Galvanik Zug

16. Oktober 2016 16:33; Akt: 16.10.2016 16:33 Print

Tierschützer drohen mit Demo gegen Metal-Band

Das Konzertlokal Galvanik hat sich trotz heftiger Kritik dazu entschieden, die färöische Band Tyr auftreten zu lassen. Diese verherrlicht angeblich Walfänger.

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Die Band Tyr sorgte auf der Facebook-Seite des Konzertlokals Galvanik für einen regelrechten Shitstorm. (Bild: Facebook)

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Es ist eine verzwickte Situation für die Galvanik-Verantwortlichen: Als das Konzertlokal vor einiger Zeit angekündigt hatte, die Metal-Band Tyr von den Färöern am 18. November in ihrem Lokal auftreten zu lassen, sorgte das für einen massiven Shitstorm auf der Facebookseite des Lokals. Der Grund: Heri Joensen, der Frontman der Band, verherrliche die Grindwal-Jagd auf den Färöern und nehme auch aktiv daran teil. Im Anschluss an die Ankündigung meldeten sich im Minutentakt Tierschützer und bombardierten die Galvanik mit negativen Kommentaren. Das Konzertlokal entschied sich daraufhin, den geplanten Auftritt der betroffenen Band nochmals zu überdenken.

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«Wir lassen uns nicht erpressen»

Vergangene Woche folgte schliesslich der Entscheid: «Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, Tyr bei uns auftreten zu lassen», teilte das Lokal in einem knappen Statement über seine Facebookseite mit. Das Thema habe innerhalb des Galvanik-Teams für kontroverse Diskussionen gesorgt, sagt Geschäftsleiterin Eila Bredehöft auf Anfrage. «Am Ende aber waren wir uns einig, dass es keinen triftigen Grund gibt, die Band nicht spielen zu lassen.» Zudem wollte die Galvanik auch ein Statement setzen: «Wir lassen uns nicht erpressen.»

Demo angekündigt

Der Entscheid der Galvanik-Verantwortlichen sorgte erneut für zahlreiche Reaktionen auf Facebook. Zu Wort meldeten sich Fans der Heavy-Metal-Band, die sich auf den Auftritt freuen, aber auch Kritiker. Und letztere wollen es nicht bei Worten belassen: Gemäss den Kommentaren einiger Tierschützer soll am Tag des Konzerts vor der Galvanik eine Demonstration gegen den Tyr-Auftritt durchgeführt werden. Eila Bredehöft weiss das: «Wir gehen davon aus, dass tatsächlich eine Demo geplant ist.» Die Galvanik stehe deshalb bereits mit der Zuger Polizei in Kontakt. Gegen die Demonstrationsfreiheit sei grundsätzlich nichts einzuwenden, so Bredehöft. «Wir hoffen einfach, dass alles friedlich bleibt und es keine Sachschäden gibt.»

Sicherheitsdispositiv wird erhöht

Um allfälligen Konflikten zuvorzukommen, wird die Galvanik ihr Sicherheitsdispositiv für den 18. November erhöhen. Dadurch soll unter anderem sichergestellt werden, dass am entsprechenden Abend keine Konzertbesucher von den Demonstranten belästigt werden. «Normalerweise braucht es an Heavy-Metal-Veranstaltungen gar keine Security – das ist jetzt natürlich etwas anders», so Bredehöft.

Die Galvanik-Geschäftsleiterin macht keinen Hehl daraus, dass ihr die bisweilen aggressiv geführten Diskussionen um das geplante Heavy-Metal-Konzert unangenehm sind. «Ich bin froh, wenn der Auftritt am 18. November erfolgreich über die Bühne gegangen ist und wir dieses Kapitel anschliessend ein für alle mal schliessen können.»

Und so klingen Tyr:


(ds)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rico am 16.10.2016 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jommeris

    was jammern die denn schonwieder rum? Hier geht es ganz klar um die Musik, nicht um die einstellung des Frontmannes zum Walfang. Ich befürworte dies auch nicht, aber mal ehrlich Leute... Die Leute gehen dahin um gute Musik zu hören, ist ja nicht so das da zum Walfang aufgerufen wird. Aber war ja klar, es wurde etwas ruig um die Ökos und die Streichler, da kann man schonmal ein Konzert benutzen um wieder in die Schlagzeilen zu kommen.

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  • Morten am 16.10.2016 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Walfang =/= Týr

    Ich stehe auch nicht hinter Walfang und Überfischung, aber geht es bei Metal-Konzerten vor allem um die Musik. Demonstriert von mir aus vor der Nestlé oder sonstwo und lasst uns den Abend mit Týr und Sirenia geniessen!

  • Dabe am 16.10.2016 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In ihrem Land

    ...hat das Tradition. Und ganz im Gegensatz zu den Japanern haben die Faröer die Walbestände im Griff. Lieber vor der eigenen Haustür kehren als Andere belehren zu wollen, liebe Tierschützer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ein schelm am 17.10.2016 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    \m/

    der ansatz walfang nicht zu vertreten verstehe ich ja noch. aber das was ihr da tut ist lächerlich. tyr ist als band da. bitte erkundigt euch mal wer der namensgeber der band war bevor ihr euch über was auch immer mokkiert...

  • Eidgenosse 1977 am 16.10.2016 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin kein Freund vom Walfang!!!!!

    Nur werden in Ihrem Land die Wale nicht zum Spass gejagt, oder für "Forschungszwecke", wie es die Japaner tun. Es ist eine andere Kultur, wir haben das zu akzeptieren, als ob wir in der Schweiz moralisch ueberlegen oder besser sind, sicher nicht. Es gibt schon genug Konflikte, weil sich viele in Sachen einmischen, die sie nichts angehen. Wir haben in unserem Land genug Probleme zu lösen, die Tierschuetzer übertreiben auch vielfach.

  • Antilinker am 16.10.2016 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Walfang

    Ich finde die Waljagd wie alle Formen der Jagd gut!

    • Dr. Gabber am 17.10.2016 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antilinker

      Ich bin auch kein linker, aber Walfang finde ich persönlich unnötig. Aber für was erzähle ich das jemandem, dessen wichtigster Lebensinhalt wahrscheinlich das provozieren in Kommentarspalten ist?

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  • Asenheim am 16.10.2016 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliche Arroganz

    Es ist unglaublich, wie es immer wieder Leute gibt, die denken, sie könnten anderen vorschreiben, welche Musik sie zu hören haben und welche Konzerte sie besuchen oder nicht besuchen können. All dies nur, weil ein Bandmitglied oder mehrere Mitglieder irgendwelche Ansichten vertreten, welche selbsternannten Moralaposteln nicht in den Kram passen. Obwohl sich diese Leute meist noch für unglaublich progressiv und aufgeschlossen halten, ist es genau diese Einstellung, welche dem Totalitarismus jeglicher Couleur zugrunde liegt. Geht nicht ans Konzi wenn es euch nicht passt!

    • Dr. Gabber am 17.10.2016 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Asenheim

      Musik sollte doch eindeutig im Vordergrund stehen, wenn man ein Konzert besucht. Jedoch, und hier spreche ich nur für mich, unterstütze ich keine Bands, die mir zu nahe am rechtsextremen Spektrum ist.

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  • stef am 16.10.2016 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gueti musig

    musikalisch eine super band, freue mich einfach auf das konzert!

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