6 Jahre Knast

26. April 2013 15:19; Akt: 26.04.2013 16:06 Print

Auftragskiller im Sex-Chat gesucht - verurteilt

Der Ex-Frau Alimente zahlen? Nein, sagte sich ein 52-jähriger Informatiker aus Luzern und suchte einen Auftragskiller. Nun wurde er verurteilt.

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Der Beschuldigte hetzte online einen vermeintlichen Profi-Killer auf seine Frau. (Bild: Colourbox)

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Das Urteil des Kriminalgerichtes ist sogar noch härter als der Antrag der Staatsanwaltschaft: 6 Jahre – zwölf Monate mehr als gefordert – soll ein Informatiker aus der Region Luzern ins Gefängnis, weil er für seine Frau einen Auftragskiller gesucht habe. Für das Gericht ist laut gestern veröffentlichtem Urteil klar: Der Mann hat sich des versuchten Mordes strafbar gemacht.

Die Vorgeschichte: Als der Mann während seines Scheidungsverfahrens erfuhr, dass er für seine Frau bis zu seiner Pensionierung Unterhalt bezahlen muss, hat er gemäss Urteil schon einen Tag später in einem Sex-Chat nach einem Killer gesucht, der seine Frau töten und ihm so die Unterhaltspflichten ersparen würde. Kurze Zeit später meldete sich «Habicht74» beim Beschuldigten – und zeigte zum Schein Interesse. Aus dem Chatverlauf geht hervor, dass «Habicht74» eine besonders brutale Tötungsart vorschlug, worauf der Informatiker 20'000 Fr. als Belohnung in Aussicht stellte. Schliesslich aber warnte «Habicht74» die Frau; der Informatiker wurde verhaftet.

Verteidiger wollte Freispruch

Vor Gericht gab der Beschuldigte an, einen «Seich» gemacht zu haben, er habe den Chat für ein Spiel gehalten und nie die Absicht gehabt, seine Frau umbringen zu lassen. Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch, nun hat er Berufung angemeldet. Bevor er seine Anträge einreiche, müsse er das Urteil noch genau analysieren, sagte er. Diesem Urteil ist übrigens zu entnehmen: «Die Tat blieb für die Frau nicht folgenlos. Seither leidet sie an Unsicherheit und Angst.»

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