Luzern

02. April 2017 16:50; Akt: 09.04.2017 17:13 Print

Gundula besetzt wieder ein Haus in der Stadt

Die Gruppe Gundula hat eine alte Villa an der Obergrundstrasse 101 in Luzern in Beschlag genommen. Sie wehrt sich dagegen, dass die Häuser verlottern.

Die Häuser der Bodum Invest AG an der Obergrundstrasse in Luzern. (Video: na)
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«Das Haus an der Obergrundstrasse 99 wird manipulativ dem Zerfall überlassen. Dieses Geschäft stinkt zum Schimmel! Deshalb wurde am Freitag, 31.März die Obergrundstrasse 101 belebt, die ebenfalls der Bodum Invest AG gehört», schreibt die Gruppe Gundula auf Facebook. Ein Rückblick: Im letzten Jahr hatte die Gruppe Gundula das Haus an der Obergrundstrasse 99 nach 19 Tagen geräumt, weil ihr damals versprochen wurde, dass Asbestsanierungen und Bauarbeiten anstehen würden.

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Gundula wollte am Freitag ursprünglich dieselbe Liegenschaft erneut besetzen. Dort fehle aber das Dach, die Fenster im Dachgeschoss seien für den Regen sperrangelweit offen gelassen worden. «Sogar die Innenwände sind völlig verschimmelt, die schönen Holzböden aufgeweicht und folglich ebenfalls verschimmelt. Der Verputz der Decken fällt herunter», schreibt die Gruppe weiter.

Vorwürfe an die Adresse der Baudirektorin

«Darum fühlen wir uns verarscht», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Gundula sei nach wie vor weiter auf der Suche nach einem Raum für ihre Bedürfnisse: «Wir hoffen, dass wir hier bleiben können.» Die Bodum Invest AG sei über die Besetzung des Hauses informiert worden. Bisher habe der Besitzer der Villen aber nicht darauf reagiert. Vor polizeilichen Interventionen fürchtet sich die Gruppe nicht. «Wir finden es wichtig, dass man Häuser nicht einfach verlottern lässt und dass man unbenutzten Raum verwenden kann», sagt die Sprecherin weiter. Es brauche einen Ort, an dem ohne Druck Fragen gestellt werden könnten, wo diskutiert, ausprobiert und selbstgemacht werde, um zertretene und vorgegebene Pfade zu verlassen.

Vorwürfe erhebt die Sprecherin auch an die Adresse von Baudirektorin Manuela Jost (GLP): «Sie sagte zu, dass sie dafür sorgen werde, dass mit dem Haus an der Obergrundstrasse 99 etwas passieren werde. Sie tat jedoch nichts, um das Haus zu erhalten.» In einem Transparent, das an der Obergrundstrasse 99
angebracht wurde, fragt die Gruppe: «Frau Jost ist jetzt genug Schimmel darüber gewachsen?» Ein Mediensprecher der Stadt Luzern erklärt, dass Manuela Jost am Montag dazu Stellung nehmen werde. Jørgen Bodum, Verwaltungsrat der Bodum Invest AG, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(dag/na)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hani nid am 02.04.2017 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    achso, ja dann...

    Zitat:"Es brauche einen Ort, an dem ohne Druck Fragen gestellt werden könnten, wo diskutiert, ausprobiert und selbstgemacht werde, um zertretene und vorgegebene Pfade zu verlassen" Dann bezahlt Miete, wie alle anderen auch!

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  • gerd am 02.04.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    ein haus zu besetzten..

    dass über jahre vor sich her rottet, könnte eine gute idee sein. nur müssten die besetzer den finger aus dem a... nehmen und für den unterhalt aufkommen..macht was wertvolles daraus..aber lebt nicht auf kosten von anderen.

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  • Sarawak am 02.04.2017 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafbar

    Ein Haus zu besetzen ist gegen das Gesetz und müsste strafrechtlich verfolgt werden. Hausfriedensbruch darf nicht geduldet, auch nicht von komischen Politikern geduldet werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fred am 04.04.2017 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soeben geräumt

    Diesmal liess die Stawa und Polizei nicht mehr Katz und Maus mit sich spielen. Soeben geräumt + 4 Festnahmen. Auch für einen Mitte-Links-Wähler wie mich nachvollziehbar...

  • berty am 04.04.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Go Gundula!

    Tolle Idee... würde ich sofort unterstützten.

  • Gilt es für alle? am 04.04.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was bedeutet verboten?

    ich sehe nicht ein, wieso diese Häuser nicht besetzt werden sollen, wenn der Bauher sowieso nichts damit anstellen will, ausser sie verroten zu lassen. Es gibt Leute die genug von unserem verschwenderischen Lebensstil haben. Ich unterstütze jeden der in diese Richtung denkt!

  • jane77 am 04.04.2017 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    falscher weg

    warum schaut diese organisation gundula nicht normal das etwas passiert? ein hausbesetzen und somit keine miete zu zahlen ist für mich kein weg um die stadt dazu zu bringen alte häuser zu sanieren. im gegenteil die stadt muss für räumung usw noch zahlen und ist keinen fr näher beim sanieren

  • Luzern-/in am 03.04.2017 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    schade....

    Schade um die tollen, alten, denkmalwürdigen Stadtvillen welche einerseits langsam verrottet lassen werden um eine lukrative andere Nutzung/Bebauung zu erzwingen andererseits widerrechtlich besetzt werden!

    • Ärklärbär am 03.04.2017 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Luzern-

      Naja, es gibt auch eine andere Seite. Was denken sie vieviele Behörden hier bestimmen was mit dem Haus zu tun ist, sollte es der Eigentümer bewohnbahr machen wollen? Das ganze würde so teuer werden und das Ergebnis niemals das Einbringen was es gekostet hat. Das verlottern ist einerseits schade, andererseits die einzige Möglichkeit irgendetwas wirtschaftliches irgendwann erstellen zu dürfen. Aber natürlich, wenn das Geld nicht aus der eigenen Tasche kommen muss, kann man ja schreien und fordern und eigene Ansichten erpressen.

    • Sandra am 03.04.2017 21:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Ärklärbär

      In Luzern gibt es zahllose alte Häuser, die unwirtschaftlich sind und bei denen der Unterhalt sehr schwierig ist, weil für jede kleinste Aenderung eine Bewilligung der Stadt nötig ist, die den Ortsbildschutz und den Erhalt der alten Bausubstanz streng handhabt. Diese Eigentümer können auch nicht einfach ihre Häuser verlottern lassen und dann abreissen. Genau dies hat die Stadt hier bewilligt. Das ist ein Schlag ins Gesicht für andere Eigentümer von alten Liegenschaften, denen die Stadt mit bürokratisch gehandhabten Ortsbildschutz das Leben und den Unterhalt ihrer Liegenschaften schwer macht.

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