Strafuntersuchung

17. Juni 2016 11:20; Akt: 17.06.2016 11:22 Print

Fahrlässige Tötung bei Polizeieinsatz in Malters?

Suidzid-Fall Malters: Die ausserkantonale Staatsanwaltschaft hat gegen den Polizeikommandanten und den Kripo-Chef eine Strafuntersuchung eingeleitet.

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In Malters hat sich Anfangs März eine schreckliche Tragödie abgespielt: Eine 65-jährige Frau hat sich in ihrer Wohnung in Malters stundenlang verschanzt. Mit Waffengewalt hat sie sich gegen die Aushebung einer Indoor-Hanfanlage ihres Sohnes gewehrt. Noch bevor die Polizei die Wohnung stürmte, hat sie sich selbst das Leben genommen.

Der Einsatz der Luzerner Polizei wurde von ihrem Sohn stark kritisiert. Er reichte gegen die Polizei eine Anzeige ein. Nun hat die ausserkantonale Staatsanwalt gegen den Polizeikommandanten und den Leiter der Kriminalpolizei eine offizielle Strafuntersuchung wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung eröffnet.

Fehlverhalten der Polizei sei nicht ausgeschlossen

Der ausserkantonale Staatsanwalt, Christoph Rüedi aus Aargau, hat in einer Voruntersuchung die Umstände der Selbsttötung näher studiert und mehrere Personen dazu befragt. Sein Fazit: Ein Fehlverhalten der beiden Polizeikader könne nach dieser ersten Untersuchung nicht im Voraus ausgeschlossen werden.

Weiter sei zu klären, ob während dem Polizeieinsatz ausreichend Alternativen zum gewählten Vorgehen geprüft wurden. Und schliesslich, ob der Polizei- und der Kripo-Chef für den Tod der Frau strafrechtlich zu verantworten seien. Es gelte allerdings die Unschuldsvermutung, teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Die Videos des Polizeieinsatzes vom März 2016 aus Malters:

(emi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • grecolino am 17.06.2016 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    mit waffengewalt bzw. drohung die räumung verhindert! noch bevor die polizei die wohnung stürmt begeht die gute frau selbstmord und jetzt soll die polizei verantwortlich gemacht werden, dass sie psychisch istabil, noch nett ausgedrückt, war!? sehr schön, bald haben wir die polizisten soweit, dass, sie gar nicht mehr eingreifen und sich sagen, was soll ich mein leben oder meine zukunft riskieren. egal was die polzeiauch macht, es ist nicht recht...

  • Marly am 17.06.2016 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die guten Täter

    Wieso sind wieder die Polizisten schuld, wenn jemand Straftaten verübt und sich dann das Leben nimmt? Ach ja, der viel zitierte Täterschutz kam nicht zum Zuge? Wie seid ihr eingestellt mit euren Rechtssprechungen?

  • Kritiker62 am 17.06.2016 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    witz des jahres

    das ist der witz des jahres! die polizeo hat ihre arbeit gemacht! nicht mehr und weniger! dass die frau sich erschiesst ist tragisch aber sicher nicht das problem der polizei! wer war den nicht gesetzes treu? den sohn sollte man einklagen, denn durch seine gier mit der hanfanlage hat er das ganze ausgelöst!!! ich verstehe langsam die polizei, dass sie bald kein bock mehr hat auf ihre arbeit!!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sau Weib am 20.06.2016 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist fahrlässig

    Hallo das ist ganz fadenscheinig wie sich Achermann und Bussman verhalten haben!!! Da gibt es auch keine Ausnahmen beim Kommandanten auch er ist gleich zu behandeln wie andere kriminelle. Basta.

  • Belustigt am 18.06.2016 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Justizsystem

    Es ist einfach nur beschämend das überhaut darüber diskutiert wird ob man diese Polizisten vestraffen soll. Diese Frau hat sich selbst dazu entschieden sich das Leben zu nehmen. Man kann doch nicht einfach nichts tun.

  • Schnabias am 17.06.2016 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problematisch

    Es ist wirklich nicht mehr einfach, Polizist in der Schweiz zu sein. Auf der einen Seite verlangt man nach erhöhter Sicherheit, auf der anderen Seite wissen die Beamten nie, ob sie, wie in diesem Fall, sogar von einem Delinquenten nach erfolgreichem Einsatz verklagt werden. Die z. B. amerikanischen oder französischen Kollegen können da ihrer Arbeit unbelasteter nachgehen. Vielleicht mal etwas, worüber das EJPD nachdenken sollte ...

  • BZ am 17.06.2016 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    law and order

    hätten sie einfach abziehen sollen und die frau hätte sich mit ihrem sohn kaputtgelacht? gesetz ist gesetz und das soll auch konsequent durchgesetzt werden, die Polizei hat einen job zu verrichten.

  • Realist am 17.06.2016 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In anderen Ländern unmöglich

    Hätte die Klage in Frankreich oder Deutschland eine Chance gehabt? Nein! Die Frau sagte, sie schieße auf alles was sich bewegt. Nur dank unseren täterfreundlichen Politikern und der Kuscheljustiz haben wir nun diesen Schlamassel.

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