Hollywood im Surental

21. März 2017 05:59; Akt: 22.03.2017 15:05 Print

Orient-Express fährt für Kinofilm durch Triengen

von Daniela Gigor - Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz – und eine stattliche Dampflokomotive auf der Strecke Sursee-Triengen: Das Luzerner Surental kommt weltweit in die Kinos.

Die Dampflok im Einsatz in Triengen, gefilmt für einen Hollywood-Streifen. (Video: Leser-Reporter)
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Eine mächtige weisse Dampfwolke steigt in den Himmel, schnaufend und pfeifend rollen die riesigen Räder an: Die französische Dampflokomotive des Typs 241-A-65 war übers Wochenende in Triengen zu Gast. Die altehrwürdige Maschine sah noch mindestens so gepflegt und originalgetreu aus wie im Baujahr 1925 – nur die beiden Kameras auf dem schwarzen Dach und vor den mächtigen Kolben stammen aus unserer Zeit.

Die Kameras hatte das französische Filmteam Plus de Prod aus Lyon auf dem Dampfross installiert. Es machte in Triengen mit Genehmigung der Gemeinde während drei Tagen Filmaufnahmen für ein Remake des Kino-Klassikers «Mord im Orient-Express», was in Triengen etliche Schaulustige anzog. Mehrere Male setzte sich der Zug in Bewegung und fuhr anschliessend wieder rückwärts an den Startort (siehe Video).

Hollywood verteilt Maulkörbe

Die Hollywood-Bosse sorgten offenbar dafür, dass die Beteiligten keine Details über den Kinofilm verraten. Beim Verein 241-A-65 aus Boniswil etwa, dem die eingesetzte Dampflokomotive gehört, hiess es auf Anfrage, man dürfe keine Auskunft geben, dies habe man in einem Vertrag so abgemacht. Auch die Filmcrew aus Lyon gab aus dem gleichen Grund keine Infos heraus. Doch ein Leser-Reporter, der vor Ort war, gab an in Triengen seien Aufnahmen für eine Mord-Szene im Zug gemacht worden.

Die Loki ist der Star

Filmstars waren in Triengen nicht zugegen; der Star dort war die schnaufende 241-A-65. Die bis zu 125 km/h schnelle und grösste noch betriebsfähige Dampflokomotive Europas wird im Film von Kenneth Branagh neben Superstars wie Johnny Depp, Michelle Pfeiffer und Penélope Cruz zu sehen sein. Lokomotiven dieses Typs wurden früher tatsächlich auf der Strecke des Orient-Expresses eingesetzt. Das Trassee der Sursee-Triengen-Bahn dürfte als Drehort ausgewählt worden sein, weil auf der Linie der Privatbahn kein regelmässiger Verkehr stattfindet und weil dort keine elektrischen Fahrleitungen vorhanden sind.

Fahrleitungen hätten auch kaum zum Kriminalroman aus dem Jahr 1934 von Agatha Christie gepasst. Der Orient-Express verkehrte zwischen Istanbul und Calais. Auf der von der Krimiautorin beschriebenen Reise befindet sich auch ein Privatdetektiv und der Amerikaner Ratchett, der im Remake von Johnny Depp gespielt wird. Eines Abends wird Ratchett ermordet. Weil der Zug zu dieser Zeit im Schnee steckt, muss sich der Mörder noch am Ort befinden. Nun ist der Privatdetektiv Hercule Poirot (Branagh) gefordert.

Der Film soll im November in die Kinos kommen – und Triengen darf sich im Idealfall auf Präsenz in den Kino-Sälen rund um den Globus freuen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • werner am 21.03.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dampfloks

    Das waren noch Zeiten, die Dampfloks und ihr geschnaube, ich habe diese Zeit noch erlebt, eine ruhigere, tolle, schöne Zeit, heute, nur hektisch, narzisstisch, egoistische Schweiz,

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  • Pinkies am 21.03.2017 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nostalgie

    Und ich durfte vor Jahren im Orient Express arbeiten. Das war ein Erlebnis ! Wunderschön und nie vergessen

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  • Rister am 21.03.2017 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schade bloss.....

    ....dass das angehängte Rollmaterial so gar nichts mit einem Orientexpress zu tun hat. Ausser vielleicht die Farbe blau. Dabei hätte es bei dieser Besetzung sicher für ein paar Wagen gereicht von der CIWL, die heute noch vorhanden sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • büroner am 21.03.2017 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sperrgebiet

    meist war die lokomotive auf der büroner gleisstrecke unterwegs und das büroner moos 2 tage sperrgebiet. dass man weder zu fuss noch mit dem auto durchkam und die leute wo die strassen sperrten nur englisch sprachen erklärt sich nun. bin gespannt wies dann im film aussieht.

  • Thomas Wuhrmann am 21.03.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Elektrifitierung...

    Ich bin kein Experte, aber im Jahre 1934 (so im Artikel) waren Fahrleitungen - zumindest bei uns - keine Seltenheit mehr. Bereits am Ende des 19. jahrhunderts wurden erste Strecken komplett elektrisch in Betrieb genommen. Die erste Elektrifizierungswelle setzte während des ersten Weltkriegs ein und bis 1928 war die Hälfte des SBB-Netztes elektrifiziert...

    • Kenner am 21.03.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Wuhrmann

      Aber nicht im Ausland.

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  • rolf grossenbacher am 21.03.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    es gibt keinen geeigneten Maulkorb

    für den Verein aus Boniswil, mit Präsident Holliger, dürfte es schwierig sein, einen so starken Maulkorb zu finden....

  • Markus am 21.03.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht das erste mal

    Nicht ganz korrekt recherchiert, die Sursee-Triengen Dampfbahn war bereits einmal in einem Hollywoodstreifen, und zwar Sherlock Holmes 2.

  • Andreas Honegger am 21.03.2017 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu Remake?

    Ich habe den Originalfilm gesehen, mehr als einmal. Sehr gut gemacht, sehr gut gespeilt, alles passend zur Zeit in jener die Handlung spielt, nichts das ich vermissen würde - warum ein Remake? Hatten die Filmemacher mal wieder keine neue Idee oder nicht genügend Stoff? Es gibt selten Remakes, die besser sind als das Original. Meistens können sie dem Original mit nichts das Wasser reichen und sind eine abgeschmackte Kopie. Nur weil man bessere Technik hat wird der Film auch nicht besser - er spielt ja eben in einer frühen Zeit. Aber ja: die Lok ist toll, schöne alte Technik.

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