85'000 Jahre

04. November 2015 16:54; Akt: 04.11.2015 16:54 Print

Mammut-Stosszähne sind viel älter als gedacht

Die in den vergangenen Jahren im Seetal entdeckten Mammut-Stosszähne sind die ältesten der Schweiz. Die Überreste stammen von Tieren, die vor 85'000 Jahren gelebt haben.

storybild

Viel älter als angenommen: Ein Mammut-Stosszahn aus dem Seetal. (Bild: 20M)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zu diesem Schluss kommt die Luzerner Kantonsarchäologie nach einer neuen Datierung. Naturwissenschaftliche Analysen zeigten, dass die Seetaler Mammuts vor rund 85'000 Jahren gestorben seien, heisst es in einem am Mittwoch publizierten Sonderbericht. Es handelt sich damit um die ältesten Funde der Schweiz.

Bislang gingen die Archäologen davon aus, dass die Mammutüberreste lediglich rund 29'000 Jahren alt sind. Die Erkenntnisse basierten unter anderem auf einer Radiokarbondatierung eines Mammutzahns. Es bestehe die Möglichkeit, dass der Stosszahn mit jüngerem Material verunreinigt worden sei, heisst es im Bericht.

Sieben Funde an drei Orten

Neuere Untersuchungen des Gesteins, in dem die Überreste gefunden worden waren, ergaben nun aber übereinstimmend ein deutlich höheres Alter. Bei der Analyse durch das geologische Institut der Universität Bern kam die optisch-stimulierte Lumineszen-Datierung zur Anwendung, bei der Mineralkörner mit Licht angestrahlt werden und je nach Alter unterschiedlich reagieren.

Im Luzerner Seetal kamen bislang in Ballwil, Eschenbach und Hochdorf sieben Funde von Mammutüberresten zutage, zuletzt 2014 im Kieswerk Eschenbach. Dabei handelte es sich ausschliesslich um Stoss- und Backenzähne.

Neues Verständnis der Geschichte

Gemäss Angaben der Forscher waren die Tiere wohl im Vorfeld des vorrückenden Reussgletschers verendet, vom Schmelzwasserfluss des Gletschers mitgerissen und im kiesigen Flussbett abgelagert worden. Die Überreste wurden später alle bei Abbauarbeiten im unteren Bereich der Kiesschicht geborgen.

Die Funde lieferten die Grundlagen für ein neues Verständnis der eiszeitlichen Geschichte, heisst es im Bericht. Im Mittelland lebten damals vorwiegend Mammut und Rentier, im Gebirge Bär und Steinbock.

Die Luzerner Kantonsarchäologie stellt den Sonderbericht mit den Forschungsergebnissen am kommenden Dienstag an einer Medienorientierung vor und präsentiert erstmals den 2014 gefundenen und restaurierten Mammutstosszahn.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Egon B. am 04.11.2015 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Verständnis?

    Weshalb sollte das etwas an der Geschichte ändern. Mammuts lebten rund 135'000 Jahre bis etwa 4000 Jahre (kleine Variante in Sibirien) vor uns.

  • Wayne Yucktz am 04.11.2015 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was jetz?

    29'000 oder 85000 ist ja fast kein unterschied. habt ihr euch auch schon gefragt wieso diese forscher so deftig unterschiedlich sind im alter feststellen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wayne Yucktz am 04.11.2015 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was jetz?

    29'000 oder 85000 ist ja fast kein unterschied. habt ihr euch auch schon gefragt wieso diese forscher so deftig unterschiedlich sind im alter feststellen?

    • Peter am 09.11.2015 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nutzlose forschung

      Diese Wissenschaftler sind sowieso alle überflüssig. Die verursachen nur umweltschäden und hohe kosten.

    einklappen einklappen
  • Egon B. am 04.11.2015 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Verständnis?

    Weshalb sollte das etwas an der Geschichte ändern. Mammuts lebten rund 135'000 Jahre bis etwa 4000 Jahre (kleine Variante in Sibirien) vor uns.

FCL.TV
Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen