Kriminalstatistik

26. März 2015 13:58; Akt: 26.03.2015 13:58 Print

Luzerner Polizei pocht auf mehr Ressourcen

Die Kriminalitätslage in Luzern ist rückläufig. Dennoch weisen die Verantwortlichen der Luzerner Polizei dringend darauf hin, dass sie mehr Geld und Personal brauchen.

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Hier sollen künftig mehr Polizisten arbeiten: Im Hauptgebäude der Luzerner Polizei in Luzern. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

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Im Kanton Luzern hat die Polizei im letzten Jahr 27'796 Straftaten registriert – das sind 2606 Fälle oder 8,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli freut sich insbesondere darüber, dass es einen Trend zu immer weniger Jugendgewalt gibt.

Anlass zu Sorge bereitet ihr die zunehmende Gewalt gegen Beamte sowie die häusliche Gewalt, wo jeden Tag ein Fall registriert wird. Schärli wie auch Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann betonten am Donnerstag bei der Präsentation der Statistik, dass die Polizei auf mehr Ressourcen angewiesen sei. Viele Fälle könne die Polizei gar nicht bearbeiten. Schärli betonte, sich bis zu ihrem Amtsende Ende Juni für mehr Personal einzusetzen.

Arbeitsvorrat an Fällen: Sieben Jahre

Arbeitsintensiv waren für die Polizei Wirtschaftskriminalfälle. Die Anzahl der sehr komplexen Ermittlungsverfahren würde ungebremst ansteigen, heisst es in der Polizeistatistik. Ende 2014 waren 63 solche Verfahren hängig, was einem geschätzten Arbeitsvorrat von sieben Jahren gleichkomme. Zudem bestehe eine grosse Zahl von Verdachtslagen, die mangels Ressourcen bislang nicht angegangen werden könnten. Im Berichtsjahr 2014 konnte die Fachgruppe Wirtschaftsdelikte total 87 Verfahren (2013: 124) abschliessen. Die Deliktsumme belief sich auf rund 46,1 (55) Millionen Franken.

Die Zahl der Einbrüche ging von 2546 auf 2097 zurück. Dabei gab es rund zehn Prozent weniger Wohnungseinbrüche. Der Rückgang könne damit zusammenhängen, dass gewisse Intensivtäter im Strafvollzug sässen oder bestimmte Täter ihr deliktisches Arbeitsfeld geografisch verlagert hätten, schreibt die Polizei.

Vorwiegend Vermögensdelikte

Mit 24'764 Fällen kam es am häufigsten zu Verstössen gegen das Strafgesetzbuch. In 16'177 Fällen (minus 7,6 Prozent) handelte es sich um Vermögensdelikte.

Die übrigen Straftaten betrafen das Betäubungsmittelgesetz (2'147; minus 11%), kantonale Gesetze (1'675; plus 1%), das Ausländergesetz (804; minus 7%) und Bundesnebengesetze (661; minus 4%). Insgesamt konnten 11'953 Delikte oder 43 Prozent der Taten aufgeklärt werden.

Zu einem Rückgang kam es auch bei den Gewaltdelikten, die sich weiter auf einem tiefen Stand bewegen. Die Luzerner Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr 3 (Vorjahr: 5) vollendete und 2 (9) versuchte Tötungen. Alle fünf Delikte wurden aufgeklärt. In 30 Fällen von gefährlichen Angriffen wurden 22 Täter ermittelt.

Mehr Verkehrstote

Im Luzerner Strassenverkehr gab es im vergangenen Jahr leicht mehr Verkehrsunfälle. Die Zahl stieg um 10 auf 2269. Dabei kamen 11 Personen ums Leben, 4 mehr als im Vorjahr. Die Zahlen der Leichtverletzten (1046) und der Schwerverletzten (193) blieben stabil.

Häufigste Unfallursachen waren missachtete Vortritte, unvorsichtiges Rückwärtsfahren und zu nahes Aufschliessen. Die meisten Unfälle passierten innerorts (70%), gefolgt von ausserorts (19%) und der Autobahn (11%).

Ein Unfallschwerpunkt ist die Autobahn A14 vor dem Rathausentunnel bei Ebikon. Alleine dort kam es im vergangenen Jahr zu 16 Unfällen, insbesondere zu Auffahrunfällen wegen Staus. Das Bundesamt für Strassen erarbeitet entsprechende Massnahmen, wie die Polizei schreibt.

(mme/mo)

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