Wildwest um Mitternacht

16. August 2017 12:57; Akt: 16.08.2017 14:18 Print

Blaufahrer benimmt sich «wie in einem Game»

Mehrmals und extra rammte ein Betrunkener in Reiden LU ein anderes Auto. «Es wirkte, als als würde er glauben, er sei in einem Videospiel», sagt ein Augenzeuge, der angefahren wurde.

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Abenteuerliche Szenen in der Nacht auf Mittwoch in Reiden LU: Ein Lieferwagenfahrer hat im Dorf mehrere Pfosten von Verkehrsinseln beschädigt. Die beiden Leser P. S.* (23) und K. A.*(22) wurden Zeugen davon. «Wir fuhren von Zofingen Richtung Reiden, als bei einem Restaurant ein Lieferwagen ohne Licht auf die Strasse einbog. Er fuhr Schlangenlinien und bremste immer wieder ab und gab dann wieder Gas.» Der Fahrer sei auch beinahe in eine Tankstelle gefahren.

Auf einer Kreuzung habe der auffällige Wagen plötzlich angehalten. «Wir sind dann an ihm vorbeigefahren.» Daraufhin habe der Lieferwagenfahrer sie verfolgt und sei in das Auto der beiden gefahren. «Wir dachten, es sei ein Unfall, und wollten anhalten. Dann fuhr er immer wieder hinten ins Auto. Da merkten wir, dass er nicht anhalten wollte», erzählt K. A. Also hätten sie wieder Gas gegeben.

Fahrer hatte 1,7 Promille

Der Lieferwagenfahrer habe mehrere Verkehrsinseln überfahren und sei bei einem Kreisel einfach geradeaus gefahren. P. S. und K. A. jedoch umrundeten den Kreisel ganz, sodass sie wieder hinter dem Lieferwagen herfuhren. In der Zwischenzeit hatten die beiden die Polizei informiert. Schliesslich hielt der Lieferwagen an und der Fahrer legte den Rückwärtsgang ein. Erneut fuhr er gegen das Auto der jungen Männer, diesmal von vorne. «Es wirkte, als würde der Fahrer glauben, er sei in einem Videospiel», erzählt K. A.

Die Luzerner Polizei bestätigt, dass gegen Mitternacht ein Lieferwagen in Reiden mehrere Pfosten umgefahren hat. «Der Lenker war alkoholisiert, er hatte beim Atemalkoholtest vor Ort 1,7 Promille», sagt Polizeisprecher Kurt Graf. Bei dem 29-jährigen Gastarbeiter aus der Slowakei sei ein Blut- und Urintest angeordnet worden.

Arbeitgeber holte Lieferwagen ab

Der Lieferwagen war laut Graf ein Geschäftsauto und wurde bei der Blaufahrt beschädigt. Der Arbeitgeber des Mannes habe es schliesslich in Reiden abgeholt.

Das Auto, in dem P. S. und K. A. sassen, wurde ebenfalls beschädigt. «Vorne und an der Seite ist es stark verkratzt, das Nummernschild ist kaputt und die Felgen sind auch beschädigt», erzählt K. A. Allein die Felgen hätten mehrere Tausend Franken gekostet. Eine genaue Schadenssumme kann er noch nicht nennen. P. S., der das Auto in der Nacht fuhr, klagt nach dem Vorfall über Nackenprobleme und Schmerzen im Knie.

Laut Polizeisprecher Graf sind die Ermittlungen noch am Laufen.

*Namen der Redaktion bekannt

(vro)

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