Melchsee-Frutt

29. Mai 2016 17:53; Akt: 29.05.2016 18:45 Print

Bald kreisen fünf Bartgeier am Himmel

Im Wildtierschutzgebiet Huetstock wurden am Sonntag zum zweiten Mal junge Bartgeier aus Spanien von der Stiftung Pro Bartgeier ausgewildert.

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Bartgeier-Nachwuchs in der Zentralschweiz: Alois und Cierzo heissen die beiden rund drei Monate alten Bartgeiermännchen, die am Sonntag von der Stiftung Pro Bartgeier auf Melchsee-Frutt im Eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock in die Freiheit entlassen wurden.

Spanische Bartgeier in der Zentralschweiz

150 Bartgeierfans waren am Sonntag trotz schlechtem Wetter bei der Auswilderung nahe Melchsee-Frutt live dabei. Die Jungen haben sich nach der Anreise aus der spanischen Zuchtstation Guadalentin zuvor drei Tage lang im Tierpark Goldau für den grossen Tag ausgeruht. Bis sie flügge sind, verbringen die Bartgeier ihre Zeit geschützt bei einer kleinen Höhle in einer Felsnische.

«Alois und Cierzo können momentan noch nicht fliegen, sie sind noch grosse Kücken. In den nächsten Monaten erlernen die menschenscheuen Vögel das Fliegen selber. Das Auswilderungsverhalten ist weitgehend angeboren, sie suchen also ihre Nahrung selber», so Daniel Hegglin, Geschäftsführer von Stiftung Pro Bartgeier. Allerdings müsse man die Küken in den nächsten Monaten noch füttern und beobachten, bevor man sie der freien Natur überlässt. Hegglin: «Bei diesem Projekt haben Bartgeierfans auch die Möglichkeit, in den nächsten Wochen einen Blick auf den Bartgeier-Nachwuchs zu werfen. Nahe der kleinen Höhle haben wir einen Infostand für Besucher aufgestellt.»

Beobachtung per GPS-Sender

In den nächsten vier Jahren werden die Geier per GPS-Sender beobachtet. Ein Team vom Tierpark Goldau hat die Junggeier bereits markiert, damit sie auf hoher Distanz gut zu erkennen sind. «In den Wanderjahren wechseln die Bartgeier den Ort ständig und entdecken ihren Lebensraum bis zum Zeitpunkt ihrer Geschlechtsreife – dann halten sie nur innerhalb einer Region auf. Ab dem Alter von fünf bis acht Jahren wäre eine Paarung zwischen Männchen und Weibchen möglich», sagt Hegglin weiter.

Bereits im Mai 2015 wurden am selben Ort drei Bartgeierweibchen ausgewildert. Nach dem ersten Jahr in der freien Wildbahn zieht die Stiftung eine positive Bilanz. «Die erste Etappe des Wiederansiedlungsprojekts war erfolgreich. Das Eidgenössische Wildtierschutzgebiet eignet sich vorzüglich für die Auswilderung von Bartgeiern», sagt Hegglin. Im nächsten Frühling ist eine dritte Etappe des Wiederansiedlungsprojektes geplant.

Bartgeier sind hochspezialisierte Nahrungsverwerter

Obwohl der Bartgeier vor rund 100 Jahren fest zur Fauna der Zentralschweiz gehörte, fiel der Aasfresser seinem schlechten Ruf zum Opfer: Zu Unrecht wurde er in den Alpen gnadenlos ausgerottet, da man ihn für einen Lämmerdieb hielt. Hegglin: «Dabei sind Bartgeier hochspezialisierte Nahrungsverwerter von toten Tieren und Knochen. Sie sind keine Jagdvögel.» Bartgeier gehören in Graubünden und Wallis wieder zur heimischen Fauna. Auch in der Zentralschweiz soll sich der Aasfresser wieder fest niederlassen.

Die Auswilderung im Video:

(emi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • antonzum am 29.05.2016 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in der Schweiz!

    Solche Einwanderer mögen wir immer gerne.

  • cubalibre am 30.05.2016 04:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Schön das es so etwas noch gibt und weiterhin viel Erfolg !!!

  • Sani am 30.05.2016 01:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Das freut mich aber sehr .

Die neusten Leser-Kommentare

  • lexy am 31.05.2016 02:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt Zuwachs

    da freuen sich Tamina und die anderen.

  • K.S. am 30.05.2016 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super,Daumen hoch

    Das ist wirklich schön das bei uns der Bartgeier wieder heimisch wird,dies sind wirklich willkommene "Einreiser"!

  • Walliser am 30.05.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Wolf kombinieren

    Den Wolf auch gerade mit dazu auswildern (aber im Wallis einfangen, mit GPS ausrüsten und ab in die Zentralschweiz), der sorgt dann wenigstens für genügend Nahrung für die Bartgeier!

  • Bebbi am 30.05.2016 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Über dem Bundeshaus in Bern

    habe ich auch schon einen Pleitegeier kreisen sehen.

  • cubalibre am 30.05.2016 04:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Schön das es so etwas noch gibt und weiterhin viel Erfolg !!!

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