Kanton Luzern

27. April 2016 17:19; Akt: 27.04.2016 17:19 Print

Jenische ziehen auf provisorischen Platz um

Die Fahrenden können nun umziehen. Ihnen stehen bis Ende Oktober bis zu 25 Wagenplätze auf dem Nidfeld-Areal des Eigentümers Coop zur Verfügung.

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Stadt und Kanton haben für die Fahrenden eine Zwischenlösung in Kriens gefunden. (Bild: jak)

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Die Jenischen könnten ab sofort auf das neue Areal an der Autobahn A2, wo sich früher ein Einkaufszentrum befand, umziehen, teilten Kanton und Stadt Luzern sowie die Gemeinde Kriens und die Entwicklungsorganisation Luzern Plus am Mittwoch mit. Darauf hätten sich die Behörden und der Verein «Bewegung der Schweizer Reisenden» verständigt.

Zwischennutzung bis Ende Oktober

Mitte April hatten sich laut Angaben der Fahrenden 50 bis 60 Wagen und gegen 500 Schweizer Jenische in der Nähe des Krienser Pilatusmarkts niedergelassen. Das Areal befindet sich zwar auf Boden der politischen Gemeinde Kriens, gehört aber der Stadt Luzern. Ab Donnerstag wird das Areal als Parkplatz für die Zentralschweizer Frühlingsmesse Luga benötigt. Diese wird am Freitag eröffnet.

Das Nidfeld-Areal gehört dem Detailhändler Coop. Es soll später überbaut werden. Der Eigentümer erlaubt nun bis Ende Oktober 2016 eine Zwischennutzung durch die Fahrenden. Diese müssen für die Miet- und Infrastrukturkosten selber aufkommen.

Der Kanton Luzern und die Gemeinden wollen mit dem Verein der Fahrenden bis Ende Okteber eine weitere «provisorische Anschlusslösung» suchen. Gleichzeitig soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die nach dauerhaften Stand- und Durchgangsplätzen für Fahrende sucht. Dabei sollen auch in den vergangenen Tagen eingegangene Ideen aus der Bevölkerung geprüft werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Es besteht ein Bundesgerichtsentscheid für Halteplätze

Mit der unbewilligten, aber geduldeten Besetzung in Kriens forderte die Bewegung der Schweizer Reisenden vom Kanton Luzern zwei bis vier dauerhafte Durchgangsplätze sowie ab sofort zwei bis vier provisorische Durchgangsplätze. In der Stadt Luzern verlangen die Fahrenden «ab sofort» einen festen Standplatz.

Fahrende besetzten in den vergangenen Jahren wiederholt Grundstücke in Schweizer Städten. Vor rund zwei Jahren zum Beispiel protestierte eine grössere Gruppe auf der Berner Allmend, um ihrer Forderung nach mehr Stand- und Durchgangsplätzen Gehör zu verschaffen. Die Polizei hatte das Protestcamp der Fahrenden dann geräumt.

Ihr Recht auf angemessene Halteplätze anerkannte das Bundesgericht 2003, 1998 wurden Fahrende vom Bund als Minderheit anerkannt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mo am 27.04.2016 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja...

    Jenische hin oder her! Aber was ich nicht verstehe, sind die ewigen Forderungen, Erpressungen, Ansprüche! Wer schon diesen Lebensstil wählt, sollte auch wissen, dass die Menschen nicht alles fallen und liegen lassen, wenn die kommen !! Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert!!

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  • Tdnie am 27.04.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boden für nix

    Ich glaub ich lass mir auch ein Stück Land schenken. Oder für den Urlaub auf dem Campingplatz den Stellplatz einfach an den Kanton senden? Es ist ja nichts anderes. Und würde sich doch lohnen.

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  • Leni am 27.04.2016 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Habt ihr mal die Wohnwagen und Autos gesehen, wieso wollen die hier Gratis stehen. An Geld fehlt es bestimmt nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea am 04.05.2016 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo werden Steuern bezahlt?

    Wie genau zahlen Jenische Steuern? Wo zahlen sie Gemeinde- und Kantonssteuern, wenn sie immer unterwegs sind? Wer weiss das?

  • Familie Schweizer am 02.05.2016 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen auch ein neues Zuhause

    Wir brauchen auch eine Wohnung in Luzern, können jedoch für unsere Familie nichts bezahlbares finden. Kann ich jetzt eine Wohnung besetzen und die Stadt sucht mir eine geeignete Wohnung?

  • Camper Georg am 02.05.2016 03:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Campingplatz Lido

    Da sind doch Camper und gehören auf einen Campingplatz, mit Infrastruktur und Miete. Einfacher gehts nicht, oder?

  • roro am 01.05.2016 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Abrechnung

    Ein bisschen Drohen und demonstrieren und schon geht es vorwärts. Wer bezahlt eigentlich die gesamten Kosten, kann mich da jemand aufklären wie das abgerechnet wird? Wehe ich stelle mein Auto zu lang auf einen Platz, da hilft mir aber gar keiner.

  • Gardi am 30.04.2016 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten decken

    Ich bin der Meinung, dass sich solche Gruppen auf den Gemeinden anmelden müssen, Handy haben die, bevor sie sich niederlassen. Dann wird ihnen ein Platz zugeteilt und den mieten sie und räumen ihn auch wieder. Mit Abnahme von Gemeindeangestellten. Für das bezahlen wir die nämlich. Zum Arbeiten.

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