Türen verschlossen werden können.

Reaktionen überwiegend positiv

Am Montagmittag ist das Restaurant gut gefüllt. Tatsächlich sind die Reaktionen, wie von Eltschinger geschildert, überwiegend. positiv: «Ich finde es schön, dass es so etwas gibt», sagt etwa der 20-jährige Manuel Bucheli aus Ebikon. «Ich hatte darüber gelesen und wusste nicht genau, was ich mir darunter vorstellen muss», erzählt Dominic Schmid aus Emmenbrücke. «Jetzt, da ich es live sehe, finde ich es eine coole Sache.» Es sei ja nicht so, dass die Kabinen wie an anderen Orten oben und unten offen sind und man sich sofort höre: «Es sind eigene Kabinen und man wäscht nur zusammen die Hände.»

Auch die Frauen scheinen kein Problem mit dem geteilten WC zu haben. «Es ist ja nur der Handwasch-Teil, der gemeinsam genutzt wird», sagt Karin Bieri aus Luzern. Daniela Stutz aus Emmenbrücke meint: «Dafür, dass es so hohe Wellen geschlagen hat, finde ich es überhaupt kein Problem.»

Natürlich ist die Umfrage vor der Toilette eine Momentaufnahme und keine objektive Abbildung der Meinung. Negativ äusserte sich jedoch niemand. Weitere Reaktionen sehen Sie oben im Video.

Auch die 20-Minuten-Leser sind wohlwollend eingestellt

Als die Toilette Mitte Dezember den Betrieb aufnahm, äusserten sich bei einer Umfrage von 20 Minuten ein Grossteil der 9'500 Teilnehmer ebenfalls positiv: 29 Prozent fanden das Unisex-WC super, da sich beim gemeinsamen Händewaschen vielleicht sogar die Möglichkeit für einen kleinen Flirt ergeben könnte. 42 Prozent ist es egal, ihnen ist einzig wichtig, das eine Toilette sauber ist. Ein Drittel äusserte sich klar ablehnend: 29 Prozent der Teilnehmern wäre es unangenehm, eine Unisex-Toilette aufzusuchen.

Trotz der guten Feedbacks aus der Bevölkerung ist noch nicht sicher, ob der Anker seine Unisex-Toilette weiter anbieten darf: Das Amt für Gastgewerbe und Gewerbepolizei hat dem Anker die Auflage gemacht, bis Mitte März die Toilette umzubauen, damit die Geschlechter wie vorgeschrieben getrennt sind. Eltschinger hatte schon angekündigt, sich dagegen zu wehren, auch mit politischen Mitteln.

(nk/mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 16.01.2017 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsex wc gibt es schon lange

    Unisex wc gibt es schon sehr lang ohne das die meisten es nicht wissen zb bei der bahn im zug oder im flugzeug gehen man und frau auf das gleiche WC

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  • mojo am 16.01.2017 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Kann mir keinen ernsthaften Grund vorstellen warum dies ein Problem darstellen könnte. Das einzige Problem ist der Mensch, der sich nicht von seinen alten Gewohnheiten lösen kann..

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  • Juli am 16.01.2017 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erster Gedanke

    Mein erster Gedanke als ich das las, gute Möglichkeit für einen Flirt und wann es dann an der Hochzeit heisst wo habt ihr euch kennenglernt, ist auf dem WC doch eine originelle Antwort. :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • maxwell am 18.01.2017 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichheitsgesetz, Bundesverfassung

    Sehr gute Idee, wird in ein paar Jahren Standard sein.

    • So isches am 18.01.2017 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @maxwell

      Wird es nicht, denn die Mehrheit der globalen Bevölkerung will das nicht.

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  • Cohle am 17.01.2017 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Gut investiertes Geld

    Super PR für das Reschi. Sehe schon die Werbetafel: "Nur bei uns. Das nationale UnisexWC - müssen müssen in zwangloser Dimension", oder was weiss ich.

  • Peace. am 17.01.2017 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Reinschauen - Bewerten

    Den Leuten, denen es nicht passt, wart ihr schon da ? Macht euch zuerst ein Bild davon bevor ihr kritisiert. Diese erste Welt Probleme immer hier.

  • Martin Zeder am 17.01.2017 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch egal

    Grundsätzlich ist dagegen nicht einzuwenden. Die Blöden sind nur die anderen Gastronomen, welche sich an die Gesetzt halten mussten. Falls diese Art WC toleriert werden, wäre aus meiner Sicht der Staat bei den anderen Gastronomen Schadenersatzpflichtig. Falls diese Art WC nicht erlaubt wird, kostet der Umbau max. CHF. 10000.00. Für diesen Preis hat der Anker eine ganze Menge Werbung erhalten. Die Schlagzeilen in der Presse über den Anker hätte ein Mehrfaches gekostet, wenn diese Kampagne über eine Werbesagentur gestartet worden wäre. Also auch bei negativem Bescheid entsteht kein Schaden.

  • Daniel am 17.01.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenlogik nicht zu ende gedacht

    Ab morgen muss die SBB ihren Dienst einstellen bis sie die Züge mit getrennten WC ausgestattet hat. Da es sich hier aber um einen Bundesbetrieb handelt, gilt das Gesetz hier natürlich nicht!!! Liebe Vollstrecker. Falls ihr bei Euch noch etwas Verstand findet, setzt ihn ein und lasst 5 grade sein. Uns Kunden stört das WC nicht wie die Umfrage zeigt

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